KZBV: Kompetenzen des G-BA erhalten

Anlässlich des jüngsten Vorstoßes des Bundesministers für Gesundheit mahnt der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Wolfgang Eßer, Maßstäbe der Methodenbewertung nicht grundsätzlich aufzuweichen und vielmehr die Kompetenz für die Bewertung neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in den Händen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu belassen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am 10. Januar 2019 in der FAZ vorgeschlagen, das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zu ermächtigen, durch Rechtsverordnung Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in die Versorgung aufzunehmen – und zwar unabhängig davon, ob sich der G-BA bereits mit der betreffenden Methode befasst hat. Auslöser sind die Beratungen über die Liposuktion bei Lipödemen, deren Nutzen der G-BA als noch nicht belegt ansieht und daher eine Erprobungsstudie auf den Weg gebracht hat.

„Wir erachten es als außerordentlich unglücklich, dass ausgehend von einem Einzelfall grundlegende Prinzipien der Selbstverwaltung und der evidenzbasierten Medizin aufgeweicht werden sollen“, sagte Eßer. Mit der Verlagerung der Kompetenz zur Festlegung neuer Leistungen auf das BMG, ohne dass das Ministerium Evidenzgrundlagen und das Wirtschaftlichkeitsgebot beachten muss, würden grundlegende Prinzipien des Leistungsrechts ausgehebelt und damit das Solidarprinzip in der gesetzlichen Krankenversicherung gefährdet. „Auch ist der Vorstoß nicht geeignet, eine Debatte über Strukturen und Legitimation des G-BA zu führen. Kritik an langen Beratungsdauern und an Inhalten der Entscheidung des G-BA kann legitim sein. Jedoch sollte deshalb nicht gleich das gesamte System in Frage gestellt werden.“ (Quelle: KZBV)

Anhörung zum TSVG am 16. Januar 2019

Am Mittwoch, 16. Januar 2019, 14.30 Uhr, findet in Berlin die öffentliche Anhörung des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) statt. Neben zahlreichen für die Zahnärzte- und Ärzteschaft positiven Vorhaben (Mehrkostenfähigkeit für KfO etc.) stehen für die zahnärztliche Standespolitik vor allem die Fremdinvestoren in der ambulanten zahnärztlichen Versorgung im Fokus. Vonseiten der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung ist hierzu auch noch eine aktuelle Studie in Vorbereitung. Für die Ärzteschaft, die sich ebenfalls gegen die Ausbreitung von Investoren im Gesundheitswesen wendet, geht es vor allem um die vorgeschriebene Ausweitung der Sprechstundenzeiten und andere Eingriffe in die Arztpraxen. Alle vorliegenden Stellungnahmen und Änderungsanträge sind beim Deutschen Bundestag abrufbar. Die Stellungnahme der Zahnärzteschaft ist hier zugänglich. Die Sitzung wird live im Internet unter www.bundestag.de und auf mobilen Endgeräten übertragen. Am Folgetag ist sie unter www.bundestag.de/mediathek abrufbar. (Quelle: Deutscher Bundestag)

Minister lud zu Gesprächsrunde mit Investoren

Am Freitag, 11. Januar 2019, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Spitzen der Ärzte- und Zahnärzteschaft und Vertreter von Investoren und MVZ-Ketten zu einem Gespräch im Bundesgesundheitsministerium gebeten. Vonseiten der Zahnärzteschaft waren der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel, und der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Wolfgang Eßer, beim Gespräch dabei, die Ärzteschaft war mit Bundesärztekammerpräsident Prof. Frank Ulrich Montgomery und den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, vertreten. Vonseiten der Investoren soll die Collosseum Dental einer der Vertreter gewesen sein. Über die Inhalte des Gesprächs ist offiziell bislang nichts bekannt worden. (Quelle: Quintessence News)

FVDZ fordert Moratorium bei Digitalisierung

ZA Harald Schrader, Bundesvorsitzender des FVDZ (Foto: FVDZ)

In Anbetracht der aktuellen Debatte um gehackte Daten zahlreicher Politiker und Prominenter fordert der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) ein Moratorium bei der Einführung der digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen, wie dem Versicherten-Stammdaten-Management und der elektronischen Patientenakte. „Der FVDZ beharrt darauf, dass sensible Daten beim Patienten und den Ärzten seines Vertrauens bleiben und nicht zentral gespeichert werden“, so der FVDZ-Bundesvorsitzende Harald Schrader.

