Trotz Corona-Pandemie als Präsenzveranstaltung: Die 30. Gutachterkonferenz des BDIZ EDI im Auftrag der Konsensuskonferenz Implantologie fand in Hamburg statt –  mit 40 hochzufriedenen Teilnehmern, die das neue Konzept mit Bestnoten bewerteten. Kooperationspartner war in diesem Jahr die Zahnärztekammer Hamburg.

Wie Hamburgs Kammerpräsident Konstantin von Laffert während der Begrüßung erwähnte, sei das Tagungshotel, das Grand Elysée, deshalb eine Besonderheit, weil es das letzte inhabergeführte Hotel Hamburgs sei. BDIZ EDI-Präsident Christian Berger wies auf zwei inhaltliche Besonderheiten der 30. Gutachtertagung hin: die Live-Schaltung zu BDIZ EDI-Justiziar Prof. Dr. Thomas Ratajczak, der diesmal nicht vor Ort sein konnte, und eine Gutachterkonferenz ohne Top-Thema, dafür mit einem Strauß an Vorträgen, die das Spektrum der implantologischen Problemfelder umfasste: Knochenaufbau, Periimplantitis, Keramik- im Vergleich zu Titanimplantaten, und die Schaffung von funktionellem Weichgewebe in der Implantologie.

Neue Versorgungsstrategie für schwierigste Fälle

Univ.-Prof. Dr. Dr. Nils-Claudius Gellrich (Hannover) stellte seine neue Versorgungsstrategie in schwierig(st)en Fällen der dentalen Rehabilitation vor, Priv.-Doz. Dr. Jörg Neugebauer (Landsberg) fasste die Ergebnisse des neuen Praxisleitfadens des BDIZ EDI zur Periimplantitis zusammen, der im Februar in Köln unter seiner Leitung von der Europäischen Konsensuskonferenz (EuCC) erarbeitet worden ist. Dr. Carolin Stolzer (UKE Hamburg) wägte die Frage ab, ob und wann Keramikimplantate eine sinnvolle Ergänzung im Behandlungsspektrum sein können und Dr. Jan Behring (Referat Fortbildung der ZÄK Hamburg) beschäftigte sich mit Bedeutung und Schaffung von funktionellem Weichgewebe in der Implantologie.

Juristischer Blick via Videoschaltung

Highlight zur Mittagszeit: Prof. Dr. Thomas Ratajczak wurde live aus seinem Home-Office zugeschaltet und beantwortete die Fragen der Teilnehmer. Seine Themen umfassten die Auswirkung der EU-Medizinprodukteverordnung auf die Zahnarztpraxen im Allgemeinen und die Gutachter im Besonderen. Die zahnärztliche Dokumentation war ein weiteres Thema, das er mit den Gutachtern diskutierte.

Dr. Wolfgang Neumann, Schatzmeister des BDIZ EDI, PD Dr. Jörg Neugebauer, Moderator Dr. Stefan Liepe (von links) (Foto: Wuttke/BDIZ EDI)

Die Moderation der 30. Gutachterkonferenz lag in Händen von Dr. Stefan Liepe, Geschäftsführer des BDIZ EDI. Er hatte auch für den reibungslosen Verlauf der Live-Schaltung gesorgt. Die Vielfalt der Themen, die an diesem Tag geboten war, spiegelt das große Spektrum wider, mit dem sich zahnärztliche Sachverständige heute auseinandersetzen müssen. Die Teilnehmer/innen bescheinigten der Veranstaltung „Hervorragende Veranstaltung bei diesen Grundvoraussetzungen“, „tolles Tool: die Live-Schaltung Ratajczak“, „Themen gut gewählt“. Die Aufforderung aus dem Auditorium lautete: „Weiter so!“

Abenteuerliche Vorbereitungsphase mit glücklichem Ausgang

In den vergangenen 30 Jahren hat es keine ähnlich abenteuerliche Vorbereitungsphase für die traditionelle Gutachterkonferenz Implantologie gegeben. Dennoch hat es der Bundesverband der implantogisch tätigen Zahnärzte (BDIZ EDI) geschafft, die Veranstaltung live stattfinden zu lassen. Es ist bis zum Schluss spannend geblieben. Die Genehmigung des Senats war endlich da, als das ausgewählte Hotel absagte, ein neues wurde mit Unterstützung der Zahnärztekammer Hamburg gefunden, das die coronabedingten Sicherheitsabstände und -bestimmungen garantieren und einhalten konnte. Referenten, Organisationsteam, die beiden Kooperationspartner und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewiesen einen langen Atem.

Titelbild: Gutachtertagung mit Abstand nach Corona-Regeln im Hotel Grand Elysée in Hamburg. (Foto: Wuttke/BDIZ EDI)