Was machen, wenn der Patient – kaum sitzt er im Behandlungsstuhl – schon wieder aufstehen muss, weil er mal „muss“? Dies ist eines der häufigsten Anzeichen für Harninkontinenz (HI), es gibt aber auch subtilere und gefährlichere Beispiele: Vermeidung von Terminen bis hin zu Kreislaufproblemen oder Komplikationen beim Termin, weil vor dem Arztbesuch das Trinken aus Angst vor Inkontinenz drastisch eingeschränkt wurde. Diese Einschränkung kann sich auch auf zahnärztliche Zuständigkeiten auswirken, zum Beispiel kann sich dadurch Mundtrockenheit verstärken.

Harninkontinenz hat starken Einfluss auf die Lebensqualität. Die Prävalenz bei der älteren Bevölkerung liegt zwischen 22 Prozent bei älteren Männern sowie 34 Prozent bei älteren Frauen und 90 Prozent bei Erkrankungen wie Demenz oder Alzheimer. Die Kontinenzversorgung macht ein Viertel der Pflegearbeitszeit in Heimen aus.

Die „Zeitschrift für Senioren-Zahnmedizin“  der Quintessenz Verlags-GmbH betrachtet die Behandlung und Versorgung älterer und alter Menschen aus verschiedenen Blickwinkeln. Dazu gehören Informationen zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ebenso wie Fortbildungsbeiträge zur Versorgung der älteren Patienten. Die Zeitschrift möchte mit Beiträgen aus der Zahnheilkunde, Geriatrie und Pflege ihren Lesern im täglichen Umgang mit alten Menschen umfassend zur Seite stehen. Darüber hinaus ist sie die offizielle Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ). Zur Online-Version erhalten Abonnenten kostenlos Zugang. Mehr Infos zur Zeitschrift, zum Abo und zum Bestellen eines kostenloses Probehefts finden Sie im Quintessenz-Shop.

Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, in der Zahnarztpraxis von HI betroffene Patienten zu haben. Die Zahnärzte Gonzalo Baez, Dominic Jäger und Dominik Niehues beschreiben in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Senioren-Zahnmedizin (2/20) sehr praxisnah, wie man sich in der Zahnarztpraxis auf diese Patienten einstellen kann und entwickeln Strategien für die Terminfindung, die Patiententoilette bis hin zur Anamnese, um diesen Patienten die zahnärztliche Behandlung weiter zu ermöglichen.

Auch andere Beiträge des Heftes behandeln wichtige „Nebenbaustellen“ dieser Patientengruppe: den Muskelschwund im Alter (Sarkopenie), Zahnmedizin in der Pflege in Zeiten von Corona und die Begleitung von Patienten, deren Gesundheitszustand sich innerhalb kurzer Zeit verschlechtert und die dadurch desolate Gebisszustände entwickeln. Dieser Beitrag von Dr. Nicole Primas zeigt, was in der SeniorenZahnMedizin wichtig ist: Geduld und alternative Therapieansätze, Empathie und Kreativität. Dann kann man auch mit wenigen Mitteln viel Lebensfreude zurückgeben.