Fast jeder Mensch steckt sich in seinem Leben mit humanen Papillomaviren (HPV) an. Die meisten davon sind harmlos, einige gelten allerdings als Hochrisikoviren, die Krebserkrankungen auslösen können. Vor allem die sexuell übertragbaren Hochrisiko-HPV-Typen 16, 18 und 33 werden in Zervixkarzinomen, Vulvakarzinomen und deren Vorstufen häufig nachgewiesen. Zudem werden immer mehr Kopf-Hals-Tumoren beobachtet, bei denen sich HPV finden, aber die Patienten keine der anderen Risikofaktoren wie Rauchen/Tabakkonsum oder Alkoholkonsum zeigen (siehe die Informationen des Krebsinformationsdienstes).

Informationen des Krebsinformationsdienstes zu HPV und Kopf-Hals-Tumoren

„Eine Infektion mit HPV gilt heute als einer der Hauptrisikofaktoren für bestimmte Plattenepithelkarzinome im Kopf-Hals-Bereich. […] Als Kopf-Hals-Tumoren bezeichnen Fachleute Tumoren des Mundes und des Rachens (Oropharynx), der inneren Nase und der Rachenanteile zur Nase hin (Nasopharynx), Krebs der Gaumenmandeln (Tonsillen), des Schlundes (Hypopharynx) oder auch des Kehlkopfes (Larynx) und der Luftröhre (Trachea).

Mit einer Papillomvireninfektion werden zurzeit vor allem Krebs des Rachens und Krebs der Gaumenmandeln in Verbindung gebracht. Laut einer Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) ist eine HPV-Infektion bei etwa 4 von 100 Tumoren der Mundhöhle und bei 18 von 100 Tumoren des Rachens beteiligt. Aus anderen Studien ergeben sich noch höhere Werte für HPV-positive Tumoren. Für Kehlkopfkrebs wird ebenfalls ein Zusammenhang vermutet.

Auffallend ist bei vielen HPV-positiven Krebspatienten, dass sonst typische Risikofaktoren für Tumoren im Kopf-Hals-Bereich seltener sind, beispielsweise starker Tabakgenuss und Alkoholkonsum.“

Quelle: https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/hpv2.php, 2018 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum, Telefon 0800–420 30 40 oder krebsinformationsdienst@dkfz.de

Seit einigen Jahren sind Impfstoffe gegen die wichtigsten Hochrisiko-Viren verfügbar. Die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren (der vollständige Impfschutz soll idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr gegeben sein). Noch nicht geimpfte Jugendliche können die Impfung bis einen Tag vor dem 18. Geburtstag auf Kosten der Krankenkasse nachholen. Erwachsene müssen die Kosten für die Impfung in der Regel selbst tragen.

Frühe Impfung besonders wichtig

Eine frühe Impfung scheint als Schutz vor HPV-bedingten Tumorerkrankungen entscheidend zu sein, wie eine jetzt in „The Lancet“ veröffentlichte Studie zeigt (Silverberg Michael J, et al. Effectiveness of catch-up human papillomavirus vaccination on incident cervical neoplasia in a US health-care setting: a population-based case-control study. The Lancet Child&Adolescent Health, Published:August 07, 2018 DOI:https://doi.org/10.1016/S2352-4642(18)30220-7.) Sie untersuchten anhand der Versicherungsdaten von Frauen, die an einem großen Früherkennungsprogramm teilgenommen haben, den Impfstatus, das Auftreten von HPV-assoziierten Krebsvorstufen und Tumoren und die mögliche Korrelation zu Impfstatus und Alter bei der Impfung (erste Impfdosis). Dabei zeigte sich, dass die Wirkung der Impfung bei jenen Frauen besonders gut war, die zwischen dem 14. und 20. Lebensjahr alle drei Impfdosen erhalten hatten.

Die Autoren empfehlen eine Impfung möglichst bis zum 20. Lebensjahr. Wird die erste Impfdosis später (nach dem 21. Lebensjahr) verabreicht, ist die Schutzwirkung nicht mehr so günstig. In Deutschland wird von der STIKO aktuell eine Impfung noch bis zum 26. Lebensjahr empfohlen.

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