Harsche Kritik an Bertelsmann-Studie

Die Bertelsmann-Stiftung hat aus ihrem Projekt „Integrierte Krankenversicherung“ am 17. Februar 2020 eine neue Studie vorgelegt und damit viel mediale Aufmerksamkeit, aber auch harsche Kritik bekommen. Laut Studie könnten unter anderem die Beiträge um bis zu 145 Euro im Jahr sinken, wenn alle Bürger, auch jetzt Privatversicherte, in eine einheitliche Krankenversicherung einzahlen würden. Dabei schränken schon die Autoren selbst die Aussagekraft ihrer Ergebnisse ein: „Dabei handelt es sich um eine rein rechnerische Schätzung von Finanzierungseffekten für den hypothetischen Fall, dass alle gegenwärtig in der PKV vollversicherten Personen in der GKV versichert wären. Damit handelt es sich ausdrücklich nicht um ein realistisches, ‚umsetzungsnahes‘ Szenario“.

Die Reaktion des PKV-Verbands: „Dem ist nichts hinzuzufügen.“ „Die Bertelsmann-Studie ist ein Rechenexempel im luftleeren Raum. Die angebliche Ersparnis von 145 Euro im Jahr ginge voll zu Lasten der ärztlichen Versorgung“, so PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther. Die PKV hat zur Studie auch einen Faktencheck erstellt.

Bundesärztekammerpräsident Dr. Klaus Reinhardt wurde in seiner Kritik ebenfalls deutlich: „Die Auftragsarbeit der Bertelsmann-Stiftung ist ein Griff in die ideologische Mottenkiste und wurde offenbar in Unkenntnis des jüngsten Gutachtens der Wissenschaftlichen Kommission für ein modernes Vergütungssystem der Bundesregierung (KOMV) verfasst. Die KOMV hatte einer Vereinheitlichung der Systeme einstimmig eine Absage erteilt. Stattdessen spricht sie sich für den Erhalt des dualen Krankenversicherungssystems sowie für Reformen bei Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV) aus. Die Bertelsmann-Stiftung sollte sich an der Diskussion über praxistaugliche Lösungen beteiligen, statt ideologisch motivierte Debatten von vorgestern zu führen.“ Die Autoren präsentierten „mehr als zweifelhafte Zahlenspielereien, mit denen erneuet Forderungen nach der Einführung einer Einheitsversicherung auf die politische Agenda gedrückt werden sollen“, so Reinhardt. (Quelle: Bertelsmannstiftung/PKV-Verband/BÄK)

ZÄK Nordrhein: Haushalt ist Chefsache

Vier Tage nach der konstituierenden Kammerversammlung der Zahnärztekammer Nordrhein hat der neue Vorstand unter Dr. Ralf Hausweiler und Dr. Thomas Heil erste Eckpunkte für die gemeinsame Arbeit festgelegt. Haushalt ist ab sofort Chefsache. Das neu gewählte Präsidium wird den Fokus seiner Arbeit in den kommenden Wochen und Monaten vor allem auf die Konsolidierung des Haushaltes legen.

„Wir haben große Herausforderungen zu bewältigen und wichtige Entscheidungen zu treffen, die weitgehend und einschneidend sein werden. Die Bereiche EDV, Flächenmanagement, Karl-Häupl-Institut und Struktur der ZÄK Nordrhein werden wir auf den Prüfstand stellen und kritisch hinterfragen, um den Haushalt zukunftssicher zu gestalten und die Kammer auf ein starkes Fundament zu stellen“, kündigt Hausweiler an. Ergänzend fügt Heil hinzu: „Es liegt ein immenses Arbeitspensum vor uns, das wir umgehend in Angriff nehmen. Wir werden zielorientierte Konzepte erarbeiten und diese schnellstmöglich umsetzen, um der Kammerversammlung einen soliden Haushalt zur Abstimmung vorzulegen.“

In der Kammerversammlung sind in der neuen Legislaturperiode 47 neue und vor allem jüngere Delegierte vertreten. Der Anteil der weiblichen Delegierten ist von 16,5 Prozent auf 40 Prozent angestiegen. Dies ist vor allem dem Wahlerfolg der in Köln und Düsseldorf angetretenen Listen des Verbands der Zahnärztinnen in Nordrhein zuzuordnen, die allein 18 Sitze für Frauen gewinnen konnten. Aber auch auf vielen anderen Listen kandidierten mehr Frauen auf den vorderen Plätzen und wurden gewählt. Damit sind 48 der 121 Delegierten weiblich. (Quelle: Pressemeldung der ZÄK Nordrhein vom 13.02.2020)

Neuer Name für das Coronavirus

Das aktuell aktive Coronavirus hat in der offiziellen Nomenklatur einen neuen Namen bekommen: Es heißt jetzt Covid-19 (Coronavirus SARS-CoV-2). Das Robert Koch-Institut hat in der aktuellen Ausgabe des Epidemiologischen Bulletins vom 13. Februar 2020 die aktuellen Informationen zum Virus, zur Erkrankungsrate und zu den empfohlenen Schutzmaßnahmen aktualisiert. Außerdem gibt es auf der eigens eingerichteten Internetseite weitere Informationen für Bevölkerung und Fachkreise. Insgesamt seien in Deutschland 16 Fälle von Infektionen mit dem Virus bekannt. „Viele Eigenschaften des SARS-CoV-2 sind momentan noch nicht bekannt, zum Beispiel der Zeitraum der höchsten Ansteckungsfähigkeit (Infektiosität), die genaue Zeitdauer, bis nach Ansteckung bei einem Infizierten Symptome erkennbar sind (Inkubationszeit), wie schwer die Krankheit verläuft oder über welchen Zeitraum Erkrankte Viren ausscheiden beziehungsweise noch infektiös sind. Die Situation entwickelt sich sehr dynamisch und muss ernst genommen werden. Das RKI beobachtet und analysiert die Lage sehr genau und leitet daraus Empfehlungen für Infektionsschutzmaßnahmen ab, die an die jeweilige Situation angepasst sind“, heißt es dazu im Bulletin. (Quelle: Internetseite des RKI/Epidemiologisches Bulletin 7/2020)

