Der diesjährige Cerec Trainers Kurs der International Society of Computerized Dentistry (ISCD) am ersten Novemberwochenende in Singapur stand ganz im Zeichen der im Winter dieses Jahres vorgestellten neuesten Cerec Generation, der Primescan.

Dr. Leandro Passos aus Rio de Janeiro, präsentierte am zum ersten Mal seine in vitro Messergebnisse bei verschiedenen Scan-Strategien. Um hier optimale Genauigkeitswerte bei hoher Scangeschwindigkeit im Mund zu erhalten, wurden mehr als zehn verschiedene Scan-Pfade untersucht. Dabei kristallisierte sich heraus, dass es tatsächlich Unterschiede im Scanergebnis gibt, je nachdem, wie die Kamera im Mund geführt wird (die Ergebnisse sind nachzulesen im Heft 4/2019 des International Journal of Computerized Dentistry).

Touchpad oder Trackball

Für viele Anwender auch noch ungewohnt: Das Touchpad, das gänzlich auf den gewohnten Trackball verzichtet – für manche Anwender vermittelt allerdings die taktile Rückkopplung eines Trackballs eine zusätzliche Sicherheit bei der Bedienung des Geräts. Diesem Umstand trägt der Hersteller Rechnung, in dem der Anwender beim Kauf die Möglichkeit hat, sich zwischen einem reinen Touchpad und einem Touchpad mit zusätzlichem Trackball zu entscheiden.

Der ursprünglich nur für Cerec-Intensivkurs-Referenten konzipierte Zwei-Tage-Kurs muss heute ungleich mehr an Informationen vermitteln, um den Kursleitern ein umfassendes Wissen über alle Möglichkeiten des Systems zu vermitteln. Dazu gehört insbesondere die erst kürzlich auf den Markt eingeführte Software für kieferorthopädische Lösungen: Cerec Ortho 2.0. Der Wegfall von Abdrücken, die digitale Vermessung des Modells lassen es zu, hier ganz neue Wege bei der Diagnostik und der Therapieplanung zu gehen.

Dr. Yukio Kusama, Präsident der JSCAD freut sich mit Dr. Klaus Wiedhahn (links) und Dr. Bernd Reiss (rechts) über sein sechstes Trainerzertifikat.

Der Präsident der ISCD, Dr. Klaus Wiedhahn machte deutlich, dass nur fundiertes Wissen eine optimale Grundlage bei der Cerec-Ausbildung sein kann. Dazu waren acht Spezialisten auf ihrem Gebiet eingeladen worden.

Herstellung von Implantat-Bohrschablonen

PD Dr. Andreas Bindl, der die Praxis vom Erfinder des CEREC Systems, Prof. Dr. Werner Mörmann in Zürich übernommen hat, berichtete über seine Erfahrungen bei der Herstellung der neuen Implantat-Bohrschablone Cerec Guide 3. Erstmalig ist es nun möglich, das Implantat direkt durch die Schablone zu positionieren. So perfekt wie die Implantatschablonen heute in Zusammenarbeit mit einem Dentallabor oder auch im Eigenlabor mit entsprechender Ausstattung hergestellt werden können, so wenig sicher und effektiv ist derzeit noch der 3-D Druck mit Cerec. Eine nahtlose Planung, die der Cerec Anwender gewohnt ist, kann im Moment noch nicht auf einen Cerec 3D Druck Workflow übertragen werden.

Das Digital Dental Model

Dr. Bernd Reiss, Initiator des Curriculum Digital Dental Model, stellte sein Integrationskonzept vor. Jeder Patient wird in regelmäßigen Abständen (zum Beispiel im Rahmen einer Routine-Untersuchung) intraoral gescannt und die so gewonnen Daten können bei Auffälligkeiten und Veränderungen mithilfe der OraCheck Software verglichen werden. Gerade auf dem Gebiet der Kieferorthopädie und der Parodontologie ergeben sich hier völlig neue Möglichkeiten der Dokumentation und Diagnostik (Mehr dazu auf Quintessence News).

Fester Baustein eines jeden ISCD Cerec Trainer Kurses ist die Teilnahme von Entwicklern des Herstellers, Dentsply Sirona. Christopher Goodson, Global Product Manger CAD CAM Orthodontics, konnte deshalb auch problemlos die vielen Fragen der Teilnehmer rund um die Soft- und Hardware beantworten.

Die Kunst der Präsentation

Reines Fachwissen ist für einen erfolgreichen Referenten nicht ausreichend. Die Präsentationsmedien werden immer komplexer und so hatte man in Johannes Höfner einen anerkannten Werbefilmer gewinnen können, der den Teilnehmern die Themen Video und Webinar Möglichkeiten näherbrachte. Peter Neumann zeigte die Do‘s und Don’ts einer guten Präsentation. Hüpfende Ikonen sind genauso wenig mehr gewünscht wie zu kleine Schriften und überfrachtete Folien.

Die Teilnehmer, die nach erfolgreicher Prüfung ihre „Certificates“ in der Hand hielten, waren von Qualität und Auswahl der Inhalte dieser Veranstaltung uneingeschränkt begeistert. Die Mischung der Vermittlung von Backgroundwissen zu Soft- und Hardware, wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnissen, aber auch der Einsatz von modernen Kommunikationswegen für die eigenen Präsentationen macht dieses Kursformat so einzigartig und beliebt.

Die von der ISCD ausgesprochene Zertifizierung gilt jeweils für zwei Jahre. Nach diesem Zeitraum müssen sich die Cerec Trainer erneut einer Prüfung stellen. Der nächste Kurs ist für 2020 in Südafrika geplant.

Das Titelbild zeigt Teilnehmer und Referenten des 22. Cerec Trainer Kurses. Bilder: DDA Berlin