Notfallpatienten mit akutem Behandlungsbedarf sind immer eine Herausforderung. Im Notdienst und in Zeiten eingeschränkter Behandlungstätigkeit, wie Zahnarztpraxen sie jetzt aufgrund der Corona-Pandemie erleben, erhöht sich ihr Anteil. Die Hilfeleistung für diese Patienten ist für den Zahnarzt aus ethischen und juristischen Gründen obligat. Wie man das Thema endodontischer Notfall strukturiert angeht, zeigt eine zweiteilige Serie in der Quintessenz Zahnmedizin.

Jeder Patient, der sich mit akuten Zahnschmerzen an eine Praxis wendet, hat ein Recht auf Behandlung. Die Therapie sollte schnellstmöglich wirken und darf die Fortsetzung weiterer Maßnahmen in der Folge nicht erschweren oder unmöglich machen. Wichtig ist beispielsweise, ob es sich um einen absoluten oder einen relativen Notfall handelt, bei dem ein gewisser Zeitpuffer besteht.

Im ersten Teil der Serie von Gabriel Tulus, Stefan Verch, Dirk Zipprich, Paula Perlea und Frank Sanner in der Quintessenz-Ausgabe 2/2020 geht es um die Organisation und Diagnostik – beides sind Schlüsselfunktionen für die erfolgreiche Behandlung endodontischer Notfälle. Neben Tabellen zur Gewichtung von Notfällen und zur Anamnese, den Ursachen für Pulpitis, apikaler Parodontitis und atypische Schmerzursachen werden die systematische Befundung und erweiterte diagnostische Maßnahmen vorgestellt und Entscheidungshilfen für das praktische Vorgehen gegeben.

Im zweiten Teil der Serie in der Ausgabe 3/2020 wird das schrittweise Vorgehen der endodontischen Notfallbehandlung vermittelt. So geht es im Einzelnen um die Schmerzkontrolle durch Anästhesie und die Schaffung eines Zugangs zum Wurzelkanalsystem, dessen Aufbereitung mit instrumenteller und medikamentöser Therapie.

Diese Serie bietet wertvolle, praxisnahe Hilfen für die Vorbereitung und Organisation in der Praxis, um eine schnelle und folgerichtige Behandlung leisten zu können.

Die „Quintessenz Zahnmedizin“, Monatszeitschrift für die gesamte Zahnmedizin, ist der älteste Titel des Quintessenz-Verlags, sie erscheint bereits im 71. Jahr. Die Zeitschrift erscheint mit zwölf Ausgaben jährlich. Drei Ausgaben davon sind aktuelle Schwerpunktausgaben, die zusätzlich einen Online-Wissenstest bieten mit der Möglichkeit, Fortbildungspunkte zu erwerben. Abonnenten erhalten uneingeschränkten Zugang für die Online-Version der Zeitschrift und Zugang zur App-Version. Mehr Infos, Abo-Möglichkeit sowie ein kostenloses Probeheft bekommen Sie im Quintessenz-Shop.

Titelbild: Werden Lockerungsgrad und die Sondierungstiefe des verdächtigen Zahnes sowie der Nachbarzähne geprüft, ist in manchen Fällen ein geringer Ausfluss von Exsudat oder Pus festzustellen, was in Kombination mit einer isolierten Knochentasche ein Hinweis auf eine Längsfraktur der Wurzel sein kann. Es empfiehlt sich, die Sondierung unter dem Dentalmikroskop oder mindestens mit einer beleuchteten Lupenbrille vorzunehmen und bei erhöhtem Sondierungsbefund ggfs. eine intrakoronale/-kanaläre Diagnostik durchzuführen (Abb.). (Quelle: Tulus et al. Der endodontische Notfall in der zahnärztlichen Praxis. Teil 1 Organisation und Diagnostik, Quintessenz 2020;71:128-137)