CompuGroup Medical SE (CGM) gewinnt Dirk Wössner als CEO

Der Gründer und aktuelle Vorstandsvorsitzende der CompuGroup Medical, Frank Gotthardt (69), wechselt nach 33 Jahren an die Spitze des Unternehmens nun in den Aufsichtsrat. Neuer Vorstandsvorsitzender wird Dr. Dirk Wössner (51), aktuell Vorstandsmitglied bei der Deutschen Telekom AG und dort für das Deutschlandgeschäft zuständig. Diese Nachricht hat nicht nur in der Bonner Region für großes Aufsehen gesorgt, da Wössner bei seiner Ankündigung, die Telekom zu verlassen, zunächst nicht das Unternehmen genannt hatte, zu dem er wechselt.

Frank Gotthardt, Gründer und Vorstandsvorsitzender der CGM (Foto: CGM)

Gotthardt wird den Vorstandsvorsitz spätestens zum Jahresende an seinen Nachfolger Wössner übergeben. Das gab das Unternehmen am 12. Februar 2020 bekannt. Laut Beschluss des Aufsichtsrats soll Dirk Wössner spätestens zum 1. Januar 2021 den Vorstandsvorsitz des MDAX-Unternehmens übernehmen. Gleichzeitig soll Gotthardt in den Aufsichtsrat der CGM wechseln und dort den Vorsitz übernehmen. Mit Dirk Wössner übernehme eine international sehr erfolgreiche und innovative Führungspersönlichkeit das Ruder bei der CGM. „In Kombination mit einem frisch gestärkten Gesamtvorstand und einem künftigen Aufsichtsratsvorsitzenden, der den Markt international kennt wie kaum ein Zweiter, erschafft CompuGroup Medical so eine perfekte Startrampe für weitere große Erfolge und umfangreiches Wachstum im hochdynamischen Markt der Healthcare-IT“, zeigt man sich optimistisch.

Gotthardt hatte 1987 die heutige CompuGroup Medical SE gegründet. Inzwischen ist die CGM eines der weltweit führenden Unternehmen für Informationstechnologie in der Gesundheitsversorgung mit eigenen Standorten in 19 Ländern und über 5.500 Mitarbeitern. Mehr als eine Millionen Mediziner, Pflegekräfte und viele andere Gesundheitsberufe nutzen die Software der CGM in 56 Ländern weltweit. Bürger und Patienten profitierten heute ebenfalls von den innovativen Produkten des Unternehmens, wie CGM LIFE und CLICKDOC zum sicheren Management von Gesundheitsdaten sowie komfortabler Kommunikation mit den Gesundheitsprofis in Arzt- und Zahnarztpraxen, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens.

„Dirk Wössner ist der Unternehmer, der Teamführer, von dem ich erwarte, dass er die hohe Wachstumsgeschwindigkeit der CGM mindestens beibehält, möglichst sogar steigert. Er ist ein enorm erfolgreicher, international erfahrener, sehr agiler und IT-affiner Unternehmenslenker, der sowohl im B2C- als auch im B2B-Geschäft zu Hause ist“, betont Gotthardt und ergänzt: „Im großen Wachstumsmarkt eHealth ist die CGM ein führender Anbieter in Europa. Darauf aufbauend wird Dirk Wössner mit seiner Kompetenz, seinem Charisma und seinem Ehrgeiz neue spannende und Wert schaffende Ziele setzen und erreichen.“ Der Zeitpunkt der Nachfolge sei laut Gotthardt perfekt gewählt, denn die digitale Transformation in der Gesundheitsversorgung dränge mit aller Macht nach vorne und die enormen Potentiale dieser neuen Zeit gelte es nun, mit vereinten Kräften zu heben. (Quelle: CGM)

Brexit: Rentenansprüche von Medizinern sichern

Mit Blick auf den sogenannten Brexit hat der Hartmannbund die politisch Verantwortlichen auf nationaler wie auf EU-Ebene aufgefordert, sicherzustellen, dass „rechtmäßig erworbene Rentenansprüche, sowohl der gesetzlichen wie der privaten Rentenversicherungen, unbürokratisch nach Deutschland beziehungsweise in die EU transferiert werden können“. Allein etwa 52.000 Renten würden derzeit an Versicherte gezahlt, die ihren Wohnsitz in Deutschland und Versicherungszeiten in Großbritannien erworben haben – unter ihnen viele Mediziner, so Dr. Christian Schamberg-Bahadori, Vorstandsmitglied des Hartmannbundes und HB-Landesvorsitzender von Rheinland-Pfalz. Hinsichtlich der besonderen Bedeutung grenzüberschreitender Versorgung durch Ärztinnen und Ärzte müsse man die Rentenansprüche der Kolleginnen und Kollegen im Auge behalten, mahnte Schamberg-Bahadori.

Nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union haben beide Seiten angekündigt, im Laufe des Jahres die beiderseitigen Beziehungen hinsichtlich der Rentenansprüche von Versicherten neu zu regeln. Das bestehende EU-Recht gilt voraussichtlich nur noch bis zum 31. Dezember 2020. Schamberg-Bahadori: „Bei der Überführung, insbesondere der privaten Rentenansprüche, gibt es viele administrative Fallstricke, wie ein persönliches kostenpflichtiges Gespräch bei einem Finanzberater in Großbritannien oder die Tatsache, dass es nur ganz wenige ‚anerkannte Versicherungen‘ (weder BFA noch irgendeine Ärzteversorgung sind hierfür anerkannt) gibt: Vor diesem Hintergrund wäre es sehr hilfreich, wenn sich eine der Ärzteversorgungen um die Entgegennahme und dann die Verteilung dieser Rentenansprüche kümmert. Da viele Menschen davon betroffen sind, sollten die Neuregelungen zeitnah ausgehandelt werden.“ Hierbei gehe es nicht nur um die Sicherung der Lebensqualität im Alter, sondern auch um die Gerechtigkeit einem Jeden gegenüber, der sich Rentenansprüche in Großbritannien erworben hat – in dem damaligen Bewusstsein, dass diese als Teil eines gemeinsamen Europas, auch in den anderen Mitgliedsstaaten sicher seien.

Schamberg-Bahadori betont: „Die Betroffenen dürfen nicht schutzlos der Willkür der Versicherungen und britischer Regelungen ausgeliefert werden. Dieses zeichnet sich bereits jetzt mit den Auszahlungen von Gesamtsummen und gegebenenfalls dann später durch monatliche Zahlungen mit sehr hohen Überweisungskosten ab – ganz abgesehen von der Unsicherheit durch nicht absehbare Kursentwicklung der Währungen“. (Quelle: Hartmannbund)

Verbreitung über Tröpfchen, Hände und Oberflächen

Wie lange leben Coronaviren (wie das 2019-nCoV) auf Oberflächen? Mit welchen Mitteln lassen sie sich wirksam abtöten? Alle Antworten, die die Forschung zu solchen Fragen derzeit kennt, hat ein Forschungsteam aus Greifswald und Bochum zusammengestellt und am 6. Februar 2020 im Journal of Hospital Infection veröffentlicht(Günter Kampf, Daniel Todt, Stephanie Pfaender, Eike Steinmann: Persistence of coronaviruses on inanimate surfaces and its inactivation with biocidal agents, in: Journal of Hospital infection 2020, DOI: 10.1016/j.jhin.2020.01.022).

Wie alle Tröpfcheninfektionen verbreitet sich das Virus auch über Hände und Oberflächen, die häufig angefasst werden. „Im Krankenhaus können das zum Beispiel Türklinken sein, aber auch Klingeln, Nachttische, Bettgestelle und andere Gegenstände im direkten Umfeld von Patienten, die oft aus Metall oder Kunststoff sind“, erklärt Prof. Dr. Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald. Gemeinsam mit Prof. Dr. Eike Steinmann, Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB), hatte er für ein geplantes Fachbuch bereits umfassende Erkenntnisse aus 22 Studien über Coronaviren und deren Inaktivierung zusammengestellt. „In der aktuellen Situation schien es uns das Beste, diese gesicherten wissenschaftlichen Fakten vorab zu veröffentlichen, um alle Informationen auf einen Blick zur Verfügung zu stellen“, so Eike Steinmann.

Die ausgewerteten Arbeiten, die sich unter anderem mit den Erregern Sars-Coronavirus und Mers-Coronavirus befassen, ergaben zum Beispiel, dass sich die Viren bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen halten und infektiös bleiben können. Im Schnitt überleben sie zwischen vier und fünf Tagen. „Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit steigern ihre Lebensdauer noch“, so Kampf.

Tests mit verschiedensten Desinfektionslösungen zeigten, dass Mittel auf der Basis von Ethanol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit gegen die Coronaviren gut wirksam sind. Wendet man diese Wirkstoffe in entsprechender Konzentration an, so reduzieren sie die Zahl der infektiösen Coronaviren binnen einer Minute um vier sogenannte log-Stufen, was zum Beispiel bedeutet von einer Million auf nur noch 100 krankmachende Partikel. Wenn Präparate auf anderer Wirkstoffbasis verwendet werden, sollte für das Produkt mindestens eine Wirksamkeit gegenüber behüllten Viren nachgewiesen sein („begrenzt viruzid“). „In der Regel genügt das, um die Gefahr einer Ansteckung deutlich zu reduzieren“, meint Günter Kampf. Die Experten nehmen an, dass die Ergebnisse aus den Untersuchungen über andere Coronaviren auf das neuartige Virus übertragbar sind. „Es wurden unterschiedliche Coronaviren untersucht, und die Ergebnisse waren alle ähnlich“, sagt Eike Steinmann. (Quelle: Ruhr-Universität Bochum)

Weniger Beschwerden beim PKV-Ombudsmann

Privatversicherte haben sich im vergangenen Jahr deutlich weniger beim Ombudsmann der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung über ihren Versicherer beschwert. Das zeigt der aktuelle Tätigkeitsbericht 2019 der Schlichtungsstelle. Insgesamt gingen im Jahr 2019 5.953 Anträge beim PKV-Ombudsmann ein – rund 19 Prozent weniger als noch im Vorjahr (2018: 7.328). Besonders auffällig sei der starke Rückgang von Beschwerden zur Beitragshöhe beziehungsweise Beitragsanpassung in der Krankheitskostenvollversicherung. Ihre Zahl sei um mehr als 80 Prozent auf nunmehr 250 Anträge (2018: 1.504) gesunken.

In vier von fünf Fällen zogen die Beschwerdeführer die Schlichtungsstelle bei Meinungsverschiedenheiten zur Krankheitskostenvollversicherung hinzu. Dabei ging es sehr häufig um Gebührenstreitigkeiten (20,4 Prozent der Schlichtungsanträge) und die Feststellung der medizinischen Notwendigkeit (16,6 Prozent), gefolgt von Beschwerden zur Kostenerstattung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln (14,9 Prozent). Die Schlichtungsverfahren zu den Zusatzversicherungen betrafen hauptsächlich die Auslegung der Vertragsbedingungen. Diese machten rund ein Drittel aller 758 Anträge aus.

