Rund eine Tonne Kampagnenmaterial zum Europäischen Tag der Parodontologie am 12. Mai verschickte die Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG Paro) alleine in Richtung der Zahnkliniken, die sich mit Vor-Ort-Aktionen oder einem Tag der offenen Tür an dieser wichtigen Aufklärungsarbeit beteiligten. Dabei waren unter anderem das Virchow Klinikum der Charité Berlin, das Universitätsklinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Kopfklinik des Universitätsklinikums Heidelberg, aber auch in einem Kieler Einkaufszentrum konnten sich die Menschen informieren, mit Experten ins Gespräch kommen und Proben von Zahnpflegeprodukten erhalten. Flankiert wurde die Kampagne durch umfangreiche Berichterstattung in der Fach- und Publikumspresse sowie auf Social Media-Plattformen.

Viele niedergelassene Praxen dabei

Das Motto der DG Paro lautete in diesem Jahr: „Wir helfen Ihren Zähnen, Haltung zu bewahren“. Neben mehreren Zahnkliniken beteiligten sich auch wieder viele niedergelassene Zahnärzte in ganz Deutschland am Europäischen Tag der Parodontologie, der 2014 von der EFP initiiert wurde.

Post für alle knapp 5.000 DG Paro-Mitglieder

Zum Kampagnenstart im April erhielten alle knapp 5.000 DG PARO-Mitglieder per Post die Aktionsplakate mit dem einprägsamen Motiv „Wir helfen Ihren Zähnen, Haltung zu bewahren“. Die Zahnärzte nutzten das Kampagnen-Material vielfach für die eigene Aufklärungsarbeit, zum Beispiel in der Praxis oder auf ihrer Praxis-HomepageDauerthema Wahrnehmung für das Problem Parodontitis mangelhaft

Parodontitis ist in Deutschland weit verbreitet, die bevölkerungsweite Aufklärung und die Selbstwahrnehmung der Patienten sind jedoch mangelhaft. Mit der Kampagne rund um den Europäischen Tag der Parodontologie sollten die Patienten daher auch in diesem Jahr verstärkt über Ursachen und Risikofaktoren der „stillen Erkrankung“ Parodontitis aufgeklärt werden – mit dem Ziel, eine dauerhafte Sensibilisierung zu erreichen. Denn auch wenn die Behandlungszahlen steigen, wird noch immer viel zu wenig Parodontitistherapie in Deutschland durchgeführt.

Paro gehört ins Behandlungsspektrum

„Karies und Parodontitis sind die häufigsten Erkrankungen in der Mundhöhle. Wir können Parodontitis als Volkskrankheit nur begegnen, wenn alle rund 71.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland ihren wertvollen Beitrag dazu leisten“, appelliert Dr. Bettina Dannewitz, President elect der DG Paro, an alle Kolleginnen und Kollegen. „Die Behandlung von Parodontitis, zumindest bis zu einem gewissen Schweregrad, muss genauso wie die Therapie von Karies in das Behandlungsspektrum jedes Zahnarztes gehören“, so Dannewitz weiter.

Umfangreiches Infomaterial für Patienten

Für Patienten stellt die DG PARO auf Ihrer Website multimediales Informationsmaterial bereit – nicht nur zur Kampagne zum 12. Mai. In Aufklärungsbroschüren und anschaulichen Videofilmen erfahren Patienten mehr über Ursache, Risikofaktoren und darüber, wie man mit einer Parodontitis umgehen kann. Im Film „Der Mund – Spiegel der Gesundheit“ werden die Zusammenhänge zwischen Mundgesundheit und Allgemeingesundheit sehr anschaulich erläutert. Das Video wurde in den Niederlanden produziert und mit freundlicher Genehmigung der Vereniging Medisch Tandheelkundige Interactie und KNMT Fonds Mondgezondheid durch die DG PARO übersetzt.

Video-Ratgeber für Patienten

In Video-Ratgebern geben Dentalhygiene-Experten zudem praktische Tipps für die regelmäßige häusliche Zahnpflege. Auch die Parodontitis-Selbsttest-App (zum Download im iTunes-Store oder bei Google Play) wurde anlässlich der Aktionskampagne vielfach heruntergeladen. Ziel der unkomplizierten und validierten Anwendung ist es, Patienten und Zahnärzte dafür zu sensibilisieren, erste Symptome ernst zu nehmen und eine frühzeitige Behandlung einzuleiten. Den Selbsttest gibt es übrigens auch als Fragebogen zum Download für die allgemeinmedizinische, gynäkologische oder diabetologische Praxis.

„Die Aufklärung über Parodontitis ist und bleibt ein echter Dauerbrenner“, so die DG Paro.

Titelbild: PD Dr. Bettina Dannewitz, cand. med. dent. Jacqueline Böhm und Prof. Dr. Peter Eickholz (von links) beim Aktionstag am Universitätsklinikum Frankfurt am Main (Foto: DG Paro)