Die Digitalisierung ist einer der Trends, auf die sich Zahnarztpraxen einstellen und deren Möglichkeiten sie nutzen sollten, um auch in Zukunft erfolgreich in der Praxis tätig zu sein. Welche Rolle spielt dabei die Praxissoftware? Dietmar Hermann ist Zahnarzt und Leiter des Produktmanagements bei Dampsoft. Er gibt im Interview dazu Auskunft. Sein Unternehmen ist Premium Partner des Deutschen Zahnärztetags und steht im Netzwerk der Kompetenzen für den Bereich Praxissoftware.

Früher ging es bei einer Praxissoftware in erster Linie um die Patientenkartei und die Abrechnung. Welche Anforderungen stellen Praxen heute an Softwareanbieter?

Dietmar Hermann: Die Praxisverwaltung via Software stellt mittlerweile die gesamte digitale Schaltzentrale der Praxis dar und ist somit sowohl Herz als auch Hirn der gesamten Organisation. Sämtliche Prozesse, sofern von der Praxis gewünscht, können in digitaler Form und nahezu ohne Einsatz von Papier abgebildet werden – eine große Entlastung und Einsparfaktor der Praxis!

Dietmar Hermann (Jahrgang 1976) studierte von 1997 bis 2003 Zahnmedizin an der Universität Gießen. Nach seinem Studium war er als Assistent bei einem deutschen Zahnarzt in Nizza tätig und arbeitete von 2004 bis 2006 als angestellter Zahnarzt in Bad Nauheim. 2006 wechselte er zu Dampsoft an die Ostseeküste, wo er bis heute als Leiter des Produktmanagements tätig ist. (Foto: Dampsoft)

Viele Softwareprodukte gibt es schon seit Jahrzehnten. Jetzt nimmt die Digitalisierung im Gesundheitswesen auch durch den politischen Druck gewaltig Fahrt auf, es werden neue Anwendungen wie das elektronische Bonusheft, die elektronische Patientenakte und der elektronische Heil- und Kostenplan kommen, die ja integriert werden müssen. Zudem liefern die Geräte in der Praxis immer mehr Daten, die verwaltet und verarbeitet werden müssen. Kommt eine ältere Software irgendwann an ihre Grenzen?

Hermann: Das Schöne an Software ist ja, dass sie mit ihren Aufgaben modifiziert und angepasst werden kann. Viele der heutigen Anforderungen konnte man sich sicherlich zum Markteintritt einer heute etablierten Software kaum vorstellen, und doch wurden diese Anforderungen umgesetzt und Prozesse eingepflegt.

Die Grenzen können höchstens beim Kunden selbst liegen, der nicht zu viele Änderungen in seiner gewohnten Softwareumgebung wünscht und somit eine gewisse Innovationshürde darstellt. Mit einer Software, die lange am Markt ist, sowohl Bestandskunden als auch Neueinsteiger – die einer völlig anderen Generation mit anderen Vorkenntnissen und Erfahrungen entstammen – gleichermaßen zu begeistern, ist nicht immer leicht und wird im Laufe der Zeit immer schwieriger.

„Der Trend geht immer mehr in Richtung Interoperabilität und Vernetzung“

„Meine Praxis – meine Zukunft“ heißt das Motto des diesjährigen Deutschen Zahnärztetags. Was muss eine Praxisverwaltungssoftware heute können, damit sie auch mit den neuen technischen Entwicklungen und der Praxis der Zukunft mithalten kann?

Hermann:  Der Trend geht immer mehr in Richtung Interoperabilität und Vernetzung unterschiedlicher Systeme und Softwareprodukte. Hier sollte eine Praxisverwaltung möglichst gut aufgestellt sein und der Praxis keinen „closed shop“ präsentieren.

Erfahrungsgemäß nutzen die meisten Anwender von Software nur einen Bruchteil der Möglichkeiten, die ihnen die Programme bieten – weil ihnen oft das Wissen fehlt, welche Tools in den Produkten stecken und wie sie diese sinnvoll einsetzen können. Wie wichtig sind Schulungen für das Team? Und wie werden solche Teamschulungen mit den neuen digitalen Möglichkeiten künftig aussehen können, Stichwort eTutorials oder Webinare?

Hermann: Genauso, wie für das Praxisteam fachliche Fortbildungen sinnvoll sind, damit die tägliche Arbeit am Patienten möglichst reibungslos und nach neuesten Erkenntnissen stattfinden kann, macht es natürlich auch Sinn, sich über die aktuellen Möglichkeiten in der Praxisverwaltungssoftware auf dem Laufenden zu halten. Nur so können Ineffizienzen oder Verzögerungen vermieden werden.

Letztlich sorgen Programmschulungen dafür, dass die Investition in eine Verwaltungssoftware optimal genutzt wird und sich diese Anschaffung durch effizientere Abläufe und Zeitersparnis schnell für die Praxis wieder auszahlt. An dieser Stelle zu sparen. ist aus unserer Erfahrung nicht sinnvoll. Das kostet höchstens doppelt an anderen Stellen. Moderne Schulungskanäle, wie Webinare oder Tutorial-Videos, bringen das Wissen sehr bequem und kostengünstig an das Praxispersonal und vermeiden unnötige Fahrtzeiten und -kosten. Außerdem können diese Schulungen zu Zeiten angeboten werden, wo normalerweise keine Schulung an einem anderen Ort genutzt werden könnte, zum Beispiel im Rahmen einer verlängerten Mittagspause.

„Unsere Software ist von Tausenden von Kunden feingeschliffen“

Ihr Unternehmen wurde von Zahnärzten für Zahnärzte gegründet. Wie wichtig ist der direkte Kontakt zum Kunden für Dampsoft und welche Rolle spielt dabei die Premium Partnerschaft für den Deutschen Zahnärztetag?

Hermann: Unser Unternehmen konnte vor allem deshalb erfolgreich werden, weil wir uns von Beginn an sehr intensiv mit den Anforderungen der Zahnärzte beschäftigt haben. Einerseits durch die Erfahrungen aus der eigenen Praxis, anderseits durch den engen Austausch mit den Kollegen. So konnte unsere Verwaltungssoftware über Jahrzehnte von Tausenden von Kunden feingeschliffen werden und lässt mittlerweile keine Wünsche mehr offen.

Neue Anforderungen werden regelmäßig mit Kunden und Kooperationsfirmen besprochen und anschließend in der Software umgesetzt. Hier ist für uns als Premium Partner auch die Zusammenarbeit mit den anderen Unternehmen im Netzwerk der Premium Partner sehr interessant. Wir sind von Anfang an dabei, und es haben sich über die Jahre schon einige gute und erfolgreiche Kooperationen ergeben, mit positiven Effekten auch für unsere Kunden.

Ein Unternehmensporträt von Dampsoft lesen Sie hier: „Software vom Zahnarzt für den Zahnarzt“

Titelbild: Dampsoft