„Sie selbst sind der Erfolg“ – mit diesem Statement begrüßte Michael Stock, Vertriebsleiter Schütz Dental, die rund 250 Zahnärzte und Zahntechniker, die zur Eröffnung des 5. CAD/CAM Events nach Kronberg kamen. Die Teilnehmer erlebten besondere Persönlichkeiten auf der Bühne, die aufzeigten, wie sie sich beruflich und privat erfolgreich ausrichten.

Lebenskonzept: Helfen, wo es wichtig ist

Eine dieser Persönlichkeiten ist Dr. Martin Jörgens, Zahnarzt aus Düsseldorf, den Stock als „Patientenversteher“ anmoderierte. Jörgens Lebenskonzept „Helfen, wo es wichtig ist“ erfüllte sich in seinem Projekt „daktari for maasai – dental care for tanzania“. Auslöser war eine einwöchige Safari, bei der Jörgens die unzureichende dentale Versorgung in dem afrikanischen Staat bewusst wurde. Mit mobilem Equipment ausgestattet, begann der engagierte Zahnarzt seine Tätigkeit als flying doctor. Gemeinsam mit einem zahnmedizinischen Team operierte und versorgte er die Einheimischen unter schwer vorstellbaren Umständen mit Unterstützung seines medizinischen Netzwerks – vor allem die Logistik war eine Herausforderung. Andere Dinge funktionieren dort besser: „Afrika ist digital! Vermehrt setzen wir Intraoralscanner ein, die uns die Arbeit erheblich erleichtern“, schwärmte Jörgens und wunderte sich, warum diese in Deutschland nicht schon längst, zum Beispiel in Seniorenresidenzen eingesetzt werden. Jörgens ermunterte zur Teilnahme bei seinem Projekt – mit Erfolg: In einer spontanen Aktion kam durch die Teilnehmer eine erstaunliche Spendensumme für das „Lebenskonzept“ von Dr. Jörgens zusammen. Dieser war sichtlich gerührt und bedankte sich im Namen der Tansanier und seinem Team bei Schütz Dental und Publikum.

Digitales Praxiskonzept

„Umsteigen oder Endstation“ stellte Zahnarzt Axel-Eckhardt Semlinger aus Höchstadt sein Praxiskonzept mit komplett umgesetztem digitalen Workflow vor. Er entschied sich 2017 für „Umsteigen“ und stattete seine zahnärztliche Tagesklinik inklusive Praxislabor mit einem Intraoralscanner, Streifenlichtscanner Tizian Smart-scan plus 2.0 plus Scan Software, einem taktilen Scanner (Renishaw DS 10) für die Stegherstellung und mit der Fräsmaschine Tizian 5.2 pro aus. Mit dieser digitalen Innovationsfreude positioniert er sich als Zahnarzt erfolgreich in seiner Region. Neben dem hohen Patientenaufkommen hat die digitale Technik weitere Vorteile wie geringere Lohnkosten und erhöhten Durchsatz, gleichbleibende Produktqualität, komfortable Dokumentation und Archivierung. „Fräsmaschinen produzieren auch nach Feierabend und an Sonn- und Feiertagen.“ Als Nachteil bemängelte er, dass die Software vielfach noch nicht völlig ausgereift auf den Markt gebracht wird. Weiterhin sind die höheren Wartungskosten und die, je nach Material, höhere Verschleißanfälligkeit zu berücksichtigen. Sein Fazit als unternehmerisch denkender Zahnarzt: Die Wirtschaftlichkeit bestimmt Praxis und Labor!

