Geht ein Implantat verloren und muss unter Umständen die gesamte Prothetik neu angefertigt werden, ist dies für den Patienten, aber auch für den Chirurgen, den Zahnarzt und den Zahntechniker sehr ärgerlich. Hier greift jetzt eine erweitertet Garantie, die Camlog für seine Kunden anbietet.

Vorgestellt wurde diese neue Garantie auf einer Pressekonferenz am 22. Januar 2020 in Frankfurt (Main). Bereits seit 2011 bietet das Unternehmen eine lebenslange Garantie auf Implantate und Abutments. Mit dem neuen Angebot „patient28PRO“ ist jetzt eine innovative Garantieerweiterung für fünf Jahre gegeben, die im Falle eines Implantatverlusts Kunden partnerschaftlich unterstützt. Seit dem 1. Februar 2020 profitieren davon Chirurgen, Prothetiker, Zahntechniker und Patienten gleichermaßen.

Kostenlose Ersatzleistungen für die Neuversorgung

Komme es zu einem Implantatverlust, biete die neue Garantie kostenlose Ersatzleistungen für die Neuversorgung – Implantate inklusive der Prothetik. Die Besonderheit ist, dass die Ersatzleistungen alle prothetischen Komponenten inklusive Hilfsteile abdecken, also auch wenn gewünscht die prothetische Neuversorgung über Dedicam (Fertigungs- und Dienstleistungen) sowie die Implantate von Camlog und BioHorizons. Die Absicherung greift für alle nach dem 1. Februar 2020 gesetzten Implantate (unabhängig vom Kaufdatum) ab dem ersten Tag der Implantation bis fünf Jahre danach, erläuterten die Camlog-Geschäftsführer Martin Lugert und Markus Stammen.

Die neue Garantie patient28PRO bietet im Falle eines Implantatverlustes kostenlose Ersatzleistungen für die Neuversorgung – Implantate inklusive Prothetikkomponenten und DEDICAM Leistungen. Bildquelle: Camlog

Unbürokratisch und weitgehend ohne Einzelfallprüfung

Die Garantie greife weitgehend unabhängig von der Ursache des Implantatverlusts, und auch die Abwicklung soll unbürokratisch und ohne Einzelfallprüfungen erfolgen. Alle erforderlichen Angaben werden über ein Online-Formular im persönlichen Profilbereich auf www.camlog.de/patient28pro eingereicht und durch den Technischen Kunden-Service bearbeitet. Eine Einzelfallprüfung findet nur hinsichtlich der Herkunft und der Zweckbestimmung der Produkte statt. Das heißt, die Implantate sollten gemäß der vom Hersteller vorgegebenen Indikationen eingesetzt und mit Originalteilen versorgt werden. Die Kunden können jederzeit in ihrem Profilbereich den aktuellen Bearbeitungsstand in Echtzeit einsehen und bleiben so stets auf dem Laufenden, heißt es.

Gewisse Flexibilität für die Neuversorgung

Für einen Patientenfall stellt immer nur einer der Beteiligten den Antrag für alle – zum Beispiel der Chirurg oder der Prothetiker. Die gelieferten Materialien sind nur für die neue Versorgung dieses speziellen Patienten gedacht. Sie dürfen nicht anderweitig bei einem anderen Patienten eingesetzt und dem Patienten auch nicht weiterberechnet werden. Darauf wies auch der Jurist Prof. Dr. Thomas Ratajczak in der Diskussionsrunde hin.

Bei den in der Garantie gelieferten Komponenten gibt es eine gewisse Flexibilität bei den neu gelieferten Komponenten, so Hubert Wagner, selbst Zahnarzt und bei Camlog für die Abwicklung der neuen Garantieleistungen verantwortlich. So können andere Implantatdurchmesser oder Längen bestellt werden. Auch bei der Prothetik gebe es einen Spielraum, zum Beispiel Steg statt Teleskope. Sie sollte aber gleichartig sein.