Der PKV-Ombudsmann ist für die rund 40 Millionen bestehenden Versicherungspolicen in der Krankheitskostenvoll-, Zusatz- und Pflegeversicherung zuständig. Setzt man die Zahl der Verträge ins Verhältnis zu den Beschwerden, so liegt die Beschwerdequote bei unter 0,02 Prozent. „Dies spricht für eine weiterhin hohe Zufriedenheit der Versicherten mit ihrer privaten Krankenversicherung und insbesondere auch für ein lösungsorientiertes Beschwerdemanagement der Krankenversicherer“, bewertet Ombudsmann Heinz Lanfermann die neusten Zahlen. (Quelle: PKV-Verband)

Freie Zahnärzte Westfalen-Lippe mit Nachlese zur konstituierenden Kammersitzung

Die konstituierende Sitzung der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe am 1. Februar 2020 brachte einige Überraschungen in den Wahlen zum Vorstand (siehe unten). So ist mit Dr. Sinje Trippe-Frey erstmals eine Vertreterin der Freien Zahnärzte Westfalen-Lippe und damit der Opposition in den Vorstand gewählt worden. Die Freien Zahnärzte Westfalen-Lippe haben ihre Sicht auf die Ereignisse einer sehr langen konstituierenden Kammerversammlung jetzt in einer Pressemitteilung zusammengestellt. Neben der Freude über den Wahlerfolg lenken die Freien Zahnärzte hier den Blick aber auch auf die nicht einfachen Mehrheiten in der Kammerversammlung, in der der Freie Verband Deutscher Zahnärzte zwar immer noch die stärkste Fraktion stellt, aber nicht mehr über eine Mehrheit verfügt und sich Koalitionspartner suchen muss. Dies sei in der ersten Versammlung nicht immer gelungen, da offensichtlich auch nicht alle Freiverbandsdelegierten der Verbandslinie gefolgt sind, so die Analyse. (Quelle: Pressemitteilung der Freien Zahnärzte Westfalen-Lippe)

DGAZ-Seminar am 14. Februar 2020 in größeren Hörsaal verlegt

Damit war nicht zu rechnen, so die DGAZ: Die Zahl der Anmeldungen zum dritten Symposium „Senior*Innen-Zahnmedizin im Praxisalltag“ von Deutscher Gesellschaft für AlterszahnMedizin (DGAZ) und Uniklinik Köln am Valentinstag, 14. Februar 2020, übersteigt die Kapazitäten des ursprünglich als Veranstaltungsort vorgesehenen Großen Hörsaals der Zahnklinik Köln.

„Wir freuen uns, dass wir bislang schon über 160 Anmeldungen verzeichnen können“, so DGAZ-Vorstandsmitglied Dr. Dirk Bleiel. „Deshalb ist aber ein Umzug unumgänglich.“ Neuer Veranstaltungsort ist der Hörsaal 1 der Anatomie, Josef-Stelzmann-Straße 60, 50931 Köln.

Das Symposium findet von 14 bis 18.30 Uhr statt. Weitere Teilnehmer sind herzlich willkommen, so die DGAZ. (Quelle: DGAZ)

Maßnahmen bei Medikamentenengpässen im Gesetz

Der Bundestag wird am 13. Februar 2020 in dritter Lesung das Gesetz für einen fairen Kassenwettbewerb beraten und beschließen. Es soll Regelungen hinsichtlich der immer häufiger auftretenden Engpässe bei Medikamenten und Wirkstoffen enthalten. Das teilte der Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich (CDU), am 5. Februar 2020 auf einer Veranstaltung des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller (BAH) in Berlin mit. Schon seit längerem beklagen Ärzte, Apotheker und Verbraucher-/Patientenschutzverbände, dass Medikamente und Wirkstoffe immer häufiger nicht lieferbar oder verfügbar seien. Mediziner und Patienten müssten dann auf andere Wirkstoffe oder Präparate ausweichen, die wegen  Nebenwirkungen oder Problemen mit der Verträglichkeit nicht immer eine geeignete Alternative sind. Kritisiert wurden hier unter anderem die unzureichenden Rabattverträge der Krankenkassen mit einzelnen Anbietern. Auch wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Konzentration auf wenige Hersteller von Wirkstoffen, deren Anlagen fast ausschließlich außerhalb Europas liegen, eine Gefahr darstelle. Die jetzt im Gesetz geplanten Maßnahmen seien ein erster Schritt, so der Arzneimittelexperte der Union. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt)

Bundessozialgericht befasst sich mit der Zahl der Vorbereitungsassistenten im Z-MVZ

Am 12. Februar 2020 wird sich der 6. Senat des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel unter den vertragsarztrechtlichen Angelegenheiten unter anderem mit der Klage eines Betreibers eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) mit mehreren Zahnärzten gegen die Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein befassen. Es geht um die Zahl der Vorbereitungsassistenten, die ein Z-MVZ mit nur angestellten Zahnärzten beschäftigen darf. Der Z-MVZ-Betreiber wollte zwei Vorbereitungsassistenten zeitgleich beschäftigen, die KZV Nordrhein genehmigte jedoch nur einen. Die Vorinstanz, das Sozialgericht Düsseldorf (Az.: S 2 KA 77/17, Urteil vom 5. Dezember 2018) hat die Fortsetzungsfeststellungsklage mit der Begründung abgewiesen, dass sechs Monate der zweijährigen Vorbereitungszeit bei einem Vertragszahnarzt absolviert werden müssten. Das sei erforderlich, damit der Assistent auf eine Tätigkeit als frei praktizierender Vertragszahnarzt vorbereitet werde. Diesen Anforderungen genüge in einem MVZ nur ein dort tätiger Vertragszahnarzt, nicht jedoch ein Angestellter.

