1,7 Prozent weniger Füllungen, mehr als 900 Z-MVZ, 2.210 neu approbierte Zahnärzte – diese und mehr Daten zur vertragszahnärztlichen Versorgung und zur Kostenentwicklung in den Zahnarztpraxen bietet das KZBV-Jahrbuch 2019.

Die zentrale Aufgabe der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) ist es, die flächendeckende, wohnortnahe und patientenorientierte Versorgung sicherzustellen. Neben den adäquaten rechtlichen Rahmenbedingungen sind dafür auch verlässliche Zahlen, Daten und Fakten notwendig. Diese Informationen zum Leistungsgeschehen werden seit Jahren in aufwendigen Verfahren erhoben, aufbereitet und als wissenschaftliche Auswertungen im Jahrbuch der KZBV veröffentlicht. Die neueste Ausgabe für 2019 mit den Daten von 2018 liegt jetzt vor.

Füllungen weiter rückläufig

So bestätigt die aktuelle Ausgabe des Jahrbuchs den weiter rückläufigen Trend in der Füllungstherapie: Die Gesamtzahl der Füllungen sank im Jahr 2018 um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 49,7 Millionen. Die KZBV sieht darin auch ein Indiz für die weitere Verbesserung der Mundgesundheit und das Ergebnis der erfolgreichen Umorientierung hin zu präventionsorientierter Versorgung.

Mehr als 4.300 Verträge mit Pflegeeinrichtungen

Ein großes Augenmerk legt der Berufsstand auf Patientengruppen mit besonderem Behandlungsbedarf wie Pflegebedürftige und Menschen mit einer Beeinträchtigung. Seit dem Jahr 2014 können spezielle Kooperationsverträge mit Pflegeeinrichtungen geschlossen werden, die Zahnärzten eine systematische Betreuung vor Ort ermöglichen. Die Zahl der Verträge ist im Vorjahresverglich noch einmal gestiegen und lag Ende 2018 bei 4.331. Daraus ergibt sich ein Abdeckungsgrad von bundesweit rund 30 Prozent.

Auch die Besuchszahlen bei der aufsuchenden Betreuung sind in diesem Zeitraum um fast 2 Prozent auf etwa 936.000 nochmals gestiegen. Der positive Trend bei Verträgen und Besuchen setzt sich auch nach den neuesten Zahlen weiter fort. Weitere Informationen dazu bietet die KZBV im Internet.

Zahl der Z-MVZ steigt weiter

„Rein zahnärztliche Medizinische Versorgungszentren (Z-MVZ) unter Kontrolle von Fremdinvestoren stehen für die Gefahr einer versorgungsschädlichen Kommerzialisierung des Gesundheitswesens“, so die KZBV. Im Jahr 2018 stieg die Zahl der MVZ im Vorjahresvergleich nochmals von 458 auf 658 an. Nach aktuellem Stand gebe es sogar bereits 907 MVZ, so die KZBV. Diese Z-MVZ erzeugten „eine Sogwirkung auf niederlassungs- und anstellungswillige junge Zahnärztinnen und Zahnärzte in Ballungsgebieten und lassen in Kombination mit dem demografischen Wandel Engpässe auf dem Land und in strukturschwachen Gebieten entstehen“, so die KZBV.

Entwicklung bei Investoren beobachten

Durch eine spezielle Regelung im Terminservice- und Versorgungsgesetz ist es zuletzt zwar gelungen, die Gründungsbefugnis von Kliniken für Z-MVZ einzuschränken. Wie sich das aber auf die weitere Entwicklung auswirke, bleibe abzuwarten. Die KZBV überwache den Komplex engmaschig und stehe mit dem Gesetzgeber im fortgesetzten Dialog, Informationen stellt sie auf ihrer Homepage zur Verfügung. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte auf der Vertreterversammlung der KZBV in Berlin im November ebenfalls angekündigt, die Entwicklung beobachten zu wollen.

Aussagekräftige Daten dank ZäPP

Mit dem neuen Zahnärzte-Praxis-Panel – kurz ZäPP – werden seit 2018 aussagekräftige, belastbare Daten über die Rahmenbedingungen und die wirtschaftliche Entwicklung der Praxen gewonnen. „Rund 4.700 Erhebungsbögen sind eingegangen, was einer Rücklaufquote von fast 13 Prozent entspricht. Damit war ZäPP bereits im ersten Jahr ein großer Erfolg. Das Jahrbuch 2019 stellt ausgewählte Ergebnisse der ersten Erhebungswelle vor. Die Abgabefrist für das laufende ZäPP endet am 31. Januar 2020.“, so die KZBV. Das Jahrbuch bietet damit auch Zahlen für den Vergleich der eigenen Praxisdaten mit der Gesamtheit.

Zahl der Approbationen höher als 2017

An qualifiziertem Nachwuchs mangelt es dem Berufsstand weiter nicht: Im Jahr 2018 lag die Zahl der Approbationen mit 2.210 noch einmal höher als im Vorjahr. 2.167 Studierende haben sich in diesem Zeitraum an Universitäten für Zahnmedizin eingeschrieben.

Jahrbuch 2019 – Hintergrund und Bezugsquellen

Das von der Abteilung Statistik erarbeitete Jahrbuch ist seit langem etabliertes Standardwerk für Informationen und fundierte Erhebungen im Bereich Zahnmedizin. Die Ausgabe 2019 enthält unter anderem Tabellen und Grafiken aus den Bereichen Gesetzliche Krankenversicherung, zahnärztliche Versorgung, Zahnarztzahlen sowie Praxisentwicklung und kann auf der Website der KZBV bestellt werden. Die Vollversion kann im pdf-Format dort auch kostenfrei abgerufen werden.

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