Wann spricht man von einem Klassiker? Ein Klassiker ist etwas, das nach vielen Jahren noch immer dem Zeitgeist entspricht und nicht an Attraktivität verliert.

In der Prothetik gehört der steggetragene Zahnersatz zu einem klassischen Therapiekonzept, das im Arbeitsalltag von ZTM Jörg Weiss und ZT Bernadett Klar seit vielen Jahren erfolgreich angewendet und von ihnen in der aktuellen Ausgabe der Quintessenz Zahntechnik vorgestellt wird (Quintessenz Zahntechnik 2018;44(8):2–14).

Die Quintessenz Zahntechnik, kurz QZ, ist die monatlich erscheinende Fachzeitschrift für alle Zahntechniker und zahntechnisch interessierte Fachleute, die Wert auf einen unabhängigen und fachlich objektiven Informationsaustausch legen. Im Vordergrund der Beiträge und Berichterstattung steht die Praxisrelevanz für die tägliche Arbeit. In dieser Zeitschrift finden sich Zahntechniker, Dentalindustrie und die prothetisch orientierte Zahnarztpraxis mit ihren Anliegen nach einer hochwertigen Fortbildung gleichermaßen wieder. Zur Online-Version erhalten Abonnenten kostenlos Zugang. Mehr Infos zur Zeitschrift, zum Abo und zum Bestellen eines kostenlosen Probehefts finden Sie im Quintessenz-Shop.

Geändert hat sich die Herstellung des Stegs: Während einst die Gusstechnologie als Weg zum Ziel galt, ist es heute die CAD/CAM-Technologie. Anhand eines Patientenfalls wird das digitale Vorgehen bei der Herstellung einer Stegkonstruktion mit Schwenkriegel beschrieben und die lange Funktionalität dieses Klassikers vorgestellt.

Ein Patient, zwei Verfahrenstechnologien

Der Patient erhielt im zahnlosen Unterkiefer eine stegretinierte Versorgung, deren Steg und Stegüberwurf per CAD/CAM hergestellt wurden und mithilfe von Funkenerosionsverfahren passiviert wurden. Das Besondere: Der Patient besaß im Oberkiefer einen schon zwölf Jahre zuvor eingesetzten stegretinierten Zahnersatz, bei dem lediglich die Zähne erneuert wurden; der Steg war nach wie vor voll funktionsfähig.

Vorteile dieses Zahnersatzes sind die dauerhafte Passung, der feste Halt im zahnlosen Kiefer, die einfache Reinigung durch das einfache Abnehmen des Zahnersatzes und die geringe Komplikationsrate durch die starre Konstruktion.

Die Versorgung lebt von der starren Konstruktion und ihrer spannungsfreien und präzisen Passung, die durch CAD/CAM-Fräsung und eventuelle Passivierung durch Funkenerosion den letzten Schliff erhält. Die Autoren beschreiben ausführlich und mit hervorragendem Bildmaterial die Herstellung der Sekundär- und Tertiärstruktur, beschreiben die Herstellungsverfahren damals und heute und die damaligen Möglichkeiten der Passivierung („trennen, löten, beten“) genauso wie die digitale Herstellung per CAD/CAM; sie vergleichen den seit zwölf Jahren in situ befindlichen Steg mit dem neu angefertigten und zeigen einen bewährten Workflow mit optimalem Ergebnis, der definitiv das Zeug zum Klassiker hat.

Weitere Themen der Quintessenz Zahntechnik 08/2018 sind unter anderem:
• Erste Erfahrungen zur Verwendung von Intraoralscans bei der Totalprothesenherstellung
• 
Der Entbinderungsprozess vor der keramischen Sinterung – unverzichtbar beim Umgang mit keramischen Massen
• Ein Anwenderbericht zu Lava Esthetic, dem fluoreszierenden Multilayer-Zirkoniumdioxid
• Das Bego Varseo 3-D-Druck System
• Alternative Teleskopversorgung mittels Tiefziehtechnik

Titelbild: Jörg Weiss, Bernadett Klar