Dagegen wendet sich der MVZ-Betreiber nun mit seiner Sprungrevision zum BSG. Er führt an, dass die maßgebenden Bestimmungen der Zahnärzte-Zulassungsverordnung keine Beschränkung der Zahl der in einem MVZ beschäftigten Vorbereitungsassistenten regelten. Der Sinn der Vorbereitungszeit bestehe in erster Linie in der Vermittlung von Kenntnissen und Erfahrung im Bereich der praktischen zahnärztlichen Tätigkeit. Dazu seien auch die angestellten Zahnärzte eines MVZ in der Lage. Die Vorbereitungszeit bereite den Zahnarzt nicht allein auf eine anschließende selbstständige Tätigkeit als Vertragszahnarzt vor, sondern ebenso auf eine Tätigkeit als angestellter Zahnarzt. (Quelle: Terminvorschau 2/20 des BSG)

GKV-SV zu Gutachten: Lieferengpässe nicht Rabattverträgen anlasten

In die Diskussion um Lieferengpässe bei Arzneimitteln könnte ein aktuelles Gutachten im Auftrag des GKV-Spitzenverbands neue Aspekte bringen. Die Experten des Instituts der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) kommen nach der Untersuchung einer Wirkstoffauswahl in vier europäischen Ländern und einer internationalen Literaturrecherche zu zwei zentralen Erkenntnissen, so der GKV-SV: Zum einen nehmen Lieferengpässe weltweit zu – ganz unabhängig von der jeweiligen Ausgestaltung der nationalen Gesundheitssysteme. Zum anderen lässt sich kein Zusammenhang zwischen Lieferengpässen und Ausschreibungsinstrumenten wie den Rabattverträgen in Deutschland ableiten. Im Gegenteil: Bei den untersuchten EU-Staaten kam es bei Arzneimitteln aus einem Rabattvertrag seltener zu Lieferengpässen als bei Arzneimitteln ohne einen solchen Vertrag. Als Hauptursache für Lieferengpässe bei Arzneimitteln machen die Gutachter dagegen Produktions- und Qualitätsprobleme seitens der Hersteller aus.

Stefanie Stoff-Ahnis (Foto: GKV-SV)

„Das Gutachten bestätigt unsere Forderung, Lieferengpässe bei Arzneimitteln verpflichtend zu melden – und zwar nicht nur von den Herstellern, sondern auch von Großhändlern und Apotheken. Mit einem obligatorischen Melderegister, wie es die Gutachter als zentrales Instrument empfehlen, hätten wir endlich die notwendige Transparenz, um Lieferengpässe bewältigen oder sogar verhindern zu können. Von einem solchen Schritt würden Patientinnen und Patienten profitieren“, so Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband.

Als weitere Schlussfolgerungen für Deutschland empfehlen die Gutachter zum Beispiel Sanktionen, wenn Meldungen über Lieferengpässe an ein Register nicht rechtzeitig erfolgen und wenn es zu Produktionsengpässen der Hersteller kommt. „Die Politik hat bereits erkannt, dass die Kombination aus verpflichtender Meldung und Sanktion richtig und zielführend ist, wie die geplanten Änderungen am GKV- FKG zeigen“, so Stoff-Ahnis weiter. Die Gutachter raten außerdem dazu, Lieferengpässe länderübergreifend zu diskutieren. „Durch die Ratspräsidentschaft in der EU bekommt Deutschland in der zweiten Jahreshälfte die Chance, diesen Punkt auf die Agenda zu setzen, um für alle Patientinnen und Patienten in Europa abgestimmte Strategien und Lösungen zu finden.“ (Quelle: GKV-SV)

PKV-Ombudsmann mit neuer Internetseite

Die Schlichtungsstelle der Privaten Krankenversicherung, der PKV-Ombudsmann, präsentiert sich seit diesem Jahr auf einer neuen Internetseite. Ziel sei es, das Einreichen eines Schlichtungsantrags weiter zu vereinfachen, so der PKV-Verband. So ist das notwendige Formular nun noch schneller auffindbar und leichter auszufüllen. Zudem können mehr Dokumente als früher hinzugefügt werden. Seit 2014 hat der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete und beamtete Staatssekretär im Bundesjustizministerium Heinz Lanfermann das Amt des PKV-Ombudsmanns inne. Lanfermann war auch gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. (Quelle: PKV-Ombudsmann)

Coronavirus: Informationen für Ärzte und Personal

Das neuartige Coronavirus 2019-nCoV ist inzwischen auch in Deutschland nachgewiesen. Was Ärzte wissen sollten, hat das Robert Koch-Institut auf einer Serviceseite im Internet zusammengestellt. Dabei geht es um die Diagnostik und den Umgang mit Probenmaterial, aber auch um Hygienemaßnahmen und das Management von Kontaktpersonen. Das Robert Koch-Institut bietet außerdem Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus.

Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm hat Empfehlungen für Ärzte und Pflegepersonal zum Umgang mit Verdachtsfällen und an einer Infektion mit dem Coronavirus 2019_nCoV erkrankten Fällen zusammengestellt. Die Experten gehen davon aus, dass sich das Virus vor allem durch den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch über eine Tröpfcheninfektion und kontaminierte Gegenstände verbreitet. (Quelle: RKI/ECDC)

Verschärfte Meldepflicht für 2019-nCoV seit 1. Februar 2020

Das Bundesgesundheitsministerium hat am 30. Januar 2020 eine Eilverordnung zur Meldepflicht für das neue Coronavirus erlassen. Danach müssen Ärzte seit 1. Februar 2020 alle Verdachts , Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus namentlich dem örtlichen Gesundheitsamt melden. Verdachtsfälle müssen abgeklärt werden.

