Kammerversammlung Nordrhein konkretisiert Regelungen zum Praxislabor

Die Kammerversammlung der Zahnärztekammer Nordrhein (ZÄKNR)hat am 18. Mai 2019 die Berufsordnung zum Betrieb eines Praxislabors konkretisiert. In Paragraf 16 der Berufsordnung für die nordrheinischen Zahnärzte heißt es jetzt in Satz 3: „Der Betrieb eines Praxislabors durch eine Kapitalgesellschaft oder eine Personengesellschaft, deren Gesellschafter ihren Beruf in der Gesellschaft nicht als selbständige Zahnärzte ausüben, ist ausgeschlossen.“ Das berufsrechtliche Privileg zum Betrieb eines Praxislabors ist damit zwingend an die selbstständige Berufsausübung als Zahnarzt geknüpft. Zahnärzte sind laut Berufsordnung weiter berechtigt, allein oder im Verbund mit anderen Zahnärzten Praxislabore ausschließlich zur Versorgung ihrer eigenen Patienten Praxislabore zu betreiben.

Der Verband Deutscher Zahntechnikerinnungen (VDZI) und die Gesundheitshandwerke hatten kürzlich in einem Positionspapier gefordert, Praxislabore in Z-MVZ wegen der Wettbewerbsverzerrung gegenüber gewerblichen Laboren zu verbieten.

Die Kammerversammlung forderten weiterhin eine Anpassung des GOZ-Punktwerts, ein Vorgehen gegen die Erstattungswillkür der PKV. Sie unterstützten die Bemühungen des Kammervorstands für den Bürokratieabbau und gegen den Fachkräftemangel – hier fährt die Kammer eine eigene Werbeaktion, die für 2018 einen Anstieg der Ausbildungsverträge um 33 Prozent gebracht habe. (Quelle: ADP-Medien)

Entwurf für zweites Digitalisierungsgesetz mit höheren Strafen für TI-Verweigerer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn macht bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter Druck. Wie in der Vorwoche von seinem Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Thomas Gebhart angekündigt, legte der Minister am 15. Mai 2019 einen Gesetzentwurf für das „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ (kurz: Digitale Versorgung Gesetz) vor. Damit will Spahn unter anderem die Entwicklung der elektronischen Patientenakte, den Zugang zu medizinischen Apps, die von Ärzten verschrieben werden können, und die Videosprechstunde regeln. Papier und Fax sollen verschwinden.

Zugleich erhöht er den Druck auf die Ärzte, sich an die dafür nötige Telematikinfrastruktur (TI) anzubinden. „Patientinnen und Patienten sollen digitale Angebote wie die elektronische Patientenakte möglichst bald flächendeckend nutzen können. Darum verpflichten wir Apotheken (bis März 2020) und Krankenhäuser (bis März 2021), sich an die Telematik-Infrastruktur anschließen zu lassen. Hebammen und Entbindungspfleger, Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen bekommen die Möglichkeit dazu. Die Kosten für die freiwillige Anbindung werden erstattet. Ärztlichen Praxisinhabern, die noch immer nicht an die TI angeschlossen sind, droht ab März 2020 eine Honorarkürzung von 2,5 Prozent“, heißt es dazu in der Mitteilung des Ministeriums. (Quelle: BMG)

WHO beschließt neuen Diagnoseschlüssel ICD-11

Die Weltgesundheitsorganisation WHO wird auf ihrer Generalversammlung vom 20. bis 28. Mai 2019 in Genf die neue Internationale Klassifikation von Krankheiten (ICD-11) beschließen. Sie soll ab Januar 2022 von den Ärzten weltweit eingesetzt werden. Erstmals eingeführt wurde der ICD vor dreißig Jahren. Die neue Klassifikation differenziert bestimmte Krankheitsbilder – so Lungenentzündungen oder Hirnblutungen – stärker, um die möglichen Ursachen zu erfassen und so Handlungsbedarf zu erkennen. Neu aufgenommen wurden die Spielsucht und die Sexsucht als Diagnosen. (Quelle: WHO)

Rund 3.500 Sitze mehr – Bedarfsplanungsrichtlinie für Ärzte angepasst

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 16. Mai 2019 die aktuellen Anpassungen der Bedarfsplanungsrichtlinie für Ärzte veröffentlicht. Dies ist bereits die zweite Reform der Bedarfsplanung nach der grundlegenden Überarbeitung zum 1. Januar 2013.

