Neue Benutzeroberfläche, neue und vereinfachte Anwendungen in vielen Bereichen von digitaler Planung und CAD für Labor und Praxis – die neueste Version der Exocad-Software bietet Zahntechnikern und Zahnärzten weltweit eine Fülle alltagsgerechter Lösungen für neue digitale Anwendungen. Präsentiert wurden DentalCAD Galway 3.0 und exoplan Galway 3.0 Ende September 2020 live auf den Exocad Insights 2020 in Darmstadt und weltweit im Netz.

Mit viel Engagement und Aufwand hatte das Team um Mitgründer und CEO Tillmann Steinbrecher und CCO Novica Savic es geschafft, den eigentlich für März geplanten und dann auf September verschobenen Event unter Pandemiebedingungen zu realisieren. Aus der reinen Präsenzveranstaltung mit erwartet mehr als 1.000 Teilnehmern aus vielen Ländern wurde so eine Hybridveranstaltung mit rund 300 Teilnehmern und 40 Partnern vor Ort im Darmstadtium. Insgesamt weitere 1.600 Anwender in Laboren und Praxen aus 55 Ländern verfolgten die Insights 2020 online an ihren PCs, Tablets und Smartphones im Netz.

Umfassendes Hygienekonzept

Sowohl die Präsenzveranstaltung als auch das komplette Streaming aller Vorträge und Seminare waren eine logistische und technische Herausforderung – die an den beiden Tagen aber bestens gemeistert wurde. Die Teilnehmenden vor Ort waren mit Mund-Nasen-Bedeckung, überall angebotener Händedesinfektion, Temperaturmessung am Eingang und eigenen Tracker-Armbändern in großzügig angelegten Räumen und mit ausreichend Abstand der Sitzplätze jederzeit gut versorgt. Angesichts der umsichtigen Organisation kam es dann nur noch auf jeden einzelnen an, die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen auch entsprechend einzuhalten.

Die Zukunft gehört den offenen Systemen

Die Exocad-Gründer Maik Gerth (links) und Tillmann Steinbrecher (Foto: Exocad)

Aber nicht nur die neueste Version der Softwareprodukte des Unternehmens, die Präsentationen der zahlreichen Partner und spannende Vorträge zu digitalen Workflows inklusive Live-OP aus dem Carolinum in Frankfurt (Main) standen auf dem Programm. Exocad feierte auch seinen offiziellen 10. Geburtstag. Tillmann Steinbrecher entführte die Zuschauenden in die interessante Firmengeschichte. Das Besondere sei gewesen, dass man aufgrund der Vorgeschichte – das Unternehmen ist aus einem bereits länger laufenden Projekt am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt hervorgegangen – bereits zum Start mit einem Produkt aufwarten konnte. Zweite Besonderheit: Man hat von Anfang an auf ein offenes System und auf die Zusammenarbeit mit Partnern in aller Welt gesetzt. Transparenz in allen Entwicklungsschritten und der Fokus auf eine einfach anzuwendende, verlässliche und an den Bedürfnissen der Nutzer orientierte Software seien weitere Grundlagen des Erfolgs, so Steinbrecher auch in der Pressekonferenz zum Event. Er zeigte sich überzeugt, dass den offenen Systemen in der Zahntechnik und Zahnmedizin die Zukunft gehören werde – eine Auffassung, die auch die zahlreichen Partner und Referenten offensichtlich teilten.

Neue, intuitive Benutzeroberfläche

Michael Kohnen stellt Galway vor. (Foto: Quintessence News)

Michael Kohnen, Leiter Global Application Support bei Exocad, führte dann durch die Welt der neuesten Softwareversionen DentalCAD Galway 3.0 und exoplan Galway 3.0, die mehr als 15 neue Features bieten. Die neue, intuitive Benutzeroberfläche erleichtere Startern wie Profis die Nutzung der Anwendungen, die Integration von Arbeitsschritten und Checks verbessere den Workflow. Neue Möglichkeiten des Zoomens in der Konstruktion, neue Features im Smile Creator und für Mock-Ups und vor allem die neuen Features im Model Creator erweitern das Einsatzspektrum. Verbesserungen gibt es auch im BiteSplint-Modul, der virtuelle Artikulator ist deutlich schneller, im Implant Modul sind zum Beispiel Schraubenkanäle besser darstellbar.

Exoplan bietet neue Features für die Planung zahnloser Fälle, zum Beispiel die Simulation nötiger Extraktionen, die Sinushöhlendetektion im DICOM-Datensatz, das Planen von Ankerpins und neue Möglichkeiten des Umsetzens der Planung in Schablonen, Bohrerführungen etc.

