Das Münsteraner Unternehmen Blue Safety feierte am 11. Mai 2020 sein zehnjähriges Firmenjubiläum – eine erfolg- und ereignisreiche Zeit für die Gründer und Geschäftsführer Chris Mönninghoff und Jan Papenbrock. In dieser Zeit etablierten die Wasserexperten ihr SAFEWATER Hygiene-Technologie Konzept zur Keimreduktion in den wasserführenden Systemen zahnärztlicher Behandlungseinheiten und veränderten mit den verbesserten Hygienebedingungen auch das Bewusstsein für Sicherheit durch Hygiene – eine Haltung, die immer wichtiger wird. Dazu initiierten die Münsteraner weitere interessante Projekte rund um ihr Lieblingselement Wasser – auch darüber sprechen die Geschäftsführer in einem Interview mit Quintessence News.

Herr Mönninghoff, Herr Papenbrock, Blue Safety feiert aktuell sein zehnjähriges Firmenjubiläum. Mit welchen Zielen sind Sie damals als Unternehmen gestartet und wo sehen Sie sich heute?

Safewater ist ein Full Service-Konzept mit individuellen Spülplänen, jährlichen Wartungen und akkreditierten Probenahmen.

Chris Mönninghoff: Mit Blue Safety verfolgen wir von Anfang an das Ziel, die Hygiene in der Dentalwelt zu revolutionieren – für die Gesundheit und Sicherheit der Zahnmediziner, für ihre Teams und Patienten. Im Zuge unserer Forschungen wurden wir damals auf eine massive Lücke in der Hygienekette von Zahnarztpraxen aufmerksam. Denn deren Wasser führende Systeme bieten Keimen einen idealen Lebensraum und eine funktionierende Lösung für das Keimproblem existierte bis dato nicht. Stattdessen beherrschten Mittel den Markt, deren mangelnde Wirksamkeit bereits Studien aus den 70er-Jahren belegten. Und das Schlimme: die Praxisinhaber wähnten sich sicher.
Jan Papenbrock: Mit unserem Hintergrund aus der Lebensmittelhygiene und -technologie entwickelten wir eine wirksame Lösung, die effektiv gegen Biofilme und damit Legionellen sowie Pseudomonaden wirkt. Wir arbeiten stets mit dem Ansporn, den Zahnmediziner bestmöglich zu unterstützen und zu schützen, in mikrobiologischer, rechtlicher, technischer und finanzieller Hinsicht. Zu Beginn war Wasserhygiene in den Köpfen der Praxisinhaber kaum präsent. Wir betrieben jede Menge Aufklärung, um für die wirkliche Gefahr zu sensibilisieren. Und unsere Arbeit trägt seit Jahren Früchte. Inzwischen helfen wir mehr als 1.000 Praxen in Deutschland und Österreich erfolgreich bei ihrer Wasserhygiene. Aus dem Zwei-Mann-Betrieb ist ein über 70 Teammitglieder fassender Medizinproduktehersteller gewachsen, der nach DIN EN ISO 13485 zertifiziert ist und mit eigenem Labor weitere Innovationen vorantreibt.

In dieser Zeit haben sich auch die Rahmenbedingungen wie Hygienevorschriften, Trinkwassserverordnung etc. verändert. Viele Zahnärzte beklagen den hohen Bürokratieaufwand und sehr viele Auflagen und Vorgaben, die beachtet werden müssen. Sehen Sie in Ihrem Fachgebiet hier Optimierungsbedarf?

Mönninghoff: Wir hören von Zahnmedizinern immer wieder, dass sie eigentlich am liebsten nur behandeln wollen. Doch Praxisinhaber sind gleichzeitig Unternehmer, die Verantwortung für Team und Patienten tragen. Da ist Hygiene ein kleiner, aber besonders wichtiger Teil. Ein entsprechendes Qualitätsmanagement ist zwar bürokratischer Aufwand, doch auch eine strukturgebende Maßnahme, die rechtlich absichert. Die Wasserhygiene ist da keine Ausnahme. Auch hier existiert ein Dschungel aus Gesetzen, Normen und Richtlinien, die es zu beachten gilt. Unsere Optimierung geht so weit, dass wir uns für die Praxisinhaber um diesen Themenkomplex kümmern.
Papenbrock: Mit Safewater bieten wir einen Full Service, mit dem wir Praxen und Kliniken wasserseitig sicher aufstellen. Denn es ist eben nicht mit der Installation irgendeiner Anlage getan. Um dauerhaft hygienisch einwandfreies Wasser sicherzustellen, bedarf es einer engmaschigen Betreuung. Wir erstellen gemeinsam mit dem Praxisteam ein maßgeschneidertes Konzept mit individuellen Spülplänen, jährlichen Wartungen und akkreditierten Probenahmen, die die Wirksamkeit der Hygienemaßnahmen nachweisen. Als zentraler Ansprechpartner sind wir jederzeit für unsere Kunden greifbar und kümmern uns so lange, bis alles reibungslos funktioniert – ohne Zusatzkosten.

Das Safewater Hygiene Technologie-Konzept entlastet dank seines umfangreichen Dienstleistungspakets Zahnmediziner in allen Belangen der Wasserhygiene

Das Safewater System bekämpft den aquatischen Biofilm in den Wasser führenden Systemen von Behandlungseinheiten. Ist das Problembewusstsein für Legionellen und Co. bei den Zahnärzten stärker geworden?

