Wie man die Knochenheilung bei Patienten verbessern kann, die zuvor wegen einer Knocheninfektion behandelt wurden, erforscht Dr. Johannes Maximilian Wagner vom BG Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum. Er hat für seine Arbeit jetzt den renommierten Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) erhalten.

Spezifische Entzündungsreaktion

Eine Knochenentzündung erfordert schnelles und striktes Handeln. Oft ist die operative Entnahme des infizierten Knochenmaterials unumgänglich. Im weiteren Heilungsverlauf können sich jedoch Probleme einstellen. Denn bei vielen operierten Patienten zeigt sich eine gestörte Knochenheilung. Das führt zu Komplikationen und einem längeren Krankenhausaufenthalt. Nicht selten ist eine erneute Operation und manchmal sogar eine Amputation der betroffenen Gliedmaße vonnöten. Dr. Johannes Maximilian Wagner und seine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Björn Behr haben sich mit den Gründen dieses Problems beschäftigt: Ursächlich sind demzufolge spezifische Mediatoren, die im Knochen eine Signalkaskade auslösen und somit zu einer sehr spezifischen Entzündungsreaktion führen können, die die Knochenheilung beeinträchtigt.

Experimentelle Studie

Ein Lösungsansatz könnte der Einsatz von körpereigenen Stammzellen sein. Diese Stammzellen werden beispielsweise aus dem Fettgewebe entnommen und dann auf einem Trägermaterial (Kollagen) auf den betroffenen Knochen aufgetragen. Dr. Wagner und sein Team haben in einer tierexperimentellen Studie dieses Verfahren erprobt. Dabei zeigte sich ein signifikant besserer Knochenheilungsprozess. „Die Therapie mittels körpereigener Stammzellen könnte perspektivisch ein sehr guter Ansatz sein, die Behandlung betroffener Menschen deutlich zu verbessern“, so Dr. Wagner. „Mögliche Heilungsrisiken, die sich aus einer mangelhaften Knochenheilung ergeben, könnten auf diese Weise verringert werden.“

Das Titelbild zeigt einen Ausschnitt aus der Filmreihe „Kommunikation der Zellen, Volume 5: Die gesteuerte Knochenregeneration“ des Quintessenz Verlags. Zu sehen ist der Vorgang „Bedeutung der Fibrinmatrix für die Entzündungsreaktion bei der Knochenregeneration“.