„Die Tatsache, dass offenbar ein Amateur ‚nur mal so‘ Hunderte von Datensätzen klauen kann, öffnet uns vielleicht noch rechtzeitig die Augen für die Gefahren, denen Gesundheits- und Krankheitsdaten ausgesetzt werden, wenn sie einmal im Netz kursieren“, erklärte Schrader.

Es zeige sich ein weiteres Mal, dass die Digitalisierung kein Patentrezept sei. „Wer jetzt noch behauptet, die Patientendaten in der elektronischen Patientenakte oder gar Gesundheits-Apps auf Smartphones sind sicher, hat den Schuss nicht gehört! Da helfen auch demonstrativer Aktionismus und erhöhte Strafandrohungen gar nichts!“, bekräftigte Schrader weiter. „Kontonummern, Telefonnummern, Adressen kann man ändern, nicht aber Gesundheitsdaten. In den falschen Händen sind sie eine lebenslange Bedrohung.“

Der gesamte Digitalisierungsprozess im Gesundheitswesen sei zu überdenken, um Sicherheitsdefizite erkennen und beheben zu können. Digitalisierung richtig und sinnvoll eingesetzt, wie beispielsweise beim Röntgen, bei Zahnersatzherstellung mittels CAD oder beim Navigieren für Implantate seien zu begrüßen. Risiken und Nebenwirkungen der digitalen Versorgungssteuerung seien durch den umfangreichen Datenklau aber ein weiteres Mal erkennbar geworden: (Quelle: FVDZ)

IGES-Gutachten auf Basis unzureichender Studienlage

Die Interpretation des IGES-Gutachtens, dass kieferorthopädische Behandlungen unter Gesundheitsaspekten unnötig seien, habe in der Öffentlichkeit und bei Patienten für Irritationen gesorgt und bedürfe einer Ergänzung durch die Zahnärztekammer Niedersachsen (ZKN) und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Niedersachsen (KZVN):

„Aus einer fehlenden Datenlage/Evidenz zu schließen, dass kieferorthopädische Behandlungen keinen medizinischen Nutzen haben, ist eine Fehleinschätzung und widerspricht der Lebenswirklichkeit und den belegbaren Behandlungserfolgen“, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung.

„Kein behandelnder Zahnarzt zweifelt aufgrund seines Erfahrungswissens an einer Behandlungsnotwendigkeit, wenn es darum geht, das Sprechen, Schlucken, Kauen und die Funktion des Gebisses sicherzustellen. Und bei der Verbesserung der Ästhetik geht es nicht nur um ein besseres Aussehen und Erhöhung der Lebensqualität, sondern auch um Prävention, weil Fehlstellungen mit Nischenbildungen die Entstehung von Karies begünstigen und durch fehlerhafte Kaufunktion Spätfolgen in Form von Kiefergelenkbeschwerden und Parodontitis entstehen, die letztlich zum vorzeitigen Zahnverlust führen können“, so die niedersächsischen Zahnärzte. Insofern stelle auch das Bundesgesundheitsministerium in seiner Richtigstellung ausdrücklich fest, dass es nicht an der Notwendigkeit kieferorthopädischer Leistungen zweifelt. (Quelle: Pressemitteilung von ZKN und KZVN)

Hans-Georg Bisterfeld (Shofu Dental) ist gestorben

Hans-Georg Bisterfeld war Export-Manager bei Shofu Dental (Foto: Shofu)

Hans-Georg Bisterfeld, Export Manager von Shofu Dental, ist im Alter von 64 Jahren verstorben. Bisterfeld trat im Oktober 1987 in das Unternehmen ein. Mit großen Engagement baute er die Exportabteilung auf und entwickelte das internationale Geschäft von Shofu. „Er leistete einen wesentlichen Beitrag zu Shofus Erfolg in Europa und war einer der Hauptakteure, die das Unternehmen in den vergangenen drei Jahrzehnten zu dem machten, was es heute ist“, heißt es im Nachruf des Unternehmens. Bisterfeld habe enge Kontakte zu Händlern und Meinungsführern auf der ganzen Welt gepflegt und sei in der Dentalbranche zu einer bekannten Persönlichkeit geworden. Aufgrund seiner fundierten Produkt- und Marktkenntnisse, seiner freundlichen Art und seinem großen Sinn für Humor wurde er sehr geschätzt.