Papenbrock: Wir merken eindeutig, dass das Problembewusstsein für die Verkeimung der wasserführenden Systeme immer stärker wird. Das liegt zum einen daran, dass auch der Legionellenbefall in deutschen Praxen stetig zunimmt. So erreichen uns regelmäßig Anrufe aus Praxen, die dringend Hilfe bei einer Kontamination brauchen. Hier reagieren wir schnell und unkompliziert, sodass sie schnell wieder behandeln können. Zum anderen nehmen auch die Begehungen durch Behörden zu. Allen voran natürlich jetzt in Bayern – durch Corona noch etwas verzögert. Auch diese lenken den Fokus weiter auf Wasserproben und ein funktionierendes Wasserhygienemanagement.
Mönninghoff: Auch hier bekommen wir übrigens immer wieder positives Feedback aus unseren Partnerpraxen. Bei den Begehungen hilft unser gemeinsamer Einsatz, reibungslos den Haken für erfüllt zu bekommen. Und wir alle wissen, wie betriebswirtschaftlich fatal eine mikrobiell bedingte Praxisschließung und entsprechende Ausfallzeiten sein können.

Mit welchen Schwierigkeiten haben Zahnärzte und Sie für Ihre Kunden beim Thema Wasserhygiene noch zu kämpfen?

Papenbrock: Abseits der Wasserhygiene kämpfen wir für die Sicherheit von Medizinprodukten als Arbeitsgeräte der Zahnmediziner. Denn auch hier lauern Gefahren für deren gesundheitliche und rechtliche Unversehrtheit. So zum Beispiel im Bereich der Druckflaschensysteme, die in den Praxen zum Einsatz kommen, um alte Behandlungseinheiten konform mit der Trinkwasserverordnung und der DIN EN 1717 zu betreiben. Unsere Praxisbesuche der vergangenen Jahre haben teils schauerliche Lösungen gezeigt. Von behelfsmäßig umfunktionierten Trinkflaschen bis zu industriell gefertigten Produkten ist ihnen eins gemeinsam: von Hygiene kann hier keine Rede sein. Sie bilden im wahrsten Sinne der Flaschenhals, denn die Bottles lassen sich nicht vorschriftsgemäß aufbereiten.
Mönninghoff: Einer Lösung haben wir uns mit der SAFEBOTTLE verschrieben. Unsere validiert aufbereitbare Innovation ist die erste ihrer Art made in Deutschland. Hier setzen wir auf eine Zylinderform mit großer Öffnung, die eine Reinigung und Desinfektion ermöglicht. Robuste und hochwertige Materialien dieses Medizinprodukts Klasse I sorgen für Langlebigkeit und ein durchweg hygienisches Design. Ob national oder international, auch hier herrscht wieder großer Aufklärungsbedarf.

Stichwort Corona: Sehen Sie in Gesprächen mit den Kunden, ob sich in der aktuellen Pandemie-Situation die Einstellung gegenüber Hygienemaßnahmen verändert hat?

Papenbrock: Natürlich lenkt Corona den Fokus ganz klar auf den Komplex Hygiene, eben auch in Zahnarztpraxen. Ein Faktor ist zum Beispiel der Sprühnebel, der regelmäßig während der zahnmedizinischen Behandlung auftretend in den vergangenen Wochen an Aufmerksamkeit gewann. Dass dessen eigentliche Gefahr jedoch im Inneren der Wasser führenden Systeme lauert, wurde in den Diskussionen wenig berücksichtigt. Unsere Partnerpraxen kämpfen mit Safewater erfolgreich gegen Wasserkeime wie Legionellen oder Pseudomonaden.
Mönninghoff: Ein weiterer Aspekt ist das Hygienebewusstsein der Patienten. Schon in der Vergangenheit war Hygiene der zweitwichtigste Entscheidungsfaktor für Praxen, nach und während Corona wird sich das intensivieren. Wer also als Zahnmediziner seinen Hygieneeinsatz klug kommuniziert, gewinnt und bindet Patienten langfristig.

Auch Ihr System hat sich in den vergangenen zehn Jahren weiterentwickelt. Was waren rückblickend die wichtigsten Etappen – und welche Innovationen sehen Sie für die Zukunft?

Mönninghoff: Über die Jahre sind Technologie und Service hinter Safewater stetig optimiert worden. Insbesondere in der Digitalisierung und der Usability ist die Anlage vorangeschritten – während wir mit wachsender Teamgröße auch in den Praxen immer präsenter werden. Weitere wichtige Etappen stellen natürlich die Safebottle und die Zertifizierung nach DIN EN ISO 13485 dar.
Papenbrock: Für die Zukunft legen die Zertifizierung und verschiedene Patente die Grundlage für viele weitere innovative Produkte. Wir werden den Komplex Hygiene weiter revolutionieren – beim Wasser und abseits dessen. Sie dürfen gespannt bleiben.

Man kennt Blue Safety als Wasserhygiene-Experten, dabei engagieren Sie sich in vielen interessanten Projekten, von denen viele natürlich mit Wasser zu tun haben. Was liegt Ihnen besonders am Herzen?

Papenbrock: Neben unserem Einsatz für die Zahnmediziner engagieren wir uns in sozialen Projekten. Wir sponsern zum Beispiel seit Jahren einen lokalen Schwimmverein. So geben wir einerseits etwas zurück und bleiben andererseits unserem Lieblingselement Wasser treu. Mit unserer gemeinnützigen WATER.FOUNDATION treiben wir diesen Ansatz weiter. Langfristig streben wir mit ihr Projekte an, die den Menschen sauberes Wasser zur Verfügung stellen, für die der Zugang eben nicht selbstverständlich ist. Das sehen wir als unsere unternehmerische Verpflichtung. Gleichzeitig ist die Stiftung natürlich ein Weg, auch medizinisch neue Projekte anzuregen.

Das Titelbild zeigt die Geschäftsführer von Blue Safety, Chris Mönninghof und Jan Papenbrock. Bilder: Blue Safety