AVZ fordert klare Regelungen zu Praxislaboren

In der Sendung „Wiso“ des ZDF wurden am Montag, 7. Oktober 2019, im Beitrag „Teure Tricks der Zahnärzte“ überteuerter Zahnersatz und nicht korrekte, intransparente Rechnungen aus Praxislaboren thematisiert. Der Präsident des Arbeitgeberverbands Zahntechnik e.V. (AVZ) in Berlin, ZTM Manfred Heckens, sieht hier eindeutig das Bundesministerium für Gesundheit in der Pflicht, eine rechtskräftige und klare Regelung zur Frage des Eigenlabors und seiner vielfältigsten Gestaltungsvariationen herbeizuführen. Dies schließt die Präzisierung der Berechnungsgrundlage des im Eigenlabor hergestellten Zahnersatzes ein. Die im Beitrag geschilderten Fälle und Konstellationen seien keine Einzelfälle. Dem AVZ liege zu diesem Abrechnungsgebaren von Zahnärzten mit sogenannten Eigenlaboren oder Zahnarztlaboren eine große Anzahl an Belegen vor.

Erstaunt sei er über die Aussage der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), die laut Beitrag schriftlich erklärt hat, sie kenne „keine der behaupteten Machenschaften!“ Mit dieser lapidaren Aussage zeige die „oberste Berufsvertretung der Zahnärzteschaft, dass sie entweder ihre Prüfaufgaben nicht konsequent wahrnimmt und die Augen vor solch betrügerischen Aktivitäten, die wahrlich keine Einzelfälle sind bewusst verschließt oder den Mantel der Unschuld über ihre Zahnärzte mit den verschiedensten Praxislaborderivaten deckt“, heißt es in der Erklärung des AVZ.

Die BZÄK ist als Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern allerdings keine Körperschaft des öffentlichen Rechts, sondern ein eingetragener Verein. Die Kontrollaufgaben, unter anderem zur Einhaltung des Berufsrechts, obliegen den Zahnärztekammern der Länder. Vonseiten der BZÄK hieß es auf Nachfrage von QN, die Produktionsfirma, die den im ZDF in „Wiso“ ausgestrahlten Beitrag produziert hat, habe eine ausführliche, mehrseitige Stellungnahme der BZÄK zum Thema erhalten. Es sei daher außerordentlich befremdlich, dass nur dieser eine, aus dem Zusammenhang gerissene Satz im Beitrag verwendet worden sei. Die Bundeszahnärztekammer habe sich eben nicht auf ein Bestreiten beschränkt, sondern ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das beschriebene Verhalten den Straftatbestand des Betrugs erfüllen würde. Der Produktionsfirma wurde empfohlen, derartige Sachverhalte den zuständigen Behörden anzuzeigen und es diesbezüglich nicht bei einem behaupteten „Insiderwissen“ zu belassen. Die Story schien der Produktionsfirma aber offenbar wichtiger, als der Patientenschutz.

Die Bundeszahnärztekammer fordert den AVZ zudem mit Nachdruck auf, diese behaupteten Belege vorzulegen, damit die Kammern in die Lage versetzt werden, die Vorwürfe zu prüfen und wo erforderlich, Rechtsverstöße zu ahnden. (Quelle: AVZ/QN)

BLUE SAFETY beruft Martin Wetzel als Leiter Finanzen

Zum 1.Oktober 2019 verstärkt Martin Wetzel die Riegen von Blue Safety als Leiter Finanzen. Der Finanzexperte aus dem Heilberufssektor verstärkt die Münsteraner beim Ausbau der finanziellen Strukturen zugunsten des weiteren Unternehmenswachstums sowie der Produktentwicklung und -einführung. Mit der neu geschaffenen Position stellen sich die Wasserexperten für die Zukunft auf.

Martin Wetzel ist seit 1. Oktober 2019 Leiter Finanzen bei Blue Safety Bild: Blue Safety

„Dynamisches Wachsen fordert professionelle finanzielle Begleitung. Mit Martin Wetzel haben wir einen erfahrenen Spezialisten gewinnen können, der aufgrund seines Hintergrunds nicht nur versiert in der Finanz-, sondern auch in der Dentalwelt agiert und unser Unternehmen bereits lange Jahre als externer Berater begleitete“, kommentiert Jan Papenbrock, Gründer und Geschäftsführer Blue Safety, die Entscheidung.

Nach Stationen bei der Volksbank Gelsenkirchen und Volksbank Münster und nebenberuflichem BWL-uStudium wechselte Wetzel 2011 zur Deutschen Apotheker- und Ärztebank. Parallel engagiert sich der zweifache Familienvater ehrenamtlich als Gründungsmitglied des Fördervereins Schwimmen Münster sowie als Finanzvorstand bei der Startgemeinschaft Schwimmen Münster e.V. (SGS). Durch die Arbeit mit den Kindern entstand auch der erste Kontakt zu den Wasserexperten, die den Verein als Sponsoren seit Jahren fördern. „Mit meinem Wechsel habe ich die Chance, das Wachstum und die Zielesetzung von Blue Safety nicht nur aus Banken-, sondern auch aus Unternehmenssicht mitzugestalten. Ich freue mich sehr, Entscheidungen strategisch zu unterstützen und die Liquidität der Firma aktiv zu steuern“, so Wetzel. (Quelle BLUE SAFETY/QN)

Zuwachs im Vorstand der CompuGroup Medical SE

Dr. Eckart Pech tritt zum 1. November 2019 in den Vorstand der CompuGroup Medical SE ein und führt den neu geschaffenen Bereich Consumer and Health Management Information Systems. Das Koblenzer Unternehmen möchte damit seine Rolle als treibende Kraft bei der Vernetzung im Gesundheitswesen weiