Patienten haben ein gutes Vertrauensverhältnis zu ihren Zahnärzten. Das ergibt das aktuelle Patientenbarometer 2/2019, das vom Onlineportal Jameda zweimal im Jahr auf der Grundlage der ausführlichen Patientenbewertungen erhoben wird. Im Schnitt bewerten Patienten das Vertrauensverhältnis auf einer Schulnotenskala von 1 bis 6 mit der Note 1,31. Damit liegen die Zahnmediziner deutlich über dem Durchschnitt: Insgesamt wird das Vertrauensverhältnis der Ärzte in Deutschland mit einer 1,75 benotet.

Zusätzlich lasse sich bei der Mehrheit der Facharztgruppen ein positiver Trend verzeichnen, der auch bei den Zahnärzten zu beobachten sei, so die Auswertung. Im vergangenen Jahr betrug die durchschnittliche Note der Zahnärzte in dieser Kategorie noch 1,33. Ein ähnlich gutes Vertrauensverhältnis scheint zwischen Urologen und ihren Patienten zu herrschen: Sie erreichen im Durchschnitt eine 1,56, gefolgt von den Gastroenterologen (1,83). Im Vergleich dazu schneiden die Augenärzte (2,26) beim Vertrauensverhältnis am schlechtesten ab.

Auffällig ist auch, dass das Vertrauensverhältnis zu den Zahnärzten besser bewertet wird, je älter der Patient ist. So werden im Alterssegment der über 50-Jährigen durchschnittlich Bestnoten von 1,21 vergeben, während die unter 30-Jährigen nur mit einer 1,35 bewerten. 30- bis 50-Jährige siedeln sich mit der Notenvergabe von 1,30 im Mittelfeld an.

Regionale Unterschiede

Privatversicherte bewerten das Vertrauensverhältnis bei allen Facharztgruppen besser als Kassenpatienten. Bei den Zahnärzten fällt die Differenz sogar am geringsten aus. Von Privatpatienten erhalten sie im Durchschnitt die Note 1,26, von Kassenpatienten eine 1,27, allerdings ist hier laut Portal die Datenlage eher gering, weil die Angabe des Versichertenstatus bei den Bewertungen freiwillig ist. Besonders groß ist der Unterschied bei den Dermatologen: Von gesetzlich Versicherten erhalten sie eine 2,27, von privat Versicherten hingegen eine 1,63.

Auch regionale Unterschiede sind zu beobachten. Das beste Vertrauensverhältnis herrscht zwischen Zahnärzten und Patienten in Bayern (1,26), dicht gefolgt von Hamburg (1,28) und Nordrhein-Westfalen (1,29). Am schlechtesten wird es dagegen in Mecklenburg-Vorpommern (1,54) bewertet.

Gesamtzufriedenheit der Patienten in 2019 leicht gestiegen

Insgesamt ist die Zufriedenheit der Patienten in Deutschland im ersten Halbjahr 2019 leicht gestiegen. Während die Gesamtzufriedenheit im vergangenen Jahr noch eine Durchschnittsnote von 1,75 erhielt, liegt sie derzeit bei einer guten 1,71. Im Facharzt-Vergleich schneiden die Zahnärzte mit einer sehr guten 1,28 auch hier am besten ab, gefolgt von den Urologen (1,53). Auch in der Gesamtwertung scheinen Patienten mit Dermatologen (2,19) und Augenärzten (2,18) am unzufriedensten zu sein. Die Gesamtzufriedenheit ist eine Durchschnittsnote aus den Kategorien „Zufriedenheit mit Behandlung“,      „Zufriedenheit mit der Aufklärung durch den Arzt“, „Beurteilung des Vertrauensverhältnisses zum Arzt“, „Zufriedenheit mit der Freundlichkeit des Arztes“ und „Zufriedenheit mit der genommenen Behandlungszeit“.

Online-Terminvereinbarung wird positiv wahrgenommen

Ein Zusammenhang bestehe zudem zwischen Ärzten mit der Möglichkeit zur Online-Terminvereinbarung und der Zufriedenheit ihrer Patienten mit der Wartezeit auf einen Termin sowie der telefonischen Erreichbarkeit. heißt es. In beiden Fällen schnitten Ärzte mit Online-Terminvereinbarung besser ab. So erhielten auch die Zahnärzte für die telefonische Erreichbarkeit eine überdurchschnittliche 1,17 und für die Wartezeit auf einen Termin die Note 1,32.

„Im Gegensatz dazu vergeben Patienten für Zahnärzte ohne dieses Feature lediglich eine 1,25 für die telefonische Erreichbarkeit und eine 1,47 für die Wartezeit. Ein möglicher Grund kann hierfür sein, dass das Praxistelefon durch die Online-Buchung deutlich entlastet ist und die Terminvergabe optimiert wird“, so die Bewertung durch das Unternehmen, das diese Option für Ärzte ebenfalls anbietet.

Patienten-Feedback als Orientierung für Patienten und Ärzte

Man verstehe sich als Partner für den digitalen Patientenkontakt und unterstütze Ärzte und andere Heilberufler dabei, die passenden Patienten anzusprechen und die Praxis mit Hilfe digitaler Angebote effizienter und erfolgreicher zu machen, so das Unternehmen. Das Ziel sei es dabei, Arzt und Patient passgenau zusammenzuführen und das Gesundheitssystem transparent zu gestalten, heißt es. Der Burda-Medienkonzern, Eigentümer des Portals, hat gerade angekündigt, in diesen Bereich und den gesamten Gesundheitsmarkt weiter investieren zu wollen, auch ist eine Neuausrichtung bei Jameda vorgesehen.

Bisher gebe es im niedergelassenen Bereich keine Indikatoren, um die Versorgungsqualität für Patienten transparent zu gestalten. Das Feedback, das Patienten in Form von Schulnoten oder Freitexten auf Portalen vergeben, diene daher als hilfreiche Orientierung für andere Patienten bei der Suche nach dem passenden Arzt, heißt es in der Meldung zum Patientenbarometer.

Unter Bezug auf eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg (2016) „Einfluss von Arztbewertungen auf die Patientenversorgung“ hebt das Unternehmen darauf ab, dass auch Ärzte von dem Patientenfeedback profitierten und es aktiv für ihre Praxis nutzen: Laut Studie hatten 55 Prozent der insgesamt 2.360 befragten Mediziner aufgrund von Bewertungen bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Patientenversorgung getroffen. Damit sei das Patientenfeedback ein wichtiges Hilfsmittel zur Verbesserung der Beziehung zwischen Patienten und Arzt.

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