Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren gekommen: Am 7. Februar 2020 fand am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) erstmalig ein gemeinsames wissenschaftliches Symposium der vier zahnmedizinischen Kliniken statt. Einen ganzen Nachmittag lang konnten sich Studierende und Wissenschaftler in der Zahnklinik über die zahnmedizinische Forschung am UKR informieren und austauschen.

Vertreter der Polikliniken für Kieferorthopädie, Zahnerhaltung und Parodontologie, Zahnärztliche Prothetik sowie der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie präsentierten in Vorträgen aktuelle Forschungsprojekte. Neben klinischen Studien wurden Projekte der Werkstoffkunde, der Analyse der Gewebeverträglichkeit dentaler Materialien, der Regeneration von Zahngeweben und der Zahnentwicklung vorgestellt sowie Mechanismen der Zahnbewegung oder der Entstehung von Tumoren diskutiert. Prof. Dr. Marianne Federlin von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie erläuterte am Beispiel eines Füllungsmaterials, wie klinische Studien durchgeführt werden. Prof. Dr. Christian Morsczeck, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, befasste sich in seinem Vortrag mit „Vorläuferzellen des dentalen Follikels: Osteogene Differenzierung und zelluläre Seneszenz.“

Zwei Vorträge diskutierten Fragestellungen der Kieferorthopädie: PD Dr. Agnes Schröder erläuterte die Modulation der kieferorthopädischen Zahnbewegung durch Kochsalz, und der Miller-Preisträger 2019, PD Dr. Dr. Christian Kirschneck, stellte Ergebnisse aus seiner ausgezeichneten Forschungsarbeit vor: „Bedeutung von Hypoxie und HIF-1α für die kieferorthopädische Zahnbewegung und assoziierte inflammatorische Prozesse“

Der Organisator des Symposiums, Prof. Dr. Helmut Schweikl, Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, diskutierte Zellreaktionen auf dentale Monomere und Fragen der Toxizität. In die Materialforschung führte der Vortrag von Prof. Dr. Martin Rosentritt, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, zum Thema Zirkonoxid.

Im Anschluss an diesen Vortragsblock hatten Doktoranden als wesentliche Träger dieses Symposiums die Gelegenheit, ihre Forschungsergebnisse einem breiten Publikum in Form von Postern zu präsentieren. Insgesamt 18 wissenschaftliche Poster von Zelltoxizität von Adhäsivsystemen über Ernährung und Zahnbewegung in der Kieferorthopädie bis zu Kopf-Hals-Tumoren und Oberflächenbehandlung von CAD/CAM-Restaurationen wurden vorgestellt. In lebhaften Diskussionen konnten sich so fortgeschrittene Studierende mit interessierten Kommilitonen unterer Fachsemester austauschen.

Zahnmedizinische Forschung fördern

Organisiert wurde das Symposium von Professor Dr. Helmut Schweikl und PD Dr. Matthias Widbiller aus der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des UKR. „Das Wissen, das Studierenden vermittelt wird und das Zahnärzte im praktischen Alltag für die Behandlung ihrer Patienten einsetzen, ist das Resultat einer vielfältigen und intensiven Forschungsarbeit. Essenziell ist daher, dass Studierende und Zahnärzte über aktuelle zahnmedizinische Forschungsthemen informiert sind. Mit dem 1. Regensburger Symposium Zahnmedizin soll die zahnmedizinische Forschung gefördert und verstärkt wahrgenommen werden“, hieß es in der Ankündigung zur Veranstaltung.

Prof. Dr. Helmut Schweikl (li.) und PD Dr. Matthias Widbiller während der Organisation des Symposiums
(Foto: UKR/Vincent Schmucker)

„Das Symposium bringt Studierende und Wissenschaftler der verschiedenen Fachdisziplinen unseres Hauses zusammen und dient als zentrale Plattform für persönlichen und fachlichen Austausch“, erklärten die beiden Organisatoren. „So können wir unseren Studierenden vermitteln, dass Forschung in großem Umfang am Klinikum stattfindet und welche Forschungsgebiete wir anbieten“, beschreibt Professor Schweikl die Bedeutung der Veranstaltung.

Studierende und Doktoranden als Hauptzielgruppe

Durch Vorträge erfahrener Wissenschaftler erhalten vor allem Studierende und Doktoranden des UKR Einblicke in die zahnmedizinischen Forschungsprojekte des Hauses. Den Doktoranden bietet das Symposium die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse einem breiten Publikum in Form von Postern zu präsentieren. Studierende und Doktoranden sollen inspiriert und motiviert werden, eine Forschungstätigkeit aufzunehmen oder eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen.

Alle Teilnehmer waren aufgerufen, das beste Poster zu wählen. Am Ende des Symposiums konnte an den Gewinner ein Buchpreis vergeben werden. Gefördert wurde der Posterpreis durch den „Verein ehemaliger Zahnmedizinstudenten Regensburg e.V.“ Die Teilnehmer des Symposiums konnten zudem Fortbildungspunkte sammeln.

Zahnmedizinische Forschung am UKR hat Tradition

„Die zahnmedizinische Forschung am UKR besteht seit Gründung der Zahnklinik im Jahr 1984 und hat sich seitdem stark weiterentwickelt. Wir sind in nationale und internationale Forschungsprojekte eingebunden. Die Publikationsleistungen bewegen sich seit vielen Jahren auf hohem Niveau“, so Professor Schweikl. „Zahlreiche positive Rückmeldungen aus dem Haus zeigen die Unterstützung des Symposiums durch alle Fachabteilungen der Zahnmedizin hindurch. Dieser Zuspruch freut uns besonders“, so die beiden Organisatoren einig. Das Symposium soll auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden, um eine Tradition in Regensburg zu schaffen. Die durchgehend positive Resonanz verstehen die beiden Organisatoren daher als Auftrag für ein neues Symposium im kommenden Jahr.

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) versorgt jährlich etwa 35.500 Patienten stationär sowie ca. 154.000 ambulant. In 29 human- und zahnmedizinischen Kliniken, Polikliniken, Instituten und Abteilungen beschäftigt das Universitätsklinikum Regensburg mehr als 4.900 Mitarbeiter. Neben der Patientenversorgung der höchsten Versorgungsstufe ist das UKR gemeinsam mit der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg für die Ausbildung von rund 2.150 Studierenden (Human- und Zahnmedizin) sowie für die medizinische Forschung verantwortlich.

Titelbild: Professor Dr. Helmut Schweikl bei der Begrüßung der Besucher des Symposiums. (Foto: UKR)