Die Freiburger Wissenschaftlerin PD Dr. Susanne Proksch ist diesjährige Trägerin des Deutschen Miller-Preises der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). Sie wurde für ihre Arbeit „Molekulare und zelluläre Aspekte der Regeneration parodontaler Hartgewebe“ mit der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnung der DGZMK geehrt. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen des Wissenschaftlichen Kongresses zum Deutschen Zahnärztetag am Samstag, 10. November 2018, in Frankfurt überreicht.


Im Video berichtet Miller-Preisträgerin PD Dr. Susanne Proksch über ihre Arbeit und weitere Projekte. (Video: Quintessence News/QTV)

Der Wissenstransfer zahnmedizinischer Innovation von den Hochschulen in die Praxen ist eines der primären Ziele der DGZMK. Die Förderung wissenschaftlicher Arbeit zählt darüber hinaus zu den Satzungsaufgaben der Dachorganisation zahnmedizinischer wissenschaftlicher Gesellschaften und Arbeitskreise. Deshalb vergibt sie Preise für Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet und ehrt Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner, die sich hier besonders auszeichnen.

Aktuelle Themen im Fokus

Die in diesem Jahr ausgezeichneten Arbeiten befassten sich vielfach mit aktuellen Themen, so der Ausbildung im Umgang mit Patienten allgemein und mit Patienten mit Handicap. Fachlich standen die Befestigung chairside gefertigter Restaurationen und die Guided Bone Regeneration im Fokus. In diesem Jahr waren Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke besonders erfolgreich, sie konnten drei Auszeichnungen in Empfang nehmen. „Die Preisverleihungen belegen, dass sich die Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke auf hohem wissenschaftlichen Niveau mit gesellschaftlich relevanten Themen befasst“, erklärte Prof. Dr. Stefan Zimmer, Leiter des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der UW/H, anlässlich der Bekanntgabe der Preisträger. „Wir sind stolz auf diese Bestätigung unserer Arbeit.“

Innovative Ideen für die Ausbildung

Dental Education Award (von links): Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Reiner Biffar, Prof. Dr. Katrin Hertrampf, Dr. Frank Emde, Kurt Kaltenbach Stiftung (Foto: DGZMK/Spillner)

Traditionell werden auf dem Deutschen Zahnärztetag weitere Preise verliehen, so an die Preisträger des Dental Education Awards der Kurt Kaltenbach Stiftung. Den Förderpreis für innovative Ideen erhielten drei Wissenschaftler und ihre Teams. Ausgezeichnet wurde Prof. Dr. Katrin Hertrampf, Kiel, für ihr Projekt „Der Einfluss der klinischen Patientenbehandlung auf den Umgang mit ethischen Fragestellungen bei Studierenden der Zahnmedizin“.

Dental Education Award (von links): Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Reiner Biffar, Prof. Dr. Andreas Schulte, Prof. Jan Ehlers und Dr. Frank Emde, Kurt Kaltenbach Stiftung (Foto: DGZMK/Spillner)

Prof. Andreas Schulte, Witten, Dr. Michael Egermann, Witten, Dr. Peter Schmidt, Witten, und Prof. Jan Ehlers, Witten, wurden für ihre Arbeit „Evaluation eines neuen Unterrichtsmoduls zur Vorbereitung von Studierenden im Fach Zahnmedizin auf die Behandlung von Patienten mit Behinderung“ geehrt.

Dental Education Award (von links): Kuratoriumsmitglied Prof. Reiner Biffar, Sonja Wiesweg, Dr. Andreas Söhnel, Dr. Frank Emde, Kaltenbach Stiftung (Foto: DGZMK/Spillner)

Dr. Andreas Söhnel, Greifswald, und Prof. Dr. Hans-Jörgen Grabe, Greifswald, erhielten für ihre Untersuchung „Einstellung von Zahnmedizinstudenten zum psychisch alterierten Patienten – Relevanz eines psychiatrischen Praktikums für Zahnmediziner“ ebenfalls eine Auszeichnung. Den Preis in Empfang nahmen Söhnel und Sonja Wiesweg, die ebenfalls an der Uni Greifswald tätig ist.

Jahresbestpreis der DZZ

Der mit 3.000 Euro dotierte diesjährige DZZ-Jahresbestpreis geht an Dr. Sven Timo Schreiber, Witten, Dr. Mozhgan Bizhang, Witten, und Prof. Dr. Stefan Zimmer, Witten, für die In-vitro-Studie zum Über-/Unterschussverhalten von chairside hergestellten Versorgungen – „In vitro study of material excess and underfilled margin behavior of chairside manufactured restorations.“

IPJ-Preise nach Zürich und Witten

Den Preis des vom Quintessenz-Verlag ausgelobten Internationalen Poster-Journals (IPJ) gewann ein Team aus Zürich: Dr. Nadja Naenni, Zürich, Dr. Dr. David Schneider, Zürich, Prof. Dr. Christoph Hämmerle, Zürich, Prof. Dr. Ronald E. Jung, PhD, Zürich, Dr. Jürg  Hüsler, Zürich, und PD Dr. Daniel S. Thoma, Zürich, wurden  für das Poster „Randomised Controlled Clinical Study Evaluating Two Membranes for Guided Bone Regeneration” ausgezeichnet.

Ein zweiter Preis ging an ein Team aus Witten: Dr. Marcel Hanisch, Münster, Dr. Lale Hanisch, Witten, Prof. Dr. Gholamreza Danesh, Witten, Prof. Dr. Johannes Kleinheinz, Münster, und Prof. Dr. Jochen Jackowski, Witten, wurden für „ROMSE – A database for orofacial manifestations in patients with rare diseases and setup of a unified classification form of dysgnathia“ ausgezeichnet. Dabei geht es um den Aufbau einer Datenbank zur Registrierung Oraler Manifestationen bei Seltenen Erkrankungen (ROMSE), ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Diagnostik und die möglichen Therapieoptionen gelegt.

DGZMK-Ehrenmedaille an Kolwes und Reiss

Bereits anlässlich der feierlichen Eröffnung des Deutschen Zahnärztetags am 8. November 2018 in der Frankfurter Paulskirche ehrte die DGZMK zwei in der Wissenschaft und Wissensvermittlung hoch engagierte Zahnmediziner für ihr jahrzehntelanges Engagement mit der DGZMK-Ehrenmedaille. Dr. Roger Kolwes und Dr. Bernd Reiss erhielten die Auszeichnung aus den Händen von DGZMK-Präsident Prof. Dr. Michael Walter.

Titelbild: PD Dr. Susanne Proksch ist diesjährige Trägerin des Miller-Preises der DGZMK. (Foto: DGZMK/Spillner)