Adhäsivbrücke: Neuer Befund und neue Positionen im Bema

Am 1. Januar 2019 tritt eine Änderung bei den Festzuschüssen für Zahnersatz und im Bema in Kraft. Neu aufgenommen wird in die ZE-Festzuschüsse der Befund 6.8.1 (Wiederherstellungsbedürftiger festsitzender Zahnersatz je Flügel einer Adhäsivbrücke). Dies folgt der Aufnahme der Adhäsivbrücken in den Bema zum 1. Juli 2017 (Bema-Nr. 93a und 93b). Für den Befund 6.8.1 wurden die Nummern 95e (Wiedereingliederung einer einflügeligen Adhäsivbrücke) und 95f (Wiedereingliederung einer zweiflügeligen Adhäsivbrücke) in den Bema aufgenommen, um die Abrechnung der Wiedereingliederung dieser Arbeiten zu ermöglichen. Als zahnärztliche Leistungen können neben den Nummern 95e beziehungsweise 95f die Nummern  89 (Beseitigung von Artikulationsstörungen ) und 95d (Wiedereinsetzen einer provisorischen Brücke) angesetzt werden. Als Laborleistungen nach BEL II werden 0010 Modell, 0051 Sägemodell, 0052 Einzelstumpfmodell, 0053 Modell nach Überabdruck, 0120 Mittelwertartikulator, 1550 Konditionierung je Zahn/Flügel , 8070 Metallverbindung bei Instandsetzung/Erweiterung , 8200 Instandsetzung Krone/Flügel/ Brückenglied und 9330 Versandkosten aufgeführt. (Quelle: Beschlüsse des G-BA)

Ausgaben für Zahnbehandlung und ZE leicht gestiegen

Die gesetzlichen Krankenkassen haben auch im dritten Quartal 2018 ihre Rücklagen erneut ausbauen können. Nach den offiziellen Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums haben sie im 1. bis 3. Quartal 2018 einen Einnahmenüberschuss von rund 1,86 Milliarden Euro erzielt. Damit hat sich der Überschuss im Vergleich zum 1. Halbjahr, in dem die Krankenkassen ein Plus von 720 Millionen Euro verbuchten, mehr als verdoppelt. Die Betriebsmittel und Rücklagen der Krankenkassen sind bis Ende September auf einen Wert von rund 21 Milliarden Euro gestiegen. Im Durchschnitt entspricht dies etwa 1,1 Monatsausgaben und damit mehr als dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert die Kassen erneut auf, die Rücklagen abzubauen und die Versicherten an den Überschüssen zu beteiligen. So sollten sie die Rücklagen nutzen, um die Zusatzbeiträge zu senken.

Einnahmen in Höhe von rund 180,6 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 178,7 Milliarden Euro gegenüber. Damit sind die Einnahmen der Krankenkassen um 3,4 Prozent gestiegen. Der Ausgabenanstieg für zahnärztliche Leistungen in den ersten drei Quartalen betrug 2,5 Prozent, der für Zahnersatz 1 Prozent. Insgesamt wurden für zahnärztlichen Behandlungen inklusive Zuzahlungen der Patienten in diesem Zeitraum 229 Millionen Euro mehr ausgegeben als in den ersten drei Quartalen 2017, auf Zahnersatz entfielen davon 28 Millionen Euro (Gesamtausgaben 10.779 Millionen Euro). Gemessen an den Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung liegt der Anteil der zahnärztlichen Versorgung bei 5 Prozent, der für Zahnersatz bei einem Prozent. Für die vertragsärztliche Behandlung wurden inklusive Zuzahlungen 32.854 Millionen Euro ausgegeben, 818 Millionen Euro mehr als im Vergleichszeitraum 2017. (Quelle: BMG)

Zuckerreduktion: Gesetzentwurf geht nicht weit genug

Die im Entwurf des Bundesernährungsministeriums für eine Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten vorgesehenen Ziele gehen Medizinern nicht weit genug. Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), erklärte: „Die Reduktionsstrategie schwächelt ausgerechnet bei den entscheidenden Themen Softdrinks und Kindermarketing. Bei Softdrinks reicht es nicht, wenn Bundesernährungsministerin Julia Klöckner eine ‚deutlich zweistellige Zuckerreduktion‘ fordert – darunter kann die Industrie auch eine verhältnismäßig geringe Reduktion von 15 oder 20 Prozent verstehen. Notwendig ist für herkömmlich süße Cola und Limonade eine Zuckerreduktion um 50 Prozent. Dass sich diese technisch schnell umsetzen lässt, beweist das Beispiel Großbritannien.“

Auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fordert, den Zuckergehalt in herkömmlich gesüßten Softdrinks zu halbieren, ähnlich wie dies in Großbritannien erreicht wurde. „Die deutsche Politik ist in diesem Punkt deutlich zu wenig ambitioniert“, so DDG-Präsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland. Sollte es zudem nicht bis Ende 2020 zu einer messbaren Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten kommen, seien gesetzliche Schritte notwendig: „Wir erwarten, dass Frau Klöckner dann entsprechend nachbessert.“

