Die Straumann Group steigt in den Bereich „Künstliche Intelligenz“ und „Telemonitoring“ ein und will hier Lösungen für dentale Anwendungen mitentwickeln. Das Unternehmen hat am 12. April 2018 angekündigt, die globalen Vertriebsrechte für ein innovatives Telemonitoring-System der französischen Dental Monitoring (DM) und eine Minderheitsbeteiligung als Gegenleistung für eine Eigenmittelzufuhr zu erwerben. Damit erhalte man Zugang zu einer wegweisenden Technologie, die eine Smartphone-App mit künstlicher Intelligenz kombiniert, um die Behandlungseffizienz zu steigern.

App bereits im Markt erhältlich

Dental Monitoring hat ein System entwickelt, mit dem Zahnärzte den Fortschritt von kieferorthopädischen und dentalen Behandlungen verfolgen können, ohne dass der Patient die Praxis besuchen muss. Dieses wird bereits erfolgreich vermarktet. Mit einer App auf dem Smartphone fotografiert der Patient seine Zähne; die Bilder werden in das System von DM hochgeladen und mittels künstlicher Intelligenz, die selbst kleinere Veränderungen erkennt, mit früheren Daten verglichen. Das System informiert dann den Zahnarzt, der daraufhin zeitnah eingreifen und effiziente Behandlungsanpassungen vornehmen kann. Unnötige Kontrollbesuche lassen sich so vermeiden, heißt es.

Kieferorthopädische Behandlung beschleunigt

Indem das System den Zeitpunkt identifiziert, an dem der Patient für den nächsten Korrekturschritt bereit ist, kann die kieferorthopädische Behandlung beschleunigt werden. Das System prüft auch, ob in der Nachbehandlung ein Rückschritt aufgetreten ist. Weitere Vorteile sind Zeiteinsparungen für den Zahnarzt, ein verbesserter Behandlungsstandard sowie Komfort und Sicherheit für den Patienten (siehe Video auf www.dental-monitoring.com).

Informationen zu vielen Veränderungen im Mund

Das System wird seit bereits in verschiedenen Märkten verkauft, so in Frankreich, den USA Australien und Großbritannien. Es wurde weiterentwickelt, um auch die Mundhygiene zu kontrollieren und Karies, Frakturen, Restaurationsdefekte, Zahnfleischschwund, Entzündungen, Infektionen sowie andere Erkrankungen zu erkennen. Zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten – zum Beispiel in Verbindung mit Intraoral-Scannern in der Zahnarztpraxis oder zur Kontrolle von Zahnimplantaten – sind denkbar.

Einstieg in den KfO-Markt

Künstliche Intelligenz könnte so das gesamte Spektrum der Aktivitäten von Straumann unterstützen, einschließlich der korrektiven, präventiven, restaurativen und prothetischen Zahnmedizin, heißt. Die jetzige Geschäftsaktion passt zur Strategie des Baseler Konzerns, sein Geschäftsfeld über die Implantologie und Zahntechnik zu erweitern und vor allem digitale Verfahren weiterzuentwickeln. Im August 2017 hatte man mit der vollständigen Übernahme von ClearCorrect den Einstieg in die Kieferorthopädie vollzogen. Wie Marco Gadola, CEO der Straumann Group, und Deuschland-Geschäftsführer Holger Haderer jüngst bei einer Kundenveranstaltung anlässlich des Deutschen ITI-Kongresses in Bonn ankündigten, wird das Unternehmen noch in diesem Jahr mit ClearCorrect und Alignern auch in Deutschland in den KfO-Markt einsteigen.

Zu den gemeinsamen Plänen heißt es: „Straumann wird die Technologie von DM in seine kieferorthopädischen und digitalen Lösungen integrieren. Die beiden Unternehmen werden gemeinsam weitere Anwendungen für künstliche Intelligenz im Dentalbereich entwickeln. Dental Monitoring wird von der Marke, dem Netzwerk sowie den Vertriebs- und Entwicklungsressourcen der Straumann Group profitieren und seine Lösungen weiterhin über das eigene Netzwerk verkaufen sowie Kieferorthopädie-Kunden unterstützen.“

„App wird die Zahnmedizin verändern“

Marco Gadola, CEO der Straumann Gruppe, sagte: «Wenn Zahnärzte ihren Patienten eine zuverlässige, leicht zu benutzende mobile App anbieten können, um ihre Zähne und den Behandlungsfortschritt zu kontrollieren, wird dies die Zahnmedizin verändern. Mit unserer Investition in DM erhalten wir ein bewährtes kieferorthopädisches Telemonitoring-System sowie Zugriff auf Technologien auf Basis künstlicher Intelligenz. Zudem sichern wir uns damit einen innovativen Partner, der über das Know-how verfügt, weitere bahnbrechende Lösungen in unserem Betätigungsfeld zu entwickeln.»

Über Dental Monitoring

Dental Monitoring SAS entwickelte und lancierte das weltweit erste System für kieferorthopädisches Telemonitoring und ist ein Pionier für den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Zahnmedizin, heißt es. Das 2013 gegründete Unternehmen führte sein Produkt 2015 auf dem französischen Markt ein, zuerst, um ausreichende klinische Daten zu erfassen und eigene dentale Algorithmen zur Erreichung der erforderlichen Genauigkeit zu entwickeln. Der Start des kommerziellen Vertriebs erfolgte 2017. Die Produkte von DM werden heute in den USA, in Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, Australien, Singapur und Hongkong verkauft. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris hat Niederlassungen in den USA, in Australien und Hongkong und beschäftigt rund 100 Mitarbeitende. Weitere Informationen finden sich auf www.dental-monitoring.com.