Künftig gibt es differenziertere und zusätzliche Instrumente für die Landesebene, um die regionale und lokale Verteilung von Vertragsärztinnen und Vertragsärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bedarfsorientierter zu steuern. Der G-BA entspreche damit fristgerecht seinem gesetzlichen Auftrag, bis zum 1. Juli 2019 insbesondere die geltenden Verhältniszahlen zu überprüfen und auch die weiteren Planungsinstrumente weiterzuentwickeln.

Diese zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der Bedarfsplanungsinstrumente sei ein wichtiger Beschluss für eine wohnortnähere und an die unterschiedliche Krankheitslast in den einzelnen Regionen angepasste ärztliche Versorgung. „Die mit Zustimmung der Patienten- und auch Ländervertreter beschlossenen Neuerungen stärken insbesondere die haus- und kinderärztliche Versorgung und die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Zudem wird die Versorgung in ländlichen Regionen gestärkt. Zusätzlich zu den heute freien Arztsitzen gibt es 3.470 neue Niederlassungsmöglichkeiten, damit können bundesweit insgesamt 6.906 Niederlassungen erfolgen“, erläuterte Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA.

„Dank der neuen Bedarfsplanungsrichtlinie können wir jetzt noch schneller auf Änderungen beispielsweise in der Alters- und Morbiditätsstruktur der Patienten reagieren. Werden mehr Ärzte gebraucht, wird die Richtlinie entsprechend angepasst. Die Zahlen von 1990 sind endlich Geschichte. Damit wird die ambulante Versorgung für 73 Millionen gesetzlich Versicherte wieder einen Schritt besser“, so Johann-Magnus v. Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbands.

Die Anpassungen werden zu einem signifikanten Anstieg der Arztsitze führen, heißt es. Nach Umsetzung des Beschlusses können bundesweit 3.470 neue Niederlassungsmöglichkeiten entstehen, zusätzlich zu den rund 3.440 derzeit offenen Niederlassungsmöglichkeiten. Von den neuen Niederlassungsmöglichkeiten entfallen 1.446 auf Hausärzte, rund 776 auf Psychotherapeuten, 476 auf Nervenärzte, 401 auf Kinder- und Jugendärzte, 130 auf Augenärzte und 100 auf Rheumatologen. (Quelle: G-BA/GKV-SV)

Health AG jetzt Teil der BAWAG Group AG

Seit dem 1. Mai hat die Health AG, Hamburg, offiziell einen neuen Eigentümer. Alle Aufsichtsbehörden haben die Ende 2018 angekündigte Transaktion jetzt bewilligt. Das Unternehmen ist nun Teil der österreichischen BAWAG Group AG. (Quelle: Health AG)

Bundeskabinett beschließt Vorschlag zu Mindestausbildungsvergütung

Das Bundeskabinett hat heute dem Vorschlag der Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) für eine Reform des Berufsbildungsgesetzes zugestimmt. Dieser enthält auch Mindestvergütungen für die Ausbildung., Auszubildende sollen von 2020 an im ersten Ausbildungsjahr eine Mindestvergütung von 515 Euro pro Monat erhalten, der Betrag soll in den Folgejahren steigen, ab 2023 sollen es 620 Euro sein. Auch die Vergütungen im zweiten und dritten Ausbildungsjahr sollen steigen.

Vor allem das Handwerk hatte davor gewarnt, dass viele Betriebe, insbesondere im Osten, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung wirtschaftlich nicht abbilden könnten. Gibt es für eine Branche oder ein Berufsfeld einen Tarifvertrag, darf die Ausbildungsvergütung bei nicht tarifgebundenen Arbeitgebern maximal 20 Prozent unter der tariflichen Vergütung liegen. In Berufen ohne Tarifvertrag, vor allem im Handwerk, werden oft Empfehlungen der Innungen herausgegeben, so auch in der Zahntechnik. Hier liegen die meisten Innungen auch im Westen mit ihren Empfehlungen unter der neuen Grenze von 515 Euro im Monat.

