„Dienten zu Beginn der Implantologie die Implantate primär dazu, die Kaufunktion wiederherzustellen und eine Prothese sicher zu verankern, so stellt sich die Implantologie heute gemeinsam mit einer weiter entwickelten Implantatprothetik auch höchsten ästhetischen Ansprüchen.“ Mit diesem Satz umreißt Stefan Wolfart die Anforderungen, die heute in der implantologischen Praxis gemeistert werden müssen.

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Implantologie“ 2/19 gibt in ihren Beiträgen dazu Hilfestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven und zu den vielen dafür zu beachtenden Aspekten. Wolfart bereitet dafür in seinem Beitrag „Ästhetische Analyse und Planung in der Implantologie“ anhand einer Checkliste und Fallbeispielen das Fundament für eine auch ästhetisch erfolgreiche implantatgetragene Versorgung.

„Checkliste“ für strukturiertes Vorgehen

Kernstück ist die Checkliste, deren Aufgabe es ist, „relevante ästhetische Fragestellungen, die für die bevorstehende Behandlung von Bedeutung sind, Schritt für Schritt abzuarbeiten. Die aufgedeckten ästhetischen Defizite eines Lachens werden anschließend notwendigen Behandlungsmaßnahmen zugeordnet. Dabei ist die Reihenfolge sowie zeitliche Abstimmung der Therapiemaßnahmen sehr wichtig, um gemeinsam mit dem Patienten den bestmöglichen Behandlungsablauf festlegen zu können.“

Die von ihm gewählten, komplexen Fälle zeigen, dass bei überlegtem und strukturiertem Vorgehen auch in stärker kompromittierten Ausgangssituationen vorhersagbar gute, mit dem Patienten abgestimmte Lösungen möglich sind, ohne das komplette Register chirurgischer und augmentativer Möglichkeiten ziehen zu müssen.

In keiner anderen Disziplin der Zahnmedizin schreitet die Entwicklung so schnell voran wie in der Implantologie. Ziel der Zeitschrift Implantologie (Impact Factor [ISI]: 0.138 [2017]) ist es daher, dem Fortbildungsangebot in diesem Bereich durch praxisbezogene und wissenschaftlich untermauerter Beiträge neue und interessante Impulse zu geben und die Zusammenarbeit von Klinikern, Praktikern und Zahntechnikern zu fördern.

Die Zeitschrift erscheint viermal jährlich und bietet Übersichtsartikel, klinisch-wissenschaftliche Studien und Fallpräsentationen zu allen Themen des Fachgebiets. Schwerpunkthefte zu praxisrelevanten Themen informieren detailliert über aktuelle Trends und ermöglichen eine umfassende Fortbildung. Abonnenten haben kostenlosen Zugang zum digitalen Archiv seit 2003 und zur App-Version. Informationen zur Zeitschrift, zum Abonnement und zum Bestellen eines kostenfreien Probeexemplars gibt es auf der Internetseite des Quintessenz-Verlags.

Weitere Beiträge im Heft befassen sich mit Keramikimplantaten (Marc Balmer et al.), Komplettversorgungen im Ober- und Unterkiefer mit Knochenaufbau und Rekonstruktion der Okklusionsebene (Christopher Köttgen et al.) und aktuellen Konzepten zur Sofortimplantation im Frontzahnbereich (Arndt Happe et al.). Was Virtual Reality und Echtzeitvisualisierung in der Diagnostik bereits können, ist Gegenstand eines weiteren Beitrags von Felix Burkhardt et al. Was die EBGT-Technik mit epithelisierten Bindegewebstransplantaten bei Periimplantitis leisten kann, beschreibt der Beitrag von Petra Ratka-Krüger und Eberhard Frisch.

Titelbild: Transparente Bohrschablonen mit bariumsulfathaltigen Zähnen und Zahnwurzeln zeigen durch die Wurzellänge (s. Pfeile) auf einen Blick den Anteil an fehlendem Hart- und Weichgewebe. (Abb. aus Wolfart S. Ästhetische Analyse und Planung in der Implantologie, Implantologie 2019;27(2):117–131.