Die Universität Witten/Herdecke hat die Begutachtung durch den deutschen Wissenschaftsrat erfolgreich durchlaufen und erhält neben einigen Empfehlungen und Auflagen eine insgesamt positive Einschätzung und Bewertung. Die Institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat ist ein Verfahren der Qualitätssicherung, in dem die Leistungen einer Hochschule in Lehre und Forschung nach anerkannten wissenschaftlichen Maßstäben überprüft werden. Eine erneute Begutachtung und Akkreditierung ist für das Jahr 2023 geplant.

„Außergewöhnliche private Hochschule“

Insgesamt wird die Leistungsfähigkeit der Universität Witten/Herdecke (UW/H) in ihren Fakultäten für Gesundheit, Wirtschaft und Kultur bestätigt, und die modellhaften Ansätze in den vielfältigen Studiengängen werden gewürdigt. Vor allem das didaktische Konzept und die interdisziplinäre Ausrichtung werden hervorgehoben: „[…] die Wittener Didaktik (macht) mit dem Studium fundamentale die UW/H zu einer außergewöhnlichen privaten Hochschule im deutschen Hochschulsektor.“ Besonders gewürdigt werden auch das große Engagement der Studierenden und die besondere Form der studentischen Mitbestimmung.

Weitere hauptberufliche Professuren und Lehrstühle erforderlich

Im Rahmen seiner Begutachtung hat der Wissenschaftsrat einige zentrale Handlungsempfehlungen und Auflagen für die Universität ausgesprochen. So sind nach Ansicht des Wissenschaftsrates insbesondere für den weiteren Wachstumskurs in der Fakultät für Gesundheit und im Humanmedizinstudium noch weitere hauptberufliche Professuren und Lehrstühle erforderlich, um ein gesichertes Qualitätsniveau in Lehre und Forschung zu erreichen und zu halten.

Zahl der Studierenden verdoppelt

„Nach sieben Jahren der Re-Strukturierung und der gleichzeitigen Verdoppelung der Studierendenzahl auf heute 2.500 kann sich dieses Ergebnis durchaus sehen lassen: Das Votum des Wissenschaftsrates definiert wichtige Aufgaben und schafft gleichzeitig eine gute Grundlage für die geplanten Zukunftsprojekte der Universität“, so Prof. Uwe Schneidewind, Vorsitzender des UW/H-Aufsichtsrates.

Arbeiten am Ausbau der Uni gehen weiter

„Wir werden die Handlungsempfehlungen des Wissenschaftsrats positiv annehmen und mögliche Lösungswege mit der Landesregierung NRW besprechen“, betont Präsident Prof. Martin Butzlaff. „Die gestellten Aufgaben werden uns fordern. Sie sind jedoch insgesamt lösbar, und die umfangreichen Arbeiten an dem Ausbau unserer Universität gehen mit kräftigen Schritten weiter. Unsere Universität ist ein lebendiger Organismus, der sich ständig weiterentwickelt. Zu dieser dynamischen Weiterentwicklung trägt auch das vorliegende Gutachten des Wissenschaftsrates bei.“

Zahnmedizinstudium mit besonderer Praxisnähe

Das Zahnmedizinstudium an der UW/H unterscheidet sich in seiner Struktur deutlich von dem an den staatlichen deutschen Universitäten, die Studierenden werden schon im ersten Semester an die Praxis herangeführt, ihr gesellschaftliches Engagement gefördert und gefordert. So unterstützen sie zum Beispiel „Luthers Waschsalon“ in Hagen, die zahnmedizinische Versorgung in Gambia und ein Projekt im Myanmar. Auch in der behindertenorientierten Zahnmedizin sind die Studierenden aktiv. Mit dem regelmäßig veranstalteten und von den Zahnmedizinstudierenden organisierten „Schnupperstudium“ haben Studieninteressierte zudem die Möglichkeit auszuprobieren, ob Zahnmedizin für sie das richtige Fach ist.

Zudem treten Absolventen der UW/H immer wieder mit besonderen Projekten, Start-Ups und Unternehmensgründungen in Erscheinung und engagieren sich im Bundesverband der Zahnmedizinstudierenden und in der Politik.

Titelbild: Universität Witten/Herdecke (Foto: Agentur an der Ruhr/Uwe Seifert)