Auch der Zahnarzt kennt Patienten, deren Beschwerden sich einer somatischen Erklärung entziehen. Sie zu verstehen „erfordert die Kenntnis übergeordneter Zusammenhänge, um es nicht beim lapidaren ,der Patient spinnt‘ zu belassen“ erklärt DGFDT-Vizepräsident Dr. Bruno Imhoff im Editorial der aktuellen Ausgabe des Journal of Craniomandibular Function (CMF) den Hintergrund der S1-Leitlinie für okklusale Dysästhesie.

Die  „Zeitschrift für Kraniomandibuläre Funktion“ der Quintessenz Verlags-GmbH berichtet bilingual in Deutsch und Englisch über neue Entwicklungen in Klinik und Forschung. Sie nimmt aktuelle Original- und Übersichtsarbeiten, klinische Fallberichte, interessante Studienergebnisse, Tipps für die Praxis, Tagungsberichte sowie Berichte aus der praktischen Arbeit aus der gesamten Funktionsdiagnostik und -therapie auf. Vierteljährlich informiert sie über Neuigkeiten aus den Fachgesellschaften und bringt aktuelle Kongressinformationen und Buchbesprechungen. Mehr Infos zur Zeitschrift, zum Abo und zum Bestellen eines kostenlosen Probehefts finden Sie im Quintessenz-Shop.

Diese Leitlinie wird im Journal vorgestellt und hilft den Behandelnden, Patienten mit okklusaler Dysästhesie zu erkennen und entsprechend zu behandeln. „Dann kommt ihnen das Beschwerdebild der okklusalen Dysästhesie eben nicht mehr merkwürdig, sondern bekannt vor. Denn: Man erkennt nur, was man kennt“, so Imhoff.

Rheumatoide Genese von Kiefergelenkserkrankungen

Doch auch innerhalb der Diagnostik und Behandlung craniomandibulärer Funktionen und Dysfunktionen bleibt es spannend: Neben neuen Erkenntnissen und Weiterentwicklungen eines Zahnverschleiß-Bewertungssystems werden digitale Technologien für die Funktionsdiagnostik und -therapie vorgestellt. Medizinisch interessant ist der Beitrag über entzündliche Kiefergelenkserkrankungen rheumatoider Genese, deren rechtzeitige Diagnose und Behandlung Folgeschäden verhindern beziehungsweise ein Remodeling der Kiefergelenke ermöglichen. Abgerundet wird das Heft mit Beiträgen zur Jahrestagung der DGFDT, Buchbesprechungen und Zeitschriftenreferaten.

Titelbild: Folge einer fortgeschrittenen rheumatoiden Arthritis kann auch ein offener Biss mit Vorkontakten im Seitenzahnbereich sein. Bild: Frank Bias, M.Sc., Berlin