Die Digitalisierung hat sich in fast allen Lebensbereichen etabliert. Doch so sehr wir an die guten Ergebnisse digitaler Prozesse gewöhnt sind, der Weg bis zur störungsfreien Nutzung digitaler Techniken ist lang und mit frustrierenden Momenten versehen. Nicht umsonst ist der Ausdruck „mit nur einem Klick“ aus dem täglichen Sprachgebrauch verschwunden.

In der Zahntechnik ist die Integration digitaler Prozesse in vollem Gang – und Zahntechniker als technisch versierte Fachleute haben in den vergangenen Jahren eine Menge Detailwissen angesammelt, um digitale Technologien in die verschiedenen Arbeitsbereiche Organisation, Produktion und Qualitätsmanagement zu integrieren, wie ZTM Ralph Riquier in seinem Editorial zur Novemberausgabe der Quintessenz Zahntechnik (QZ) schreibt. „Dass digitale Verfahrens- oder Produktionsabläufe immer häufiger die etablierten handwerklichen Tätigkeiten unterstützen und teilweise ablösen werden, steht außer Frage. Dies geschieht allerdings nicht, wie in früheren Zeiten, aus einer Technikhörigkeit heraus, sondern nunmehr aus einfachen betriebswirtschaftlichen Erwägungen.“

Aus Integration wird Transformation

Es geht also längst nicht mehr darum, ob eine Maschine die benötigte Qualität liefern kann, sondern darum, wie digitale Prozesse in die Laborstruktur integriert werden können. Wie muss das Labor umstrukturiert werden, um neue digitale Prozessketten zu unterstützen – und zwar abteilungsübergreifend? Wie müssen die Mitarbeiter in die digitalen Prozesse eingebunden werden? Eine eindrucksvolle Sammlung von Erfahrungsberichten zur Integration digitaler Prozesse liefert die Novemberausgabe der Quintessenz Zahntechnik.

Einige Labore wagen dabei große Schritte: So hat ZTM Martin Volkmer aus Rheine eine Grid-Serverinfrastruktur in seinem Unternehmen aufgebaut. Im Gespräch mit Ralph Riquier berichtet er über seine Erkenntnisse, was unerwartet viel Zeit gekostet hat und welche Kooperationen sich auftaten. Welche Netzwerkmodelle es im Allgemeinen gibt, beschreibt Ralph Riquier in einem dazugehörigen Beitrag.

Die Quintessenz Zahntechnik, kurz QZ, ist die monatlich erscheinende Fachzeitschrift für alle Zahntechniker und zahntechnisch interessierte Fachleute, die Wert auf einen unabhängigen und fachlich objektiven Informationsaustausch legen. Im Vordergrund der Beiträge und Berichterstattung steht die Praxisrelevanz für die tägliche Arbeit. In dieser Zeitschrift finden sich Zahntechniker, Dentalindustrie und die prothetisch orientierte Zahnarztpraxis mit ihren Anliegen nach einer hochwertigen Fortbildung gleichermaßen wieder. Zur Online-Version erhalten Abonnenten kostenlos Zugang. Mehr Infos zur Zeitschrift, zum Abo und zum Bestellen eines kostenlosen Probehefts finden Sie im Quintessenz-Shop.

Manfred Läkamp aus Ostbevern wiederum erläutert den Vorteil klarer Abläufe anhand eines prothetischen Fahrplans, den er entwickelt hat. Entscheidungshilfen für die richtige Wahl bei Plattformen und Werkzeugen gibt Peter-Christoph Haider in seinem Beitrag über den Datenfluss zwischen Praxis und Labor. Weitere Beiträge, wie die digitale Diagnostik und Therapie im Team, Disruption durch digitale Prozesse im Hinblick auf monolithische Fertigung oder die Qualitätskontrolle in der digitalen Fertigung, zeigen, dass eigentlich kein Labor mehr an der Digitalisierung vorbeikommt. „Digitale Transformation ist eben nicht nur ein hippes Schlagwort“, bringt es Riquier im Editorial sehr schön auf den Punkt. „Es ist die Definition für einen Prozess, den jedes Labor anstoßen muss und der voraussichtlich den Rest unseres Berufslebens andauern wird.“

Titelbild: Ulrich Thielen