Schwarze Dreiecke, freiliegende Zahnhälse, lange klinische Kronen, Zahnlücken – eine erfolgreiche Parodontalbehandlung hinterlässt mitunter für die Patienten und den Zahnarzt unbefriedigende ästhetische Situationen. Wie können Parodontitispatienten erfolgreich behandelt und die Ästhetik optimiert werden? Dieser wichtigen Frage widmete sich die Jahrestagung 2019 der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie in Darmstadt.

Zum Start des Hauptprogramms am 20. September 2019  im Darmstadtium ging es in der ersten Session nach der Begrüßung um den „Frontzahn mit tiefer Tasche“. Prof. Dr. Wim Teughels aus dem belgischen Leuven eröffnete den Vortragsreigen mit einem sehr aktuellen Thema: „Vermeidung von Chirurgie – Innovationen in der anti-infektiösen Therapie“. Sein Fazit: Es spricht in der Klinik doch einiges für die positive Wirkung adjunktiver Therapien wie Antibiotika, Probiotika, Wundauflagen oder -Einlagen, Metformin, Statine oder Hyaluronsäure. Sie können die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs durchaus reduzieren und es gibt vielversprechende Daten für diese Adjunktiva. Aber es fehlt weiter an klinischen Daten und dafür auch an geeigneten Outcome-Kriterien, denn mit den herkömmlichen Kriterien lässt sich der echte klinische Nutzen dieser Therapien nicht ausreichend bewerten.

Die beiden folgenden Vorträge widmeten sich dann der Chirurgie: „Wenn Chirurgie, dann minimal-invasiv“ – Prof. Dr. Hannes Wachtel, München, und „Auf zu neuen Grenzen – minimal-invasive Chirurgie hoch zwei“ – Prof. Dr. Martina Stefanini, Bologna (Italien). Der erste Kongresstag steht weiter im Zeichen der Frontzähne. Es geht um verschiedene Therapieotionen für schwarze Dreiecke und den Erhalt stark geschädigter Zähne in der Front.

Die DG Paro-Jahrestagung läuft noch bis Samstagnachmittag. Dann stehen unter anderem ästhetische Probleme rund um Implantate und die Rehabilitation bei Verlust mehrere Zähne in der Front auf dem Programm. Am Samstag findet auch der Teamtag unter dem Motto „Die Parodontologie 2019“ statt. Auch hier wird das Programm von Hands-on-Kursen begleitet. Parallel zum Kongress gibt es Symposien der Industriepartner und eine Dentalausstellung.

Als Tagungsleiter verantwortlich zeichnet in diesem Jahr Prof. Dr. Moritz Kebschull. Er hat nicht nur ein vielseitiges Panel nationaler internationaler Referenten gewinnen können, die DG Paro bietet auch neue Formate an. So können die Themen der Hauptvorträge mit den Referenten in der DG Paro-Lounge im Gespräch vertieft werden. Passende Hands-on-Kurse bieten die Möglichkeit, gesehene Techniken und Verfahren selbst auszuprobieren. Dazu stehen zahlreiche Kurzvorträge und Posterpräsentationen auf dem Programm, außerdem diverse Preisverleihungen. Insgesamt 850 Teilnehmer wurden gemeldet.

Auf der Mitgliederversammlung der DG Paro am 19. September 2019 wechselte die Präsidentschaft der Gesellschaft: Prof. Dr. Bettina Dannewitz (Weilburg) übernahm das Amt von Prof. Dr. Christof Dörfer (Kiel). Neuer Präsident elect ist Prof. Dr. Henrik Dommisch (Berlin).

Der Beitrag wurde am 23. September 2019 um 11 Uhr aktualisiert.

Titelbild: Prof. Dr. Wim Teughels eröffnete unter dem Vorsitz von Prof. Moritz Kebschull und Prof. Bettina Dannewitz den Vortragsreigen im Hauptprogramm. (Foto: MR/Quintessenz)