Für die Ausbildung zur/zum Zahnmedizinischen Fachangestellten gibt das Bundesinstitut für Berufsbildung in seiner aktuellen Erhebung tarifvertraglich geregelter Ausbildungsberufe eine Ausbildungsvergütung im 1. Ausbildungsjahr von 800 Euro für die alten Bundesländer an. Auch hier geben die Zahnärztekammern für die nicht in der Tarifgemeinschaft zusammengeschlossenen Kammern Empfehlungen zur Höhe der Ausbildungsvergütungen. (Quelle: QN)

1. Zahnärztinnentag der KZVWL

Es gibt immer mehr Zahnärztinnen in der vertragszahnärztlichen Versorgung und idealerweise auch in der Selbstverwaltung. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KZVWL) hatte daher am 11. Mai 2019 nach Münster zum ersten Zahnärztinnentag eingeladen.

Viele Teilnehmerinnen nutzten den 1. Zahnärztinnentag der KZVWL zur Information. (Foto. KZVWL)

„Es besteht eine zunehmende Tendenz, dass Zahnärzte generell oder vor einer späteren eigenen Niederlassung in einem Angestelltenverhältnis längere Zeit tätig sein möchten. Sie erhoffen sich mit einer Anstellung mehr Flexibilität und eine bessere ‚Work-Life-Balance‘“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der KZVWL, Dr. Holger Seib. Dies hänge teilweise auch damit zusammen, dass mittlerweile ein Großteil der Studenten weiblich ist. „Wir möchten die Zahnmedizinerinnen darin unterstützen, erfolgreich im Job zu sein und dies mit ihrer Familien- und Lebensplanung zu vereinbaren. Diese Pilotveranstaltung soll Möglichkeiten aufzeigen und Anregungen für moderne Arbeitsmodelle liefern.“

Ein Mix aus fachfremden motivierenden Vorträgen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und zulassungsrechtlichen Möglichkeiten gepaart mit Praxisbeispielen von Zahnärztinnen, die es geschafft haben, ihr Familienleben sehr gut mit der Selbstständigkeit zu vereinbaren, sollte nötige Informationen liefern und so mit den Vorurteilen gegenüber einer Selbstständigkeit aufräumen.

Um auch in Zukunft die vertragszahnärztliche Versorgung in Westfalen-Lippe flächendeckend zu sichern, müssten Zahnärztinnen und KZVWL noch stärker als bisher zusammenwachsen, so die KZVWL. Dafür sei der Zahnärztinnentag ein Baustein. (Quelle: KZVWL)

Marburger Bund Niedersachsen nimmt auch Zahnärzte auf

Ab sofort dürfen auch Zahnärztinnen und Zahnärzte ordentliches Mitglied im Marburger Bund Niedersachsen werden. Dies beschloss die Hauptversammlung der Ärztegewerkschaft im Land am  8. Mai 2019. Die Delegierten bestimmten zudem turnusgemäß eine neue Führungsspitze für Niedersachsen: Im Amt des Ersten Vorsitzenden bestätigten sie Hans Martin Wollenberg. Neuer Zweiter Vorsitzender ist Andreas Hammerschmidt.

Wollenberg sicherte Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, die Unterstützung des Marburger Bunds für ihre Kandidatur auf Bundesebene zu: „Ich freue mich über die Kandidatur von Martina Wenker für die Präsidentschaft der Bundesärztekammer. Sie hat unsere volle Unterstützung!“ Die Ärzte werden auf dem Deutschen Ärztetag Ende Mai in Münster einen Nachfolger für Prof. Frank Ulrich Montgomery wählen, der jetzt Vorstandsvorsitzender des Weltärztebunds ist.