Ebenfalls seit 1. Februar gilt eine Vereinbarung, die die KBV und der GKV-Spitzenverband zur labordiagnostischen Abklärung getroffen haben. Danach übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bei begründeten Verdachtsfällen die Kosten für den Test auf das neuartige Coronavirus (2019-nCoV). Dieser darf allerdings nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie durchgeführt werden. (Quelle: KBV)

Bessere Händehygiene und weniger nosokomiale Infektionen durch technisches Feedback System

In Deutschland liegt die Prävalenz nosokomialer Infektionen (NI) auf Intensivstationen bei 15 bis 20 Prozent. Diese NI gehen mit einer deutlich erhöhten Letalität einher, verlängern die Krankenhausverweildauer und verursachen zusätzliche Kosten. Die Mehrzahl der NI wird durch die Hände der Mitarbeitenden übertragen. Eine der wirksamsten Maßnahmen zur Unterbrechung von Infektionsketten in Gesundheitseinrichtungen und damit zur Prävention von NI ist die hygienische Händedesinfektion. Obwohl dies bekannt ist, ist die Compliance insgesamt gering und die Ausführung oft insuffizient.

In der Ausgabe 5/2020 des Epidemiologischen Bulletins berichten Experten des Helios-Klinikums Krefeld über den begleiteten Einsatz eines anonym arbeitenden technischen Systems, das sowohl dem einzelnen Mitarbeiter als auch der gesamten Station ein Feedback zur ausreichenden Dauer und Häufigkeit der Händehygiene gibt. Damit hatten sich sowohl die Compliance für die Händehygiene deutlich verbessern als auch die Zahl der NI signifikant reduzieren lassen. Der positive Effekt auf die Händedesinfektion, ablesbar am Verbrauch von Händedesinfektionsmitteln, habe auch nach Abbau des elektronischen Systems angehalten, so die Autoren. Das System habe die Compliance zudem deutlich stärker verbessert als andere Maßnahmen wie Schulungen etc. (Quelle: Epidemiologisches Bulletin 5/2020)

Beinahe jedes 4. Z-MVZ mit Fremdinvestoren

Im dritten Quartal 2019 gab es bundesweit bereits 169 rein zahnärztliche Medizinische Versorgungszentren mit Investorenbeteiligung (I-MVZ). Damit standen solche Fremdinvestoren hinter beinahe jedem vierten der insgesamt 738 rein zahnärztlichen Versorgungszentren (Z-MVZ) in Deutschland zu dem genannten Zeitpunkt. Prognostiziert werden jeweils weiter steigende Zahlen in den kommenden Monaten. „Die Aufrechterhaltung der flächendeckenden, wohnortnahen und qualitätsgesicherten Versorgung wird mit dem Geschäftsmodell der Investoren auf Dauer gefährdet“, so die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV). (Quelle: Abt. Statistik der KZBV).

Zahnärztekammer Westfalen-Lippe mit neuem Vorstand

Der neue Kammervorstand in Westfalen-Lippe (stehend, von links): Dr. Michael Bartling, Dr. Wilfried Beckmann, Dr. Sinje Trippe-Frey, Dr. Markus Willmes
(sitzend von links): Dr. Gordan Sistig (Vizepräsident), ZA Jost Rieckesmann (Präsident) ZA Hans-Joachim Beier, Dr. Detlev Buss (Foto: ZÄKWL)

Die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe hat einen neuen Vorstand. Neuer Präsident der Kammer ist Jost Rieckesmann (Bielefeld), auch bundesweit durch seine Arbeit als GOZ-Referent bekannt. Er folgt auf Dr. Klaus Bartling (Dortmund). Zum Vizepräsidenten wählten die Delegierten in der konstituierenden Kammerversammlung am 1. Februar 2020 Dr. Gordan Sistig (Marl). Die Beisitzer im Kammervorstand sind: Dr. Detlev Buss (Borken), Dr. Wilfried Beckmann (Gütersloh), Dr. Sinje Trippe-Frey (Nottuln), Hans-Joachim Beier (Hattingen), Dr. Michael Bartling (Dortmund) und Dr. Markus Willmes (Herne).

„Wir  freuen uns, die großen Herausforderungen, die auf unseren Berufsstand
zukommen, gemeinsam anzunehmen, um auch zukünftig unseren Patientinnen und
Patienten  eine moderne und sichere Zahnheilkunde bieten zu können“, betont
Präsident Jost Rieckesmann. Die Zahnärztekammer  Westfalen-Lippe (ZÄKWL) vertritt rund 8.200 Zahnärztinnen und Zahnärzte. (aktualisiert am 4.02.2020, 15 Uhr, Quelle: Pressemitteilung der ZÄKWL)

Medit: Vertriebspartner und Kunden dürfen Scanner weiter nutzen

„Wir bedauern, dass dieser Rechtsstreit auf dem Rücken der Zahnärzte und Zahntechniker ausgetragen wird.“ Das erklärte die Medit Corp am 31. Januar 2020 zum Patentrechtsstreit mit 3Shape über den Intraoralscanner i500. Gern hätte man vermieden, dass Deutschlands Zahnärzte und Zahntechniker die Leidtragenden eines Rechtsstreits sind, heißt es. Für Medit stehe die Berufung außer Frage. Bis zur Prüfung gelte noch das erstinstanzliche Urteil. Parallel wird das Unternehmen, wie bereits Mitte Januar 2020 angekündigt, für den i500 in Kürze ein Software-Update bereitstellen. Die Installation sei in wenigen Schritten möglich.

„Unabhängig davon dürfen die Medit-Vertriebspartner den Intraoralscanner i500 in seiner aktuellen Form vorstellen und verkaufen. Kunden dürfen den i500 verwenden, Interessierte dürfen den i500 testen und auch bestellen“, heißt es in der aktuellen Meldung. „Wir entschuldigen uns bei unseren Kunden, den Vertriebspartner und letztendlich allen Interessenten von Intraoralscannern, die durch den Rechtstreit verunsichert wurden und Unannehmlichkeiten haben.“, so Minho Chang, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Medit Corp.