Als unzureichend kritisieren die DDG und DANK auch das Ziel, dass Produkte mit Kinderoptik „keine ungünstigere Nährstoffzusammensetzung aufweisen sollen als solche, die sich nicht speziell an Kinder wenden“: „Es ist kein Fortschritt, wenn Kinderprodukte genauso ungesund wie normale Produkte sind“, sagt Bitzer: „Hier wird ausgerechnet eine besonders vulnerable Gruppe nicht geschützt, vermutlich um Absatzinteressen der Industrie nicht zu beschränken.“ DANK fordert, an Kinder und Jugendliche gerichtetes Marketing ganz zu verbieten, wenn das Produkt nicht nach den Maßstäben der Weltgesundheitsorganisation als gesund eingestuft werden kann (Nutrient Profiling Tool). (Quelle: Pressemitteilungen der DANK und DDG)

Eckpunkte zum neuen Telematik-Gesetz noch 2018

Die Eckpunkte für das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigte Telematik-Gesetz, mit dem die Vernetzung und die Nutzung von E-Health-Anwendungen vorangetrieben werden soll, könnten noch in diesem Jahr vorliegen. Die Ärzte Zeitung berichtet, dass der stellvertretende Leiter der Abteilung für Digitalisierung im Bundesgesundheitsministerium auf dem Fachkongress Telemedizin in Berlin dies erklärt habe. Der Referentenentwurf solle dann Anfang 2019 folgen.

Vernetzt werden sollen damit die ca. 208.000 Arzt- und Zahnarztpraxen, rund 2.100 Krankenhäuser und 20.000 Apotheken, die Pflegeeinrichtungen sollen zügig folgen. Keine Lösung gibt es bislang für die nichtakademischen Heilberufe wie Hebammen, Physiotherapeuten, Gesundheitshandwerker. Ihre Anbindung ist ungeklärt, auch was die erwarteten Kosten von bis zu sechs Milliarden Euro angeht. (Quelle: Ärzte Zeitung online)

ApoBank will Anteile an Dr. Güldener aufstocken

Die ApoBank (Düsseldorf) will offensichtlich ihre Anteile an der Dr. Güldener Gruppe (Stuttgart) aufstocken. Eine entsprechende Anfrage an das Bundeskartellamt in Bonn wurde Anfang November 2018 bereits gestellt. Die Bank will danach ihre Beteiligung von 24 Prozent auf 50 Prozent minus eine Aktie an der PROFI Erste Projektfinanzierungs- und Beteiligungsgesellschaft AG (Firmengruppe Dr. Güldener) erhöhen, dem Mehrheitseigner der Gruppe. Zur Güldener-Gruppe gehört unter anderem das Deutsche Zahnärztliche Rechenzentrum (DZR), einer der größten Abrechnungs- und Factoringdienstleister im zahnärztlichen Bereich.

Die ApoBank ist bereits an verschiedenen Abrechnungsdienstleistern für Ärzte, Zahnärzte und Apotheker beteiligt. Im Juni dieses Jahres hatte sie ihre Anteile an der ZA Zahnärztliche Abrechungsgesellschaft auf 25 Prozent reduziert. (Quelle: Bundeskartellamt/Quintessence News)

Aufsuchende Versorgung: 919.000 Besuche 2017

Rund 919.000 Besuche von Zahnärztinnen und Zahnärzten wurden im Jahr 2017 in der aufsuchenden Versorgung geleistet – also bei Pflegebedürftigen in Einrichtungen und in häuslicher Pflege. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um rund 2,4 Prozent, so die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV). Die Abrechnungsdaten der aufsuchenden Betreuung verdeutlichten, dass die neuen Leistungen im Rahmen des Versorgungsstrukturgesetzes und des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes hohe Akzeptanz erfahren und die Angebote schwerpunktmäßig bei den Patienten ankommen, die im zahnärztlichen Konzept der Alters- und Behindertenzahnheilkunde Zielgruppe der Bemühungen sind (Quelle: KZBV-Statistik).

Berger und Schott weiter Doppelspitze von BLZK und KZVB

Dr. Rüdiger Schott (links) und Christian Berger stellen erneut den Vorstand der BLZK. (Foto: BLZK)

Christian Berger (Kempten) ist in seinem Amt als Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) bestätigt worden. Er steht somit weiterhin an der Spitze der Berufsvertretung der bayerischen Zahnärzte. Zum Vizepräsidenten wählten die Delegierten erneut Dr. Rüdiger Schott (Sparneck). Berger und Schott stehen zugleich hauptamtlich an der Spitze der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB).

Bei der Konstituierenden Vollversammlung der BLZK am 1. Dezember 2018 in München wurde Berger im ersten Wahlgang gewählt und setzte sich klar gegen Karl Sochurek (München) durch, der als Gegenkandidat angetreten war. Auch der bisherige Vizepräsident der BLZK, Dr. Rüdiger Schott (Sparneck), wurde für die Amtsperiode 2018 bis 2022 in seinem Amt bestätigt. Er setzte sich ebenfalls im ersten Wahlgang klar gegen Karl Sochurek durch, der sich auch für das Amt des Vizepräsidenten zur Wahl gestellt hatte.