Der Marburger Bund ist der Verband aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte. Mit mehr als 120 000 Mitgliedern ist er der größte deutsche Ärzteverband mit freiwilliger Mitgliedschaft und Deutschlands einzige Ärztegewerkschaft. (Quelle: MB Niedersachsen)

KZBV informiert Zahnärzte und Patienten über Neuregelungen des TSVG

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) tritt das bislang umfassendste gesundheitspolitische Gesetzgebungsverfahren der laufenden Legislaturperiode in Kraft. „Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat sich – im koordinierten Zusammenwirken mit den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) und anderen Verbänden und Körperschaften – über viele Monate hinweg aktiv in das Gesetzgebungsverfahren durch politische Forderungen und konkrete Vorschläge eingebracht. In zahlreichen Gesprächen mit den politischen Entscheidungsträgern wurde intensiv diskutiert und Überzeugungsarbeit für die Positionen der Zahnärzteschaft geleistet. Dieser Einsatz hat sich gelohnt“, so die KZBV.

Der Zahnärzteschaft sei es gelungen, wichtige Struktur- und Versorgungsverbesserungen zu erwirken und habe damit einen weiteren wichtigen Beitrag geleistet, das Gesundheitssystem in Deutschland im Interesse von Patienten und Praxen mitzugestalten. Die KZBV informiert auf ihrer Website über wesentliche Neuregelungen des TSVG, die für Patienten und insbesondere auch für den Praxisalltag der Zahnärzte relevant sind. (Quelle: KZBV)

KBV informiert über TSVG-Änderungen für Ärzte

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat zum Inkrafttreten des TSVG die umfangreichen Änderungen und Konsequenzen für die Ärzteschaft zusammengestellt. Neben den erweiterten Sprechstundenzeiten gibt es eine Reihe weiterer Neuerungen, die auf einer eigenen TSVG-Themenseite zusammengefasst sind. (Quelle: KBV)

TSVG tritt am 11. Mai 2019 in Kraft

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Terminservice- und Versorgungsgesetz  (TSVG) am 7. Mai 2019 unterzeichnet – am 10. Mai 2019 wurde es im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Damit tritt das Gesetz am 11. Mai 2019 in Kraft. (Quelle: QN)

Endlich weniger Bürokratie und mehr Zeit für Patienten

Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (Foto: BZÄK/lopata.de)

„Weniger Bürokratie ist mehr Zeit für die Behandlung in den Zahnarztpraxen, und das ist ganz im Sinne der Patienten“, so der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Prof. Christoph Benz. Unverhältnismäßige Bürokratie belaste die Praxen. Umfangreiche Informationspflichten bestehen vor allem gegenüber Krankenkassen, eine ausführliche Dokumentation fällt zudem bei der Aufbereitung von Medizinprodukten an. Hinzu kommen die Bürokratiebelastungen aus bundesrechtlichen Vorschriften und der Dokumentation von Arbeitsschritten.

Hier gibt es Optimierungspotenzial. „Mit unseren Abbauvorschlägen versuchen wir, diese Schraube ein wenig zurückzudrehen, ohne bei der Patientensicherheit Abstriche zu machen“, so Benz. Beispielsweise sollte für die Registrierung von Röntgeneinrichtungen in Zukunft nur noch eine Stelle zuständig sein. Zudem sollten zertifizierte (Online-)Fernlehrgänge bei der Aktualisierung der Fachkunde zugelassen werden. Dies wäre mit einer erheblichen zeitlichen Entlastung der Praxen verbunden, ohne Standards bei der Patientensicherheit abzusenken. (Quelle: Klartext der BZÄK)

Dr. Michael Frank ist neuer Präsident der ERO

Dr. Michael Frank, Vorstandsmitglied der Bundeszahnärztekammer und Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen (LZKH), ist neuer Präsident der Europäischen Regionalorganisation (ERO) der World Dental Association (FDI). Auf der Vollversammlung der ERO Ende April in Frankfurt (Main) hat er diese Aufgabe übernommen.

Damit steht nun ein deutscher Zahnarzt der Europäischen Unterorganisation des Weltzahnärzteverbandes FDI vor. Die ERO vertritt die Interessen der Zahnärzteschaft Europas, sie stärkt vor allem die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Fortbildung, Praxis und öffentliche Gesundheit.

