Dr. Passant Atallah, Dr. Lucas Schirmer, Dr. Uwe Freudenberg und Prof. Dr. Carsten Werner vom Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V. (IPF) erhalten den Preis „Beste Entwicklung im Bereich Polymere für den Gesundheitsbereich – größtes Innovationspotenzial“ der ProMatLeben-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für die Entwicklung einer neuartigen Hydrogel-Wundauflage zur Behandlung chronischer Hautwunden, so eine Meldung auf idw online. Allein in Deutschland gibt es aktuell mehr als 900.000 Patienten mit chronischen Wundheilungsstörungen, die häufig auch an Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen leiden.

Molekularer Schwamm

Das Forscherteam konnte gemeinsam mit Partnern der Universität Leipzig Polymer-Netzwerke aus Derivaten des Glykosaminoglykans Heparin und verzweigtem Polyethylenglykol entwickeln, die wie ein „molekularer Schwamm“ entzündungsfördernde Signalmoleküle aus der Wunde aufnehmen können. Als besonders vorteilhaft stellte sich heraus, dass es die Gestaltung der Polymernetzwerke gleichzeitig erlaubt, die Wundheilung fördernde Signalmoleküle weitestgehend in der Wunde zu belassen. Da die Hydrogel-Wundauflage ohne die Freisetzung von bioaktiven Substanzen auskommt, bestehen gute Chance für die rasche Zulassung und Translation der neuen Technologie in die klinische Anwendung. Dazu wurde nun eine Hydrogel-beschichtete textile Wundkontakt-Auflage entwickelt und erfolgreich im Großtiermodell getestet. Das Team der Preisträger bereitet gegenwärtig die Ausgründung eines Unternehmens vor.

Das Titelbild zeigt das Wirkungsprinzip der ResCure Hydrogel-Wundgele. Bild: Zoltán Tanczik/VOR und Leibniz IPF Dresden