Konzept K – wie Kommunikation

Das gemeinsame Hobby Judo verbindet Siegfried Leder, Zahnarzt aus Nürnberg, mit seinem Vortragspartner, ZTM Rudolf Reil aus Nabburg. Die hinter diesem Sport stehende Philosophie half den aktiven Sportlern, ihre Zusammenarbeit auf die Basis „Nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten“ zu stellen. „Falsche Höflichkeit ist das Gift der Zusammenarbeit. Man sollte ehrlich zueinander sein“, forderte Leder eindringlich auf. Laut Reil dauert es etwa ein Jahr, um festzustellen, ob eine Zusammenarbeit funktioniert. Offene Kommunikation ist die wichtigste Grundlage: „diese funktioniert auch, obwohl wir eine Stunde voneinander entfernt sind.“ Dank Digitalisierung können die Daten aus Intraoralscan und Kiefergelenksvermessung mit dem Zebris-System (Vertrieb Schütz Dental) ortsunabhängig von beiden analysiert werden. Beide führen bei jedem Patienten eine Zebris-Analyse durch und entwickelten daraus ein gewinnbringendes Schienenkonzept auf Basis gefräster Schienen. Bis zu 100 Schienen fertigt Reil monatlich in seinem Labor. Für das Team Leder/Reil ist die Schienentherapie die beste Grundlage für passenden Zahnersatz ohne Einschleifen. ZTM Reil appellierte an die Zahntechniker, sich zu trauen, mit Einverständnis der Zahnärzte, sich vor den Patienten zu positionieren.

Konzept Entscheidung

Auch der dreimalige FIFA-Weltschiedsrichter Dr. Markus Merk wurde von Michael Stock als außergewöhnliche Persönlichkeit begrüßt. „Mein Leben ist ein Privileg“, schwärmte der erstaunlich bescheidene und bodenständig wirkende Pfälzer. Der promovierte Zahnmediziner betrieb eine Zahnarztpraxis in Kaiserslautern und fällte 2005 die folgenschwere Entscheidung: „Das will ich nicht mehr.“ Ihn verschlug es zunächst nach Indien, wo er Einheimische zahnmedizinisch versorgte. Seine zweite Karriere begann er als FIFA-Schiedsrichter, wurde dreimal zum FIFA-Weltschiedsrichter gewählt und erhielt das Bundesverdienstkreuz für seine Verdienste um den deutschen Fußball sowie für sein soziales Engagement. Anschließend moderierte er im türkischen Fernsehsender Lig TV und kommentiert für den Pay-TV-Sender Sky. Aus seiner Zeit als Schiedsrichter resümiert Merk: „Als Schiedsrichter musst Du spontan Entscheidungen treffen und den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen!“ Zudem bedarf es Begeisterung und Identifikation mit seinem Beruf. Die Gruppendynamik bekannter Mannschaften und die Strategie Einzelner bei denkwürdigen Spielen nutzte er, um zu demonstrieren, wie man schwierige Situationen souverän lösen kann und mit Fehlentscheidungen umgeht. Schließlich sei es wichtig, so Merk, hinter seinen Entscheidungen beziehungsweise Produkten zu stehen.

Konzept Künstliche Intelligenz

Wie kann KI künstliche Intelligenz (KI) konzeptionell in der Zahnmedizin genutzt werden? Für Jan Schellenberger, CTO Health AG, gibt es viele Ansätze: Heil- und Kostenpläne, Schnittstelle Praxis/Labor, Datenspeicherung, Patientenbindung. KI verhindert hier, dass gleichförmige Tätigkeiten irgendwann an Qualität einbüßen und analysiert darüber hinaus präzise. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um Abläufe zu beschleunigen. Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitsmarkt startet laut Schellenberg nicht durch, da kein Kundendruck vorliegt – für die Patienten steht die Schmerzlinderung im Vordergrund. Zum anderen ist der Arzt in erster Linie Mediziner, der Zahntechniker Techniker und beide keine IT-Spezialist. Digitalisierung in unserer Branche beschreibt zwei Vorgänge: 1. das Verfügbarmachen analoger Dinge und 2. die Optimierung von Prozessen. „Letztlich ist Digitalisierung das, was du draus machst“, beendete Schellenberger seinen Vortrag mit einem Blick über den digitalen Tellerrand hinaus und regte zum Nachdenken an.

Konzept function – esthetic – passion

„Handmade“ mit „Digital“ vereinen, damit sprach ZTM Stefan Picha vor allem Zahntechnikern aus dem Herzen. Der Oral Designer und „leidenschaftliche Schichter“ aus Fürth legt bei den Patienten Wert auf eine emotionale Ansprache. Er schenkt ihnen 60 Minuten Patientenzeit, klärt ihre Wünsche, plant die Umsetzung und befasst sich dann mit den Kosten. Picha sensibilisierte dafür, nicht dogmatisch auf digital oder analog zu setzen. Eher geht es um strategische Entscheidungen, zum Beispiel Inhouse- oder Outsourcing-Produktion. Viel Wert legt er auf ein gutes Provisorium. Trotz der Befürchtung, ein „zu gutes“ Provisorium könnte den Patienten von einer endgültigen Versorgung abhalten, sieht er darin die einzigartige Chance, sich Zeit zu verschaffen. Mit seinen Provisorien formt er bereits Putzkanäle und Pontic aus, wobei seine Provisorien eine deutlich längere Verweildauer im Mund (zwischen neun und zwölf Monaten) haben. Und bereits mit ihnen verfolgt er sein Konzept: function – esthetic – passion, das er nachfolgend in die definitive Versorgung umsetzt.