Der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel, kandidiert derzeit für den President elect der World Dental Association (FDI). Die Wahlen finden auf dem Jahreskongress vom 4. bis 8. September 2019 in San Francisco statt. (Quelle: Klartext der BZÄK)

Spahn will Impfpflicht gegen Masern einführen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will einen Gesetzentwurf vorlegen, mit dem eine Impfpflicht gegen Masern für Kinder eingeführt wird. Das erklärte er am 5. Mai 2019 in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“. Danach sollen Kinder nur dann in eine Kita oder einen Kindergarten aufgenommen werden, wenn der Nachweis über eine vollständige Masern-Impfung vorliegt. Bei Schulkindern sollen fehlende Impfungen unter anderem mit Geldbußen gegen die Eltern sanktioniert werden.

Hintergrund sind die für eine Ausrottung dieser Infektionskrankheit nicht ausreichenden Impfquoten in Deutschland, sie liegen auch hinter den Zielen der Weltgesundheitsorganisation WHO zurück. Das Robert Koch-Institut hatte Anfang Mai darauf hingewiesen, dass die für den dauerhaften Schutz erforderliche zweite Impfung im Kindesalter nicht in ausreichend hoher Zahl erfolgt. Auch bei jungen Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, ist der Impfschutz gegen Masern daher oft nicht ausreichend. (Quelle: BMG)

TSS: KBV-Chef Gassen befürwortet Sanktionen für säumige Patienten

Eine der ersten Regelungen, die mit dem für Mai erwarteten Inkrafttreten des TSVG (siehe unten) greifen wird, ist die Ausweitung der Terminservicestellen (TSS), um Kassenpatienten schneller Termine bei Fachärzten und demnächst auch Hausärzten zu vermitteln. Für Patienten, die mehrfach unentschuldigt einen vermittelten Termin versäumen, sollte es aus Sicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Sanktionen geben. „Das können wir nicht einfach hinnehmen, schließlich fehlt die reservierte Behandlungszeit anderen Patienten“, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen.

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV (Foto: Lopata/axentis.de)

Solche Patienten könnten zum Beispiel für ein oder zwei Jahre von der Vermittlung ausgeschlossen werden. „Möglich wäre auch, dass die Ärzte die entgangenen Zuschläge in Rechnung stellen und die Kassen sich das Geld dann vom Versicherten zurückholen“, betonte der KBV-Chef in einem Interview mit RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Durch die Terminservicestellen werden wir erstmals eine genaue Statistik erhalten“, denn in der Datenbank sei erkennbar, wenn ein Patient ständig Termine unentschuldigt verpasse. Sollte das ein größeres Problem werden, müsse der Gesetzgeber Sanktionen einführen, so der KBV-Chef. „Es kann nicht sein, dass nur den Ärzten Verpflichtungen auferlegt werden. Die von uns eingeforderte Termingarantie verlangt Termintreue auf Seiten der Patienten.“

Die Terminservicestellen haben im vergangenen Jahr nach Angaben der KBV rund 222.000 Termine vermittelt – eine angesichts einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten jährlich geringe Zahl. Nur in 159 Fällen konnten Termine, in der Regel bei seltenen Spezialisten, nicht innerhalb von vier Wochen vermittelt werden. (Quelle: KBV)

TSVG noch nicht zum 1. Mai in Kraft

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz, kurz TSVG, wird erst im Laufe des Monats Mai in Kraft treten: Der Bundespräsident hat es noch nicht unterzeichnet. Damit werden auch die vielfältigen Regelungen des Mega-Gesetzes verzögert wirksam. Das betrifft vor allem die Ärzte, die mit längeren Sprechstundenzeiten, ausgeweiteten Verpflichtungen der Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen und neuen Vergütungen betroffen sind. Die Regelungen, die die Zahnärzte betreffen, greifen ohnehin erst später – so der erhöhte Bonus beim Zahnersatz zum 1. Oktober 2020, die Mehrkostenfähigkeit für kieferorthopädische Leistungen erst 2022. Schneller wirksam wird das Ende der Degression. Aus Sicht der zahnärztlichen Standespolitik einer der größten Erfolge sind die nun begrenzten Gründungsmöglichkeiten von rein zahnärztlichen Medizinischen Versorgungszentren durch Kliniken – diese Regelung soll Fremdinvestoren die Übernahme von Praxen und die Kettenbildung erschweren. (Quelle: QN)