Bestätigung für den Kurs

Die beiden Präsidenten sehen in dem Votum eine klare Bestätigung für ihren politischen Kurs, heißt es. BLZK und KZVB arbeiteten in der personengleichen Besetzung der Spitzenpositionen seit Anfang 2017 eng zusammen. „Mit diesem klaren Votum können wir unsere erfolgreiche Arbeit für die bayerischen Zahnärzte fortsetzen. Wir ziehen weiter an einem Strang in die gleiche Richtung“, so Berger und Schott.

Konzept für LAGP entwickelt

Die Einigkeit der zahnärztlichen Körperschaften sei angesichts der großen Herausforderungen für den zahnärztlichen Berufsstand unabdingbar: das Ringen um die Novellierung der völlig veralteten zahnärztlichen Approbationsordnung und der Kampf gegen fremdkapitalfinanzierte zahnmedizinische Versorgungszentren (Z-MVZ), die die zahnmedizinische flächendeckende Versorgung gefährdeten. Die verbesserte Versorgung von Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftigen ist eine weitere große Aufgabe. Hierzu habe die BLZK bereits ein Konzept für die Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft Pflegebedürftige (LAGP) entwickelt, das nun zügig vorangetrieben werden solle. (Quelle: BLZK)

Montgomery: Bei Aufklärung und Prävention nicht nachlassen

„Auch wenn die Zahl der HIV-Neuinfektionen sinkt, dürfen wir bei der Aufklärung und Prävention nicht nachlassen“, erklärte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember. Maßnahmen wie die Zulassung von HIV-Selbsttests seien daher „richtig und wichtig“, sagte Montgomery. Allerdings böten solche Selbsttests lediglich eine erste Orientierung. „Die Testergebnisse sind für Laien schwer zu interpretieren und zudem nicht zu 100 Prozent zuverlässig. Gerade bei einem Positiv-Test ist es daher ratsam, sich an einen Arzt zu wenden und das Ergebnis im Labor überprüfen zu lassen.“

Der BÄK-Präsident wies in diesem Zusammenhang auf die nach wie vor bestehenden Ängste und Vorurteile im Zusammenhang mit HIV/AIDS hin: „Obwohl die Diagnose HIV-positiv längst kein Todesurteil mehr ist, haftet ihr noch immer ein Stigma an.“ Die Angst vor Diskriminierung setze eine Schweigespirale in Gang. Dadurch verschwinde das Thema AIDS aus der öffentlichen Wahrnehmung. „Wir müssen offen und vorurteilsfrei über diese Krankheit reden. Die Betroffenen dürfen mit ihrem Schicksal nicht allein gelassen werden“, so Montgomery. (Quelle: BÄK)

Alarmierende Sorglosigkeit im Umgang mit der Infektionsgefahr

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember hat der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) eine repräsentative Umfrage zum Thema AIDS in Auftrag gegeben. Zu den Ergebnissen erklärt der PKV-Vorsitzende Uwe Laue: „Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes INSA im Auftrag des PKV-Verbandes hatte ein Viertel der Befragten (26 Prozent) nach eigenen Angaben schon einmal ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer Zufallsbekanntschaft. Jeder dritte Mann (33 Prozent) und jede fünfte Frau (20 Prozent) haben dies eingeräumt. Das ist ein alarmierendes Ergebnis. Es zeigt, dass wir in der Aufklärungsarbeit kein bisschen nachlassen dürfen. Offenkundig haben die Meldungen über neuentwickelte Medikamente für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke zu einer Art neuer Sorglosigkeit im Umgang mit der Infektion geführt. Trotz aller medizinischen Fortschritte ist AIDS aber nach wie vor eine unheilbare Krankheit, die mit großem menschlichem Leid verbunden ist. Zwar ist die Zahl der Erstdiagnosen nach Angaben des Robert-Koch-Institutes im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Doch jedes Jahr stecken sich immer noch Tausende in Deutschland neu mit HIV an.“

Daher bleibe es wichtig, schon früh mit der Aufklärung über die Folgen einer HIV-Infektion und über die möglichen Infektions­wege zu beginnen: Der INSA-Umfrage zufolge sind vier von fünf Deutschen (79 Prozent) der Meinung, dass Aufklärung über HIV und andere Geschlechtskrankheiten schon in der Schule stattfinden sollte. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird sich künftig im Rahmen ihrer Präventionskampagne „Liebesleben“ noch stärker in dieser wichtigen Lebenswelt engagieren – unterstützt durch die Private Krankenversicherung. Man werde im Engagement nicht nachlassen und fördere über die Deutsche AIDS-Stiftung Projekte, die sich speziell an Zuwanderer und Flüchtlinge richten. (Quelle: PKV-Verband)