Verglichen mit dem Schaden für den dynamisch wachsenden Markt der Intraoralscanner sei der Anlass für den Rechtsstreit klein. „Darüber hätte man sich auch ohne Gericht einigen können“, heißt es. Bei dem Patentstreit gehe es um das Scannen von eingeschränkt zugänglichen Hohlräumen. Da die Technologie zum „Auffüllen von Daten-Löchern“ als bereits bekannte Technologie gelte und seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Branchen eingesetzt werde, stelle Medit die Gültigkeit des Patents in Frage und habe eine Nichtigkeitsklage eingebracht, so die Erklärung des Unternehmens. (Quelle: Medit, Pressemitteilung vom 31.01.2020)

Zahnärztekammer Nordrhein informiert über „Nothaushalt“

Kurz vor der Konstituierenden Kammerversammlung der neu gewählten Delegierten am 8. Februar 2020 informierte der noch amtierende Vorstand der Zahnärztekammer Nordrhein in einer Mitgliederinformation am 31. Januar 2020 über die Konsequenzen des „Nothaushalts 2020“. „Die Delegierten der nordrheinischen Kammerversammlung haben den Haushaltsplan der Zahnärztekammer Nordrhein (ZÄK NR) und den Wirtschaftsplan der ZÄKNR Service GmbH jeweils für das Jahr 2020 am 23. November 2019 nach kritischer Diskussion und intensiver Auseinandersetzung mit den Plänen nicht genehmigt. Damit gilt für die ZÄK NR in Anlehnung an Paragraf 82 Gemeindeordnung NRW seit dem 1. Januar 2020 infolgedessen eine vorläufige Haushaltsführung“, heißt es darin.

Nach einem Gespräch mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) stehe nun fest. Die ZÄK NR dürfe hiernach analog zur Gemeindeordnung nur „Aufwendungen entstehen lassen und Auszahlungen leisten, zu denen sie rechtlich verpflichtet ist oder die für die Weiterführung notwendiger Aufgaben unaufschiebbar sind.“ Bei Art, Umfang und Ermessensausübung der Aufgabenwahrnehmung sind weiterhin die Haushaltsgrundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit verstärkt zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund bedurfte und bedarf es auch weiterhin der Überprüfung aller Tätigkeiten und Ausgaben der ZÄK NR.

„Im Nachgang dazu haben der Präsident und der Vorstand der ZÄK NR die Weiterführung der Aufgaben der Zahnärztekammer Nordrhein während der vorläufigen Haushaltsführung festgelegt. In einigen Bereichen kommt es zur Streichung von freiwilligen Leistungen der ZÄK NR, über die die Betroffenen jeweils direkt durch das Präsidium und die Vorstandsreferenten informiert werden“, heißt es. Man bitte um Verständnis, dass es aufgrund des erhöhten Arbeitsaufwands zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von Anliegen und Fragen komme.

Hinsichtlich des Auftrags der Kammerversammlung, von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft eine Plausibilitätsprüfung des Haushalts der ZÄK NR und des Wirtschaftsplans der ZÄK-NR Service GmbH sowie ein Konzept für Flächennutzung und Personalstruktur einzuholen, habe man eine Prüfgesellschaft beauftragt, diese habe mit den Arbeiten begonnen. (Quelle: Mitgliederschreiben der ZÄK Nordrhein/ADP-Medien)

Zehn Jahre BZÄK-Schirmherrschaft für das HDZ

Seit Januar 2010 hat die BZÄK die Schirmherrschaft über die Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) inne. Die größte zahnärztliche Hilfsorganisation hilft seit mehr als 30 Jahren weltweit in Katastrophen- und Krisengebieten. Sie unterstützt nach Katastrophen, baut und versorgt Heime, Schulen sowie Zahn- und Krankenstationen.

„Wir sind stolz, dass die BZÄK dem HDZ in den vergangenen zehn Jahren bei seinen Projekten Unterstützung geben konnte und auch in Zukunft geben wird. Durch das Hilfswerk kann unser Berufsstand zu Gesundheit und Menschenwürde weltweit beitragen“, so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel. Weitere Informationen und Spendenmöglichkeit: www.stiftung-hdz.de/ (Quelle: „Klartext“ 1/2020 der BZÄK)

Kooperation für Impfstoff gegen das Coronavirus nCoV-2019

Die CureVac AG, ein biopharmazeutisches Unternehmen und Pionier in der präklinischen und klinischen Entwicklung mRNA-basierter Medikamente, und die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), eine öffentlich-private Partnerschaft zur Beschleunigung der Impfstoffentwicklung gegen aufkommende Infektionskrankheiten, haben am 31. Jnauar 2020 ihre Zusammenarbeit zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neue Coronavirus nCoV-2019 bekanntgegeben. Ziel dieser Kooperation ist es, einen sicheren Impfstoffkandidaten schnellstmöglich in einer klinischen Studie zu testen. Die Vereinbarung baut auf der bereits bestehenden Partnerschaft zwischen CureVac und CEPI zur Entwicklung einer schnell einsetzbaren Impfstoff-Plattform auf. Sie beinhaltet eine Finanzierung durch CEPI von bis zu 8,3 Millionen US-Dollar für eine beschleunigte Impfstoffentwicklung und -herstellung sowie für klinische Studien. CEPI wird vom Bundesforschungsministerium mit einer Summe von 90 Millionen Euro mitgetragen. (Quelle: BMBF)

Arzneimittelausgaben 2019: Rabatteinsparungen entlasten Kassenbudgets

Die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind im Jahr 2019 um 6,0 Prozent auf 38,4 Milliarden Euro gestiegen. Die für das Gesamtjahr noch nicht vorliegenden Einsparungen durch Rabattverträge, die bereits in den ersten neun Monaten 2019 bei rekordverdächtigen 3,5 Milliarden Euro (+ 10 Prozent) lagen, sind darin noch nicht berücksichtigt. Das ergeben erste Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) auf Basis der Abrechnungsergebnisse von Apothekenrechenzentren. Während sich die Anzahl der GKV-Versicherten im Jahresdurchschnitt um 300.000 (+ 0,4 Prozent) auf 73,1 Millionen erhöhte, stieg auch die Zahl der verordneten Arzneimittel um 0,6 Prozent auf 718 Millionen. Die Rahmenvorgaben von Ärzten und Krankenkassen waren für 2019 von einem GKV-Ausgabenwachstum von 4,1 Prozent ausgegangen.