„Interna“ am 10./11. Mai 2019 – noch wenige Plätze frei

Am 10. und 11. Mai 2019 findet zum 15. Mal die „Interna“ der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Zahnmedizin (DGÄZ) in Westerburg statt. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Schwerpunktthema „Neue Materialien in der Ästhetischen Zahnmedizin – vom Composite bis hin zum Implantat“.

Namhafte Referenten aus dem Bereich der Zahnmedizin und Zahntechnik werden zu dieser hochaktuellen Thematik sprechen. Besonderes Highlight ist der Festabend auf Schloss Westerburg. Für die Teilnahme gibt es 10 Fortbildungspunkte. Es sind noch wenige Plätze frei – Programm und Anmeldung auf der Internetseite der DGÄZ. (Quelle: DGÄZ)

Amann Girrbach und 3 Shape kooperieren

Die Unternehmen Amann Girrbach (Koblach/Österreich) und 3Shape (Kopenhagen/Dänemark) sind zum 1. Mai 2019 eine Systemkooperation eingegangen. Diese soll Dentallabore durch optimierte Designparameter sehr gute Fräsergebnisse ohne Nacharbeit ermöglichen. „Ab sofort können Dentallabore mit Fräsmaschinen von Amann Girrbach und der 3Shape CAD-Software, Restaurationen mit hervorragender Passform und Okklusion sowie optimalen Kontaktpunkten für die gängigsten Ceramill Materialien und Indikationen herstellen“, so Amann Girrbach.

Möglich mache das eine optimierte und auf beide Systeme abgestimmte Materialdatenbank (*.dme). Die Datei kann von Amann Girrbach Kunden online im C3-Kundencenter oder direkt bei 3Shape heruntergeladen und installiert werden. Zusätzlich bietet das Koblacher Unternehmen noch eine abgestimmte Implantat-Prothetik Bibliothek zum Download an. Alle validierten Ceramill Materialien seien direkt in der 3Shape Software auswählbar. Die Anwender hätten dennoch stets die Möglichkeit, Design-Parameter der Situation und den individuellen Gegebenheiten anzupassen. (Quelle: Amann Girrbach)

Straumann mit 17 Prozent organischem Wachstum im 1. Quartal 2019

Die Straumann Group (Basel) ist mit einem organischen Wachstum von 17 Prozent im ersten Quartal 2019 gestartet. Der Anstieg in Schweizer Franken betrug aufgrund negativer Wechselkurseffekte 15 Prozent; der Umsatz lag bei 372 Millionen Schweizer Franken. Die beiden größten Regionen, EMEA und Nordamerika, wuchsen um 14 Prozent beziehungsweise 17 Prozent und steuerten damit zwei Drittel des organischen Wachstums bei. Mit einem Zuwachs von 20 Prozent erhielt Lateinamerika seine Dynamik aufrecht, während Asien/Pazifik (+22 Prozent) weiterhin die am schnellsten wachsende Region war.

Man habe bei großen Fachmessen die Innovationsführerschaft erneut bestätigt und dringe mit weiteren strategischen Akquisitionen beziehungsweise Vereinbarungen weiter in bisher unerschlossene Segmente vor, so Straumann-CEO Marco Gadola. Im Jahresausblick bleibe man bei einem Umsatzwachstum im Bereich um 13 Prozent.

Das Implantatgeschäft als größter Geschäftsbereich der Gruppe habe ein solides zweistelliges Wachstum verzeichnet, das überwiegend durch die Premium-Implantate von Straumann angetrieben wurde. Das Non-Premium-Implantatsegment der Gruppe mit Neodent, Anthogyr, Equinox, Medentika, T-Plus sowie Zinedent wuchs stark und gewann Marktanteile in Brasilien, China, Mexiko, der Türkei, den USA sowie in Distributorenmärkten, heißt es. (Quelle: Straumann)