Privat habe Bisterfeld seine Leidenschaft für Reisen und andere Kulturen mit seiner bereits verstorbenen Frau Marlene geteilt. „Wir werden ihn aufrichtig vermissen. Möge er in Frieden ruhen.“ (Quelle: Shofu)

Klackow-Frank stellvertretende Leiterin des IQTIG

Dr. med. Regina Klakow-Franck ist seit dem 1. Januar 2019 stellvertretende Leiterin des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG). Sie war zuvor von 2012 bis 2018 unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und gilt als Expertin für Themen der Qualitätssicherung. Vor ihrer Tätigkeit beim G-BA war die Fachärztin für Gynäkologie von 2005 bis 2012 eine  stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Bundesärztekammer, wo sie unter anderem mit der der geplanten Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte befasst war. Klackow-Franck war erst Anfang Dezember 2018 auf die vakante Stelle beim IQTIG berufen worden. (Quelle: IQTIG)

Andre Sauer erster Vertriebsleiter Zahnmedizin Deutschland bei Kulzer

Das Dentalunternehmen Kulzer (Hanau) besetzt mit Beginn 2019 die neu geschaffene Stelle des Vertriebsleiters Zahnmedizin Deutschland Andre Sauer hat diese Position übernommen und führt das zahnärztliche Vertriebsteam an. „Unser Ziel für die nächsten Jahre: Als Partner der Zahnärzte, der Meisterlabore und des Dentalhandels wollen wir unsere marktführende Position in Deutschland weiter ausbauen“, erklärt Jörg Scheffler.

Sauer führt in seiner neuen Funktion das zahnärztliche Vertriebsteam sowie das Key Account Management Zahnarzt und das Meinungsbildungs-Management in Deutschland. Er ist bereits seit zehn Jahren bei Kulzer tätig und sammelte umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen Marketing und Handels-Management sowie in leitender Funktion als regionaler Verkaufsleiter, zudem absolvierte er ein Master-Studium im Bereich Sales und Marketing.

Andre Sauer, Vertriebsleiter Zahnmedizin Deutschland bei Kulzer (Foto: Kulzer)

„Der Automatisierungsgrad in Zahnarztpraxen und Dentallaboren steigt stetig. Praxen und Labore sind gefordert, digitale und analoge Abläufe im wettbewerbsintensiven Umfeld optimal zu kombinieren, um effizient hochwertige Versorgungsergebnisse zu erzielen. Wir werden uns künftig mit unseren qualitativ hochwertigen Systemlösungen und neuen Serviceleistungen noch stärker auf die Optimierung der kundenindividuel-en Arbeitsabläufe konzentrieren. Hier wird Kulzer Zahnärzten und Zahntechnikern als kompetenter Ratgeber und Systemanbieter zur Seite stehen“, erklärt Sauer.

Das Unternehmen bedankte sich bei Carsten Geisler für die erfolgreiche fachliche Führung des Zahnarzt-Vertriebs-Teams während der vergangenen beiden Jahre. Er werde als Regionaler Verkaufsleiter Zahnmedizin Nord weiterhin ein wichtiger Impulsgeber für das Zahnarzt-Geschäft in Deutschland bleiben. (Quelle: Kulzer)

Österreichische BAWAG übernimmt Health AG und Zahnärztekasse AG

Die EOS Holding GmbH hat für ihre zum Verkauf stehenden Unternehmen Health Honorarmanagement AG (Hamburg) und Zahnarztkasse AG (Wädenswil, Schweiz) kurz vor Jahresende einen Käufer gefunden. Die BAWAG Group aus Österreich wird beide Factoringunternehmen komplett übernehmen. Das teilten BAWAG und EOS in einer gemeinsamen Pressemeldung mit.

Anas Abuzaakouk, CEO der BAWAG Group, erklärte, dies sei ein wichtiger Schritt für die weitere Umsetzung der strategischen Pläne. „Wir haben eine Vereinbarung zu einer zweiten Übernahme in Deutschland im Jahr 2018 unterzeichnet und außerdem den Weg geebnet, unsere Marktpräsenz in die Schweiz zu erweitern.“ Der Erwerb der beiden Unternehmen sei eine gute Gelegenheit, „um ins Factoring-Geschäft, einem Nischensegment, einzusteigen, sowie neue strategische Partnerschaften voranzutreiben“.

