Zum sechsten Mal fand am 14. Juli 2018 das Young Professionals-Meeting statt. Diesmal lud das Junior Committee der DG PARO ins MSweitblick nach München. Entsprechend des Mottos „Focus – Posterior“ rückte die Versorgung in der funktionellen Zone in den Mittelpunkt.

Wissenschaft und Therapie

In der ersten Session gelang es Dr. Dennis Schaller (Planegg) und Dr. Jan Derks (Universität Göteborg) im geschickten Wechsel eine große Bandbreite an Themenbereichen darzustellen. Anhand von Fallbeispielen schafften sie den Spagat zwischen durchdachter Therapieplanung, komplexen Parodontitis-Fällen und der Vorstellung der erst seit wenigen Wochen veröffentlichten neuen Klassifikation. Wie üblich überzeugte Derks mit hervorragend recherchierter evidenzbasierter Argumentation, während Schaller immer wieder den Bezug zu klinischen Aspekten herstellte.

In der Mittagspause entstand ein kommunikativer Austausch zwischen den Teilnehmerinnen/Teilnehmern und den stets präsenten Referenten. Auch die Industrieausstellung fand großen Anklang.

Geometrische Begriffe und Biologie

Dr. Stephan Rebele (Dinkelsbühl) arbeitete detailliert und intensiv das Thema „Die biologische Breite um Zähne und Implantate“ auf. Hierbei resümierte er, dass diese „geometrische“ Begrifflichkeit etwas unglücklich gewählt sei, um die zugrunde liegenden strukturbiologischen Zusammenhänge zu beschreiben. Sein Fazit lautete, dass auch Implantate – ähnlich wie Zähne – von einer definierten Zone, bestehend aus epithelialem Attachment und darunter liegendem Bindegewebe, umgeben seien. Dimension und Morphologie dieser peri-implantären Weichgewebsmanschette würden jedoch in hohem Maße von der Implantatposition, dem verwendeten Implantatsystem sowie dem individuellen klinischen /chirurgischen Vorgehen beeinflusst.

Referenten DG Paro Young Professionals München bei der Falldiskussion (Foto: DG Paro)

„Unser Patient bleibt analog“

Aus dem Fachbereich der Prothetik stellte PD Dr. Jan-Frederik Güth (Universität München) mithilfe digitaler Techniken realisierte Versorgungskonzepte nach Zahnverlust vor. Insbesondere Einzelzahnversorgungen seien bereits optimal mittels digitaler Abformungen durchführbar. Bei komplexen Fällen, die neben großen Restaurationen auch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit fordern, berufe er sich jedoch noch gerne auf das klassische Gipsmodell im Artikulator. Dabei zitierte er seinen Mentor: „Unser Patient bleibt nun mal analog.“

Klinische Bilder und Videos aus der Chirurgenperspektive brachte Dr. Paul Leonhard Schuh (München) mit. Hierbei stellte er verschiedene Techniken des Weichgewebsmanagements vor – von Rolllappen bis hin zu modifizierten Gewebstransplantaten. Durch beeindruckende Patientenfälle präsentierte er sein zahnärztliches Geschick und verdeutlichte, welche Möglichkeiten sich hinter verschiedenen Ansätzen der Implantatversorgung verbergen können.

Falldiskussion im Expertenkreis

Den Abschluss des fachlichen Teils fand die Veranstaltung in einer von Dr. Tobias Thalmair (Freising) geleiteten Falldiskussion im Expertenkreis – bestehend aus den Referenten des Tages. Gemeinsam ließen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Referenten und das gesamte Junior Committee den Abend bei einem spektakulären Blick über München von der Dachterrasse der Veranstaltungs-Location in lockerer Atmosphäre ausklingen.

Junior Committee verabschiedet sich

Mit dieser Veranstaltung verabschiedete sich das Junior Committee als solches. Die ehemaligen Mitglieder des Committees bleiben der DG PARO jedoch erhalten und werden in Zukunft – unter neuem Namen – neue Konzepte für die Fachgesellschaft erarbeiten. Neben den jungen Kolleginnen und Kollegen, für die auch weiterhin Veranstaltungen unter dem Namen „Young Professionals“ angeboten werden, sollen sämtliche Mitglieder und Freunde der DG Paro mit neuen Inhalten angesprochen werden.

Titelbild: DG Paro