„Sie alle kennen das Bild der frühkindlichen Karies“. Mit diesen Worten eröffnet Prof. Dr. Jan Kühnisch das Editorial zum aktuellen Schwerpunktheft der „Quintessenz“. Die Leser erwartet kurz vor Start der neuen Früherkennungsuntersuchungen für Null- bis Dreijährige am 1. Juli 2019 ein umfassendes Update zu einem leider immer noch hochaktuellen Thema.

Er benennt in seinem Editorial Ursachen und Konsequenzen dieser vermeidbaren Erkrankung: „Die Ursachen – eine frequente Aufnahme von kariogenen beziehungsweise erosiven Getränken und/oder Lebensmitteln bei einer gleichzeitig mangelhaften täglichen Mundhygiene durch die Eltern – sind bekannt und mehrheitlich immer die gleichen. Vor allem wären sie vermeidbar, wenn es gelingen würde, die zahnschädigende Zufuhr kariogener beziehungsweise erosiver Getränke in Form von Säften, Schorlen und sonstigen zuckerhaltigen Getränken von Geburt an zu unterbinden. Alle Kleinkinder würden dann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kariesfrei aufwachsen.“

Die aktuellen Zahlen – nur 52,6 bis 61,1 Prozent aller Sechsjährigen sind heute in Deutschland kariesfrei – sind aus Kühnischs Sicht „für eine Industrienation im dritten Jahrtausend ein Armutszeugnis!“

Die „Quintessenz“, Monatszeitschrift für die gesamte Zahnmedizin, ist der älteste Titel des Quintessenz-Verlags, sie wird 2019 wie der Verlag selbst 70 Jahre alt. Die Zeitschrift erscheint mit zwölf Ausgaben jährlich. Drei Ausgaben davon sind aktuelle Schwerpunktausgaben, die zusätzlich einen Online-Wissenstest bieten mit der Möglichkeit, Fortbildungspunkte zu erwerben. Abonnenten erhalten uneingeschränkten Zugang für die Online-Version der Zeitschrift und Zugang zur App-Version. Mehr Infos, Abo-Möglichkeit sowie ein kostenloses Probeheft bekommen Sie im Quintessenz-Shop.

Richtiges Wissen gegen Fehlentwicklungen

Die Behandlung der kleinen Patienten stellt Eltern und Zahnärzte vor besondere Herausforderungen, das Umsetzen präventiver Lösungsansätze ebenso: „Die immer wiederkehrende und nur logische Forderung nach präventiven Lösungsansätzen lässt sich schnell und richtig formulieren, aber häufig nur schwer umsetzen. Jede Familie ist anders und bedarf letztlich einer risikobezogenen, individuellen Gesundheitsaufklärung, damit präventionskonforme Verhaltensweisen wirkungsvoll und langfristig implementiert werden können. Dies unterstreicht die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer gezielten und kompetenten Information der (werdenden) Eltern, um mit dem richtigen Wissen potenziellen Fehlentwicklungen entgegenzutreten“, so Kühnisch.

Breites Themenspektrum

In dem unter seiner fachlichen Koordination zusammengestellten Schwerpunktheft erwarten die Leser Beiträge über Klinik, Ätiologie und Epidemiologie der frühkindlichen Karies, Folgen der Nichtbehandlung, Mikrobiologie, Prävention, Therapie in Sedierung oder Allgemeinanästhesie, endodontische Therapie, direkte Restaurationen, konfektionierte Kronen sowie Kariesmanagement am Milchzahn.

Außerdem geht es um „Lückenkontrolle nach vorzeitigem Milchzahnverlust – Strategien zur Vermeidung eines sekundären Platzmangels“, den vorzeitigen Milchzahnverlust und seine Folgen für die Gebissentwicklung aus kieferorthopädischer Sicht und im Interview mit Dr. Dana Adyani-Fard um Diagnose und Therapie der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation.

Über den CME-Online-Wissenstest im Heft können entsprechende Fortbildungspunkte erworben werden.

Titelbild: Zweijährige Patientin mit schwerer ECC, kariöser Zerstörung der oberen Milchschneidezahne und Fistelbildung an Zahn 51 sowie ausgedehnten kariösen Kavitationen an den ersten Milchmolaren. Auch die durchbrechenden Milcheckzähne weisen erste Kavitationen auf. Die gingivale Entzündung im Bereich der Frontzühne ist Symptom der unterlassenen Zahnpflege durch die Eltern. Quelle: Heinrich-Weltzien/Künisch: Frühkindliche Karies – Folgen der Nichtbehandlung, Quintessenz Zahnmedizin 2019;70:516-524