Unter dem Motto „Endlich wieder eine Präsenzveranstaltung“ lädt das Deutsche Zentrum für orale Implantologie e. V. (DZOI) zu seinem nächsten Curriculum Implantologie vom 5. bis 10. Oktober 2020 an die Universitätsmedizin Göttingen ein. Zur Einstimmung dient der Erfahrungsbericht von Dr. Pia Epperlein Zahnärztin aus Münster, die den sechstägigen Blockunterricht des DZOI Curriculums Implantologie 2018 im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZMK), in der Anatomie der Universitätsmedizin Göttingen sowie in der Zahnarztpraxis von Dr. Stefan Möller absolvierte. Das nächste Curriculum findet vom 5. bis 10. Oktober 2020 statt.

Der fachliche Austausch in einer kleinen Gruppe von Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichen Erfahrungshorizonten war einer der Punkte, die Dr. Epperlein besonders am Curriculum Implantologie des DZOI gefallen haben. Die Zahnärztin aus Münster, die dort mit ihrem Vater zusammen eine Praxisgemeinschaft führt, nahm im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZMK) sowie in der Anatomie der Universitätsmedizin Göttingen an der Fortbildung des Deutschen Zentrums für orale Implantologie e.V. teil mit dem Ziel, den Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie zu erreichen. Was den sechstägigen Blockunterricht zum Auftakt des Curriculums sonst auszeichnet, hat die 27-Jährige in einem Erfahrungsbericht zusammengefasst:

Dr. Pia Epperlein Bild: privat

Der Blockunterricht startete mit einem herzlichen Empfang von DZOI-Geschäftsstellenleiter Josef Pertl im Foyer der Göttinger Zahnklinik. Als alle eingetroffen waren, gingen wir gemeinsam in die Bibliothek, wo uns Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke und DZOI-Präsident Dr. Helmut B. Engels schon erwarteten. In der Begrüßungsrunde stellten sich alle neun Teilnehmer vor. Da alle Altersklassen vertreten waren, entstand ein reger fachlicher Austausch. Gerade dieser Aspekt macht eine Fortbildung in kleiner Gruppe sehr interessant. Beim Abendessen wurden die Gespräche schnell vertieft. Die Woche gestaltete sich insgesamt als sehr intensiv. Die vielen Informationen mussten verarbeitet werden, was auch anstrengend war. Dennoch war es die richtige Entscheidung, den theoretischen Einstieg in das Curriculum kompakt am Stück im sechstägigen Blockunterricht zu machen. So mussten wir nicht mehrfach quer durch die Republik fahren und die Therorieeinheiten mit langen Pausen dazwischen absolvieren. Äußerst hilfreich war die Anwesenheit von Carsten Jautzus von der Firma Dentaurum, der uns die ganze Woche mit Rat und Tat zur Seite stand und alle benötigten Materialien zur Verfügung stellte.

Theorie kompakt

Die Theorieeinheiten wurden größtenteils von DZOI-Vorstandsmitglied PD Dr. Dr. Arwed Ludwig übernommen. Er erklärte uns den Ablauf seines chirurgischen Alltags. So manch beeindruckender Fall wurde uns vorgestellt. Prof. Dr. Dr. Karl Günter Wiese und Dr. Stefan Klotz präsentierten uns ihre Themen ,,Physiologie und Pathologie knöcherner Strukturen“ sowie ,,Implantatprothetik“ mit vielen Bildern und Beispielen.

Über die verschiedenen Implantatsysteme referierte Dr. Jochen Scopp aus Berlin, der dieses eher trockene Thema mit vielen Bildern und Erfahrungen anschaulich vermittelte. Als besonders prägnant empfand ich den Vortrag von Dr. Joachim Hoffmann aus Jena, der mithilfe von Videos das Thema Weichgewebsmanagement vorstellte. Firmen wie Sunstar stellte uns ihre Augmentationsprodukte mit Hilfe eines Hands-on zur Verfügung, mit praktischen Versuchen an einer Schweineleber präsentierte die Firma Oralia ihren Laser.

Spannende praktische Übungen

Übungen am Humanpräparat werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des DZOI-Curriculums besonders geschätzt. Foto: DZOI

Richtig spannend wurde es, als der praktische Teil der Fortbildung begann. Der erste praktische Tag umfasste zahlreiche Augmentationen, Sinuslifte und Implantationen an Kunststoffkiefern. Auch Hühnereier blieben nicht verschont und wurden geliftet. Der moderne Phantomsaal der Zahnklinik Göttingen beeindruckte so Manchen, der aus seiner Uni anderes gewöhnt war. Am Freitag durften wir das am Vortag Erlernte im Anatomiesaal vertiefen. Prof. Dr. Dr. M. Michael Schultz gab uns eine kurze Wiederholungsvorlesung dessen, was wir seit dem Studium wieder vergessen hatten. Dann konnten wir an echtem Knochen in Form von Humanpräparaten üben. Was sich im Kunststoffkiefer noch so leicht angefühlt hatte, stellte sich jetzt ganz anders dar.

Der Samstag begann mit einer Live-OP in der Praxis von Dr. Stefan Möller. Es handelte sich um einen lateralen Sinuslift mit teilweise einseitiger Implantation. Dieser Fall erwies sich als besonders spannend, da der Patient aufgrund eines Kieferhöhlenseptums quasi zweimal geliftet wurde. All das, was wir die Tage zuvor geübt hatten, konnte wir uns nach dieser OP wesentlich besser vorstellen.

Vorteil: Immer in der Thematik geblieben

Die beiden letzten Vorträge des Samstags waren besonders lehrreich. Dr. Joachim Hoffmann stellte uns interessante Fälle zum Weichgewebsmanagement vor und gab uns viele Tipps mit auf den Weg. PD Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner, brachte das immer aktueller werdende Thema Periimplantitis näher inklusive möglicher Therapiemaßnahmen. Alles in allem ist zu sagen, dass sich diese sehr intensive Woche gelohnt hat, weil alle Teilnehmer an der Thematik dranbleiben konnten und sich nicht immer wieder von Neuem einarbeiten mussten. Auch die Betreuung der Gruppe war extrem gut.

Das nächste Curriculum Implantologie des Deutschen Zentrums für orale Implantologie e. V. (DZOI) findet statt von Montag, den 5. bis Samstag, den 10. Oktober 2020. Die Fortbildungsveranstaltung eignet sich sowohl für Einsteiger als auch Fortgeschrittene. Aufgrund der exklusiven kleinen Gruppe und der großzügigen Räumlichkeiten an der Universität Göttingen können alle Hygieneregeln eingehalten werden, so dass die Präsenzveranstaltung auch angesichts der aktuellen Herausforderungen möglich ist.

Das Titelbild zeigt Hands-on-Übungen mit DZOI-Vorstandsmitglied und Leiter des Curriculums Implantologie, PD Dr. Dr. Arwed Ludwig. Bild: DZOI