Okklusionskonzept

Ein Konzept muss logisch sein, deshalb plädieren Dr. Jürgen Reitz, Zahnarzt aus Hamburg und ZTM Jochen Peters, Kleinmeinsdorf für ein durchdachtes Okklusionskonzept. Funktionsspezialist Reitz ermittelt die individuellen Patientenwerte mittels elektronischer 3-D-Bewegungsaufzeichnungen (mit Tizian JMA Optic by zebris, Schütz Dental). Anschaulich demonstrierte er bei einer Probandin, dass eine Kieferrelationsbestimmung und Okklusionsüberprüfung im Sitzen oder Stehen durchgeführt werden sollte. Schienen verhindern zwar das Pressen der Zähne, beseitigen aber die Ursache nicht. Hier sollte interdisziplinär mit Physiotherapeuten und Osteopathen gearbeitet werden. Jochen Peters rechnete vor, dass eine Zahnarztpraxis rund 50.000 Euro pro Jahr durch Einschleifen verliert. „Es ist unsere Aufgabe, die Schleifzeiten zu reduzieren.“ Erreichbar sei dies durch die Kiefergelenksvermessung zum Beispiel mit dem Tizian JMA optic System by zebris. Tendenziell werden ihm zufolge zu viele Kontaktpunkte platziert. Fasziniert folgten die Zahntechniker dem Experten für Aufwachstechnik bei seiner Live-Demonstration, an welchen Stellen Kontakte sinnvoll sind und an welchen nicht. Grundsätzlich sollten diese nur dort gesetzt werden, wo Freiräume existieren und nicht an den Stellen, an denen dies von der Lehre dogmatisch vorgegeben wird. „Back to Nature mit wenigen Bewegungen und optimalen Kauleistungen“ lautete seine take-home message an das Publikum r.

Die Heldenreise – Neue Wege erfolgreich gehen

Auf die richtigen Fragen kommt es an! Persönlichkeitstrainer Cristián Gálvez hat schon Barack Obama interviewt und zählt zu den bekanntesten Rednern Deutschlands: Mitreißend rüstete er die Teilnehmer mental für ihre persönliche „Heldenreise“, vielleicht auch hin zur digitalen Welt in der Zahnarztpraxis oder im Labor. Bevor die Teilnehmer zu ihrer Reise aufbrechen, so Cristián Gálvez, sollten sie sich neue Fragen stellen. Anhand von Beispielen demonstrierte er, welche Fragestellungen zu konstruktiven Veränderungen führen und sich damit positiv auf die Lebensqualität auswirken. Eine sehr anregende Reise zum Helden, die das Publikum emotional mit auf ihre (Heim)reise nahm.

Auch das 5. CAD/CAM-Event von Schütz Dental im Campus Kronberg brachte wertvolle Impulse für Praxis und Labor. Die Veranstaltung bestach durch herausragende Persönlichkeiten mit außergewöhnlichen Lebens- und Erfolgskonzepten. „Nun liegt es an jedem Einzelnen, was er daraus macht“ verabschiedete Michael Stock 250 motivierte und inspirierte Persönlichkeiten auf ihre eigene Heldenreise. Das 6. CAD/CAM-Event findet am 21. und 22. November 2020 erneut im CAMPUS Kronberg (Taunus) statt. Informationen unter www.schuetz-dental.deClaudia Gabbert, Nordquadrat PR + Marketing, Hamburg

Das Titelbild zeigt die Referenten des ersten Veranstaltungstags (von links) Dr. Martin Jörgens, Michael Stock, Dr. Markus Merk, Zahnarzt Axel-Eckhardt Semlinger, ZTM Stefan Picha und Zahnarzt Siegfried Leder.