Die BAWAG Group AG ist die börsennotierte Holdinggesellschaft der BAWAG P.S.K. mit Sitz in Wien und den wesentlichen Banktöchtern easybank und start:bausparkasse in Österreich sowie der Südwestbank und der Deutscher Ring Bausparkasse in Deutschland. Mit mehr als 2,5 Millionen Kunden ist die BAWAG P.S.K. eine der größten Banken in Österreich.

Über den Kaufpreis ist ebenso wie über die Transferdetails Stillschweigen vereinbart worden. Der Abschluss des Kaufs ist noch von der Zustimmung der Aufsichtsbehörden abhängig. (Quelle: Pressemeldung BAWAG/EOS)

Mindestens zehn Groß- und Finanzinvestoren im deutschen Dentalmarkt

Aktuell können laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) mindestens zehn Groß- und Finanzinvestoren im deutschen Dentalmarkt identifiziert werden, darunter auch weltweit operierende Kapitalgesellschaften mit Milliardensummen als Investitionsmittel. Versorgungsfremde Fremdinvestoren werden von Zahnärzteschaft und Dachverband europäischer Zahnärzte als Bedrohung für eine gesicherte Patientenversorgung gesehen. Befürchtet wird eine Gefahr für die Sicherstellung der flächendeckenden, wohnortnahen Versorgung durch rein zahnärztliche Medizinische Versorgungszentren (Z-MVZ) in Investorenhand. Die Gründungsberechtigung für Z-MVZ sollte daher auf räumlich-regionale sowie medizinisch-fachliche Bezüge beschränkt werden (Quelle: KZBV).

Alte Gesundheitskarten sind seit 1. Januar 2019 ungültig

Zum 1. Januar 2019 haben alte Gesundheitskarten ihre Gültigkeit verloren. Dies betrifft Karten der sogenannten Generation 1plus (eGK G1+). Diese erkennt man an einem kleinen Aufdruck rechts oben auf der Vorderseite, wo sich auch das Foto des Versicherten befindet. Gültig sind nach dem Jahreswechsel ausschließlich Gesundheitskarten der zweiten Generation (Aufdruck „G2“ oder „G2.1“). Darauf weisen die Kassenärztliche und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KVB und KZVB) hin.

Privatrechnung möglich

Patienten sollten vor ihrem nächsten Arzttermin ihre Gesundheitskarte überprüfen. Nur wenn sie mit „G2“ oder „G 2.1.“ gekennzeichnet sind, werden sie von den niedergelassenen Ärzten, Psychotherapeuten und Zahnärzten akzeptiert. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen sich gesetzlich Versicherte an ihre Krankenkasse wenden und sich eine neue Karte zuschicken lassen. Wenn innerhalb von zehn Tagen nach der Behandlung keine gültige Karte oder ein anderer, gültiger Anspruchsnachweis vorgelegt wird, ist der Arzt berechtigt, eine Privatrechnung zu stellen. Weitere Informationen bei den Krankenkassen oder auf der Internetseite www.deine-gesundheitskarte.de. (Quelle KVB/KZVB)

Deutschland zweitgrößter MedTech-Produzent der Welt

Der Weltmarkt für Medizintechnologien (ohne In-vitro-Diagnostik) betrug 2017 rund 390 Milliarden US-Dollar (Quelle: Spectaris-Jahrbuch 2018 auf der Basis von Daten von Frost & Sullivan sowie EvaluateMedTech). Deutschland liegt mit einem Anteil von 9,9 Prozent, nach den USA (38,8 Prozent) noch vor Japan und China an zweiter Stelle, so der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed).

Das englische Marktforschungsunternehmen Evaluate MedTech prognostizierte im Herbst 2018 einen durchschnittlichen Anstieg des weltweiten Medizintechnik-Marktes um 5,6 Prozent von 405 Milliarden Dollar im Jahre 2017 auf 595 Milliarden Dollar im Jahre 2024.

Innerhalb der Europäischen Union haben die deutschen Medizintechnik-Unternehmen mit Abstand den größten Anteil. Von den rund 95 Milliarden Euro Umsatz entfielen 32,4 Milliarden Euro (inklusive Kleinbetriebe) auf Unternehmen mit Unternehmenssitz in Deutschland. Es folgen Irland (11,6 Milliarden Euro), Frankreich (11 Milliarden Euro), Italien (9,5 Milliarden Euro) und Großbritannien (8,2 Milliarden Euro). (Quelle: BVMed)