Tools und Möglichkeiten am Beispiel gezeigt

Die weiteren Vorträge des Hauptprogramms und der Partner zeigten dann, wie sich die Module in Praxis und Labor zum Benefit von Patient, Zahnarzt und Zahntechniker einsetzen lassen. In der von ZTM Uli Hauschild präsentierten und moderierten Session mit der Live-OP aus dem Carolinum in Frankfurt wurde umfassend präsentiert, wie die Kombination der verschiedenen digitalen Verfahren – Intraoralscan, Face-Scan, Funktionsscan, DICOM-Datensätze aus dem DVT – mit einer offenen CAD-Software in einem komplexen Fall zu einer schnellen, sicheren und weitgehend vorhersagbaren implantatgetragenen prothetischen Versorgung beiträgt. Mehr als 40 Partnerunternehmen nutzten die Veranstaltung, um ihre neuesten Entwicklungen in den Bereichen Scanner, Fräsmaschinen und 3-Drucker online und offline vorzustellen, darunter einige Weltpremieren.

Erneute hohe Auszeichnung für Software

Novica Savic, CCO von Exocad, mit dem Cellerant Best of Class Technology Award 2020 für ChairsideCAD. (Foto: Quintessence News)

Zum Programm gehörte auch die Verleihung des renommierten Cellerant Best of Class Technology Awards 2020 für ChairsideCAD, Exocads Software für das klinische Umfeld, die diese prestigeträchtige Auszeichnung bereits zum zweiten Mal in Folge für ihre offene Software- Architektur erhielt. ChairsideCAD ist die erste CAD-Softwareapplikation, die mit dem Cellerant Best of Class Technology Award ausgezeichnet wurde.

Trend zur Digitalisierung ungebrochen

In der Pressekonferenz vor dem Start des Events gaben Steinbrecher, Savic und Christophe Dorian, Global Product Manager iTero bei Align Technology – seit März 2020 neuer Eigentümer von Exocad –, sowie Vertreter wichtiger Partner des Darmstädter Unternehmens Einblick in ihre Erwartungen und Perspektiven für die Digitalisierung in der Zahnmedizin. Alle bekundeten, dass der Trend zu Intraoralscans, ihr Einsatz in immer mehr Bereichen der Zahnmedizin über die Prothetik hinaus – hier steht aktuell vor allem die Kieferorthopädie im Fokus, und die Kombination mit weiteren digitalen Verfahren wie Face-Scans, virtueller Funktionsdiagnostik und Aufzeichnung und natürlich den klassischen digitalen bildgebenden Verfahren wie Röntgen, DVT und CT – ungebrochen sei. Dieser Trend scheine sich vielmehr noch zu beschleunigen, auch in der Dentalbranche gebe es durch die weltweite Corona-Pandemie sowohl in der Anwendung digitaler Verfahren in Praxen und Laboren als auch in den Wegen der Kommunikation mit den Kunden einen großen Digitalisierungsschub.

Neue Produkte und Tools auf dem Markt

Christian Ermer für Amann Girrbach, Laurence Grice-Roberts für Medit, Riccardo Molinelli für Shining und Gregory Park für DOF Europe berichteten über gerade gelaunchte neue Produkte oder kündigten weitere Produkte und Tools an, unter anderem drahtlose Intraoralscanner, neue Lösungen für Full-Mouth-Scans, innovative Labor-Scanner, neue Materialien. Man sehe gerade im Bereich Kieferorthopädie noch großes Entwicklungspotenzial, so Dorian für Align Technology.

„We innovate together“

Sowohl von Exocad und Align, als auch von allen Partnern in der Gesprächsrunde wurde der offene und konstruktive Charakter der Partnerschaft mit Exocad betont. „We innovate together“ sei das Motto seines Unternehmens, so Gregory Park von DOF. Das passte aber auch auf die Zusammenarbeit mit den Softwarespezialisten bei Exocad. Welchen Stand sich das Unternehmen in den zehn Jahren erarbeitet hat, machten die Zahlen deutlich, die Novica Savic nannte: Mehr als 40.000 Lizenzen werden von Laboren in aller Welt genutzt, in allen Weltmärkten sei man in den Laboren vertreten. Mit 150 Resellern der Patente pflege man ein gutes Netzwerk und eine langjährige Partnerschaft.

Integration von Prothetik und Kieferorthopädie

Savic und Steinbrecher betonten, dass den offenen Systemen die Zukunft gehöre, im Labor und auch chairside in der Praxis. „Offenen Systeme und gute Integration sind kein Widerspruch“, so Steinbrecher. Einen Schub werde es in Zukunft bei der Integration von Prothetik und Kieferorthopädie geben. Auch Dorian kündigte hier weitere Entwicklungen an, die Dentallabore werden hier eine wichtige Zielgruppe und Partner sein.

Was passiert zur Internationalen Dental-Schau 2021? Savic, der im Verband der Deutschen Dental-Industrie in der Arbeitsgruppe aktiv ist, die hybride Formate für die IDS vorbereitet, erklärte, die IDS 2021 werde eine andere Messe werden, als man sie gewohnt sei. Zum Zeitpunkt der Insights Ende September 2020 kündigte Steinbrecher an, man werde auf der IDS mit einem noch größeren Stand präsent sein.

Dr. Marion Marschall, Quintessence News

Titelbild: Tillmann Steinbrecher, CEO von Exocad, bei den Insights 2020 (Foto: Quintessence News)