Kein Versicherungsmodell

Lugert und Stammen verwiesen auf die seit 20 Jahren bewährte Camlog-Qualität. Diese ergebe sich aus der kontinuierlichen Forschung, Entwicklung sowie den mehrfachen Prüfungen und Belastungstests. Dadurch seien die Produkte perfekt aufeinander abgestimmt, mit hochpräziser Passgenauigkeit und Leistungsfähigkeit. „Für die Inanspruchnahme von patient28PRO müssen deshalb die Herstellerempfehlungen eingehalten und originale Prothetikkomponenten verwendet worden sein“, heißt es daher in der Produktinformation zum neuen Garantieangebot. „Wir haben hier kein Versicherungsmodell, sondern eine echte Garantie gewählt“, so Stammen. Man leiste die Garantie aus den eigenen Mitteln und Ressourcen, bekräftigte auch Lugert.

Diskutierten die neue Garantie: Martin Lugert (Geschäftsführer Camlog), Dr Thomas Kiesel (Ergo/GoDentis), Karin Schulz (Dentagen), Hubert Wagern (Camlog) Prof. Dr. Thomas Ratajczak und Dr. Jörg-Martin Ruppin (von links). (Foto: Quintessence News)

Gute Argumente für Originalkomponenten

Für Karin Schulz, Vorstandsmitglied des Dentagen-Laborverbunds, ist die neue Garantie eine wichtige Unterstützung auch für die zahntechnischen Laboratorien. Sie entlaste die Labore „im Falle eines Falles“. Auch werde es für die Labore damit einfacher, für den Einsatz von Originalkomponenten zu argumentieren, weil damit die Garantie verbunden sei. Der finanzielle Druck, der oft zum Einsatz „günstigerer“ Komponenten anderer Anbieter führe, könne damit reduziert werden.

Echte Entlastung für alle Beteiligten

Auch der Implantologe Dr. Jörg-Martin Ruppin begrüßte in der Diskussion die neue Garantie. Sie biete eine echte Entlastung für Zahnärzte und Labor und natürlich auch für den Patienten, wenn wegen eines Implantatverlusts neu behandelt werden müsse. Ruppin plädierte ebenfalls für den Einsatz von Originalteilen. Auf die Lebenszeit eines Implantats und einer Implantatversorgung gerechnet, gehe es am Ende nur um wenige Euro, die aber eben auch mehr Sicherheit brächten.

Positives Feedback zu Progressive Line

Ebenfalls auf der Pressekonferenz informierten Lugert und Stammen über die erfreuliche Geschäftsentwicklung und den gelungenen Übergang der Verantwortung von Michael Ludwig auf sie zum Jahreswechsel. Sascha Wethlow berichtete über die weitere Entwicklung beim 2019 vorgestellten neuen Implantatsystem Progressive Line. Die Experten, die das System jetzt in der Pre-Launch- und Testphase in ihren Praxen einsetzten, geben sehr positive Rückmeldungen sowohl über die chirurgischen Möglichkeiten als auch über Zeitvorteile. Das je nach Knochenqualität flexible Bohrprotokoll, die spezielle Gewindegestaltung und Geometrie des Implantatsystems bewährten sich in der Sofort- und in der Spätimplantantation.

Das bestätigte auch Ruppin in seiner kleinen Fallpräsentation. Die Primärstabilität sei aufgrund des speziellen koronalen Gewindes sehr gut. Für die Überweiser ändere sich dank der zum Camlog- und Conelog-System identischen Prothetikkomponenten nichts.

Biomaterial im erfolgreichen Pre-Launch

Das neue porcine Biomaterial NovoMatrix für die Weichgewebsaugmentation stellte Florian Grathwol auf der Pressekonferenz ebenfalls kurz vor. Das 2019 auf dem Osteology-Symposium in Barcelona vorgestellte und jetzt im Pre-Launch befindliche Produkt werde vorhydriert und gebrauchsfertig geliefert und könne bei Raumtemperatur gelagert werden. Das Material zeige eine schnelle zelluläre Wiederansiedelung und Revaskularisierung. Es eigne sich für verschiedene Augmentationstechniken, auch für die (modifizierte) Tunneltechnik. Die entsprechenden Kurse dazu seien stark nachgefragt. Der Launch des Produkts soll Anfang Mai 2020 nach dem Oral Reconstruction Global Symposium in New York im April erfolgen. (MM)

Titelbild: Die Camlog-Geschäftsführer Martin Lugert (links) und Markus Stammen führten durch ihre erste Pressekonferenz. (Foto: Quintessence News)