In deutschen Schlafzimmern knirscht es gewaltig: Etwa jeder fünfte Erwachsene leidet an Bruxismus. Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT) hat nun gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) erstmals eine S3-Leitlinie zum Bruxismus entwickelt. Zahnärzte erhalten damit eine Orientierungshilfe und eine evidenzbasierte Handlungsanweisung zur Diagnose und Behandlung von Schlaf- und Wachbruxismus.

Biofeedback kann Knirschen reduzieren

Ursächlich für den Bruxismus sind laut Leitlinie zunehmend psychologische Faktoren wie emotionaler Stress, Angststörungen und Schlafstörungen. Das Zusammenpressen der Zähne dient dabei unbewusst als Stressabbau. Die Biofeedback-Behandlung zielt darauf ab, dass die Betroffenen ihre Kaumuskelfunktion bewusst regulieren und wird von den Autoren der Leitlinie zur Reduktion beider Knirsch-Aktivitäten empfohlen.

Hinweis fürs Unterbewusstsein

Zu den jüngsten Innovationen zählt die Biofeedback-Schiene bruXane mit einem integrierten Drucksensor. Sie beginnt zu vibrieren und sendet einen Summton, sobald der Träger zubeißt. So erfolgt gleichzeitig ein haptischer und akustischer Hinweis auf das Zähneknirschen. Sobald der Kaudruck nachlässt, stoppen die Signale, so dass der Träger der Oberkieferschiene unterbewusst darauf konditioniert wird, weniger und kürzer zu knirschen. Der Schlaf wird dadurch nicht gestört und der Patient wacht erholter auf. Die Schiene ist wahlweise mit einem Speichermodul ausgestattet, das die Knirsch-Aktivität aufzeichnet. Die auslesbaren Daten liefern wertvolle Hinweise auf die Ursachen des Schlafbruxismus. So kann der Patient genau nachvollziehen, welche aktuellen Lebensumstände sein Knirschen beeinflussen. Informationen bei https://www.bruxane.de/home.html.

Titelbild: Bruxane