Noch sind die letzten Klausuren nicht geschrieben, die Semesterarbeiten nicht fertiggestellt, dennoch sitzen schon viele Studierende quasi auf gepackten Koffern, denn ein Auslandsaufenthalt nimmt einiges an Vorbereitungszeit in Anspruch: Kontakt aufnehmen, Reise organisieren, Material sammeln etc.

Obwohl – oder gerade weil – die Famulaturen, also Praktika im klinischen Abschnitt des Studiums, keine Pflicht sind im Studium der Zahnheilkunde, nimmt der Zahl derer, die sich freiwillig für eine Famulatur entscheiden, seit einigen Jahren konstant zu. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass man in vier Wochen Praxis oft mehr lernt, als in einem ganzen Semester, vollgestopft mit Theorie.

Gerne in Verbindung mit Hilfseinsätzen

Nicht selten wird die Famulatur mit einem Hilfseinsatz in einer unterversorgten Gegend der Erde verbunden, womit auch noch etwas Gutes getan wird. Wer von so einem Aufenthalt zurückkommt, hat wahrlich viel zu erzählen und berichtet gerne von seinen in der Regel durchweg positiven Eindrücken. Ganz nebenbei hat man sehr viel von fremden Gegenden und unbekannten Kulturen kennengelernt, vor allem in Regionen, wo man sonst „sowieso nie hinkommt“.

Mehr Präsenz und Informationen in der Öffentlichkeit

Ein weiterer Grund für die Zunahme der studentischen Auslandseinsätze dürfte darin liegen, dass diesem Thema deutlich mehr Öffentlichkeit in der zahnärztlichen Welt eingeräumt wird. Mittlerweile wird Famulaturen und Hilfsprojekten ein fester Platz im Rahmen des Deutschen Zahnärztetags eingeräumt. Dazu nutzen zahlreiche Hilfsorganisationen diese Veranstaltung als willkommene Gelegenheit, sich und ihre Arbeit einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

(Foto: Quintessenz Verlag)

Der Deutsche Zahnärztetag im November in Frankfurt ist mittlerweile auch ein Tag der Hilfsorganisationen. Parallel zu den Vorträgen im Studentenprogramm stellten sich die Organisationen auf einem Gemeinschaftsstand in der begleitenden Dentalaustellung vor. Auch 2020 werden sie am 13. und 14. November wieder im Congress Center der Messe Frankfurt präsent sein. Dazu gibt es seit 2018 jedes Jahr eine aktualisierte Broschüre über alle dentalen Hilfsorganisationen in Deutschland. Mit dieser geballten Information hat man einen Überblick über die fachgebundenen Projekte auf der ganzen Welt. Egal ob Asien oder Afrika, Süd- oder Mittelamerika oder Ozeanien, mindestens eine Organisation aus Deutschland ist auf jedem Erdteil zu finden.

Ideal ein Jahr vor der Reise mit den Vorbereitungen beginnen

Nicht selten beginnen Interessierte ein Jahr vor dem Reisetermin mit den Vorbereitungen. Dementsprechend planen die Organisationen jetzt bereits für Frühjahr und Sommer 2021. Doch dies bedeutet nicht zwingen, dass es für dieses Jahr schon zu spät ist. Immer wieder sind noch einzelne Plätze verfügbar, so dass es sich lohnen kann, bei den jeweiligen Organisationen nachzufragen. Es ist wohl etwas zeitaufwendiger und aufgrund der Kürze der Zeit auch stressiger, doch bestehen gute Chancen, dass es doch noch klappt.

Wichtige Infos beim ZAD

Dass dieses Praktikum sich mitunter als sehr arbeitsaufwendig erweis, sollte man nie aus den Augen verlieren. Eine gut strukturiere Hilfe findet man auf der Webseite des Zahnmedizinische Austauschdiensts ZAD unter https://www.zad-online.com/.  Hier wird sehr genau erklärt, wie Bewerbung und Vorbereitung, sowie natürlich die Famulatur selbst abläuft. Der ZAD-Vorsitzende Nils Werner aus Regensburg betont ausdrücklich, dass solch ein Praktikum mitsamt den Vorbereitungen kein AI-Urlaub ist.

Zahnmedizinischer Austauschdienst e.V.:

53177 Bonn
Tel: (0228) 855744
Fax: (0228) 340671
E-Mail: zad@fvdz.de
Web: www.zad-online.com

Doch sind erst mal alle Hürden überwunden, steht dem Auslandsaufenthalt nichts mehr im Wege! Und gar nicht so selten erweist sich dieser als ein sehr spannendes Abenteuer!

Tobias Bauer, Singen

Titelbild: Auf Jamaika arbeiten junge Zahnärzte mit „Senior Experts“ (Foto: Tobias Bauer). Mehr im Beitrag Als Zahnarzt mit „Great Shape“ nach Jamaika