„Mehr und ältere Versicherte sowie der medizinische Fortschritt sorgen im Gesundheitswesen für höheren Aufwand und damit auch für höhere Kosten. Die Arzneimittelausgaben liegen natürlich auch genau in diesem Trend“, sagt DAV-Vorsitzender Fritz Becker: „Nur ein Bruchteil der Ausgaben für die Arzneimittelversorgung geht jedoch an die Apotheken. Ihr Anteil an den GKV-Gesamtausgaben liegt seit Jahren stabil unter 2,5 Prozent. Auf der anderen Seite steigen die Beitragseinnahmen der Krankenkassen wegen der soliden Konjunktur- und Arbeitsmarktlage weiterhin an. Leider wollen manche Kassenmanager trotz gut gefüllter ‚Sparstrümpfe‘ eher weitere Leistungen für ihre Versicherten kürzen, statt zukunftsweisende Angebote zu finanzieren. Das ist der falsche Weg aus Sicht der Versicherten und der Gesellschaft.“ (Quelle: ABDA)

Mark Johnson wird neuer Leiter Forschung, Entwicklung und Operations

Die Straumann Gruppe hat am 3. Februar 2020 bekannt gegeben, dass ihr Executive Vice President of Research, Development & Operations, Dr. Gerhard Bauer, Ende Juni dieses Jahres in den Ruhestand gehen wird. „Als Nachfolger wird Mark Johnson ernannt. Er ist Ingenieur und ein sehr erfahrener Manager mit einer starken Erfolgsbilanz in den Bereichen Produktion und Operations Management, die er sowohl in der Medizinprodukte-Branche als auch in anderen Bereichen unter Beweis gestellt hat“, heißt es. Johnson wird Mitglied des Executive Management Board und seinen Sitz in Basel haben. Er wird am 1. Mai 2020 in das Unternehmen eintreten.

Guillaume Daniellot, CEO der Straumann Gruppe, kommentierte: „Wir sind mit unserer erstklassig organisierten Produktion, unserem starken F&E und Operations-Team und einer soliden Planung sehr gut für die Zukunft aufgestellt. Dafür und für seinen großen Beitrag zur Straumann Gruppe allgemein sind wir Gerhard aufrichtig dankbar. Wir wünschen ihm und seiner Familie alles Gute für seinen Ruhestand. Wir wünschen Mark Johnson für die Zukunft viel Erfolg und freuen uns, dass er seine Erfahrungen sowohl im Operations- als auch im Management-Bereich in unser Unternehmen einbringen wird. Diese sind für unser weiterhin global expandierendes Business und für uns als innovationsstarkes Unternehmen, das sich in einem immer stärker regulierten Umfeld bewegt, überaus wertvoll.“

Gerhard Bauer ist seit 2010 bei Straumann tätig. Er habe einen wesentlichen Beitrag zu den Erfolgen, der Kultur und der Reputation des Unternehmens geleistet. Während seiner Amtszeit habe sich die Produktionsleistung sowie die Zahl an neuen Produkten signifikant erhöht. Einen wesentlichen Beitrag hierzu haben die Einführung neuer Technologien wie Roboter und optische Inspektionssysteme sowie die Umsetzung schlanker Prozesse im Sinne des Lean Management geleistet. Unter seiner Führung habe Straumann seine Produktionsstätten in der Schweiz und in den USA kontinuierlich ausgebaut und zusätzlich die Produktionseinheit für Biomaterialien in Schweden ausgebaut.

„Das Team für Qualitäts- und Zulassungsmanagement der Gruppe hat sich erfolgreich an die sich ständig verändernden globalen Anforderungen angepasst und die Bilanz externer Audits ist hervorragend. Darüber hinaus ist die Gruppe bestens auf die bevorstehende MDR (Medical Device Regulation) vorbereitet. Die F&E-Gruppe hat unzählige Studien durchgeführt und dokumentiert, was zu einer Vielzahl von Produktregistrierungen auf der ganzen Welt geführt hat. Somit kann die Gruppe ihren Kunden und deren Patienten weltweit innovative Behandlungen und Lösungen anbieten, die zu vorhersagbaren Ergebnissen führen“, so das Unternehmen.

Mark Johnson (Foto: Straumann)

Der US-Amerikaner Mark Johnson (Jahrgang 1958) ist eine sehr erfahrene Führungskraft im Bereich Operations Management. Er hat einen technischen Hintergrund und sammelte bereits früh in seiner Karriere internationale Führungserfahrung in der Fertigungs- und Betriebstechnik, bevor er in die Medizinprodukte-Branche wechselte. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Operations Management von Medizinprodukten, darunter auch Produkte der FDA-Klassen II und III. Im Laufe seiner Karriere hatte er verschiedene Funktionen im Bereich Forschung und Entwicklung inne. Unter anderem arbeitete er drei Jahre im Dentalsektor bei Philips Oral Healthcare (Sonicare), wo er den F&E-, Qualitäts- und Operationsbereich leitete. (Quelle: Straumann Gruppe)

Titelbild: Quintessence News