„Jetzt habe ich keine Angst mehr vor der beruflichen Zukunft.“ „Aus erster Hand zu erfahren, auch was schwierig ist, hat viel gebracht.“ „Ich fand es beruhigend zu hören, dass sich vieles ergibt, wenn man vertraut.“ So und ähnlich lautete das Feedback der Studentinnen, die kürzlich den ladies dental talk career in Gießen besuchten.

Die „career“-Reihe des ladies dental talk richtet sich speziell an junge Zahnmedizinerinnen, die noch studieren oder am Anfang ihrer Berufskarriere stehen. Die Abende sollen Mut machen, den eigenen Weg zu gehen und Berufs- und Privatleben selbstbestimmt zu gestalten. In Kooperation mit zahnmedizinischen Universitäten geben erfahrene Zahnärztinnen bei den Veranstaltungen persönliche Einblicke in unterschiedliche Karrierewege – zu den Freuden und Herausforderungen in Forschung, Lehre und eigener Praxis, zur Gründung, Mitarbeiterführung oder der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. So stand beim ladies dental talk career in Gießen Zahnärztin Dr. Rachida Siahi-Benlarbi den jungen Frauen über vier Stunden Rede und Antwort, gemeinsam mit den Expertinnen Andrea Bachmann (ApoBank, Finanzierung), Jasmin Schilling (PVS dental, Abrechnung), Danka Boden (Seip Dentaltechnik, Zahntechnik).

Dr. Rachida Siahi-Benlarbi: mit Leidenschaft und Ehrgeiz

Ein behindertes Kind zu haben, ist eine Herausforderung und „gleichzeitig ein Glück, denn man blickt nochmal anders auf die Welt“, sagt Dr. Rachida Siahi-Benlarbi. Mit der gleichen Leidenschaft und dem Ehrgeiz, die sie beim Marathonlaufen und Rennradfahren an den Tag legt, meistert die Zahnärztin mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendzahnheilkunde ihr (Berufs-)Leben und findet Rückendeckung bei ihrem Mann. Das Viertel, in dem sie in Gießen arbeitet, bezeichnet sie als „eher schwierig“, und geht doch jeden Tag gerne in die Praxis.

Klare Aussagen, die Mut machen

Was konnten die jungen Zahnmedizinerinnen beim Netzwerkabend in Marburg von der Zahnärztin wie auch ihren beiden Kolleginnen, die als angestellte beziehungsweise als Assistenzzahnärztin bei ihr arbeiten, lernen?

  • Es ist ein tolles Gefühl, die eigene Chefin zu sein, und die Praxis nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten und zu führen.
  • Mit klaren Worten, ehrlichem Interesse und ohne Berührungsängste komme ich als Zahnärztin mit Patienten unterschiedlichster Lebenssituationen und Hintergründen gut zurecht.
  • Beruf und Familienleben sind gut kombinierbar. Die Selbstständigkeit macht es möglich, den Praxisalltag so zu gestalten, wie es zum eigenen Leben passt.
  • Gleich, ob es um Gründung einer Gemeinschaftspraxis, neue Räumlichkeiten oder die Auswahl von Mitarbeitern geht, wichtig ist neben Zahlen und Fakten auch das Bauchgefühl.
  • Schnelligkeit und Sicherheit bei der Behandlung kommen mit der Erfahrung. Wichtig ist, sich nicht stressen und entmutigen zu lassen.
  • Gute Partner für Finanz-, Steuer-, Abrechnungs- und Versicherungsfragen wie auch für die Zahntechnik machen das (Praxis-)leben einfacher. So kann man sich auf die Arbeit als Zahnärztin konzentrieren und auch Freizeit haben.
  • Buchhaltung ist bei vielen nicht beliebt, aber wichtig. Als Chefin muss ich den Überblick behalten und mich deshalb auch mit betriebswirtschaftlichen Fragen befassen.
  • Es ist möglich, Kinder zu haben und eine eigene Praxis! Jede muss nur für sich herausfinden, was ihr wie wichtig ist, und den Rest darum herum gestalten.
  • Wer beliebt sein will, sollte nicht Chefin werden. Eine Chefin muss auch mal durchgreifen, klare Vorgaben machen und ohne Rücksicht Forderungen stellen. Und es heißt klar und selbstbewusst sein, auch bei Selbstzahlerleistungen.

„Austausch hat gut getan“

Mal ganz offen reden zu können, auch über Kosten, die Chefin-Rolle, Kinderwunsch und Praxis oder Mitarbeiterführung, das tue gut, so die einhellige Meinung der mehr als 20 Studentinnen, die in Gießen dabei waren. Noch lange standen sie nach dem offiziellen Teil zusammen, tauschten sich über das Gehörte und mit den Expertinnen aus. „Nächstes Jahr kommen wir wieder!“, hieß es zum Schluss.

Intensiver Austausch mit den Zahnärztinnen und Expertinnen (Foto: ldt)

Ein dickes Dankeschön ging in Gedanken an Professorin Carolina Ganß vom Universitätsklinikum Gießen, die im Vorfeld für die Bekanntgabe der Veranstaltung gesorgt hatte, dann aber wegen Krankheit nicht teilnehmen konnte.

Das Netzwerk – regelmäßige Treffen

Regelmäßig treffen sich Studentinnen beim ladies dental talk career oder ladies dental talk zum Austausch mit niedergelassenen Zahnärztinnen und Expertinnen der Dentalbranche. Studentinnen, die das Netzwerk für sich nutzen und über weitere Termine und interessante Neuigkeiten informiert werden möchten, finden nähere Informationen unter www.ladies-dental-talk.de.

Titelbild: Intensive Gespräche gab es beim ladies dental talk career in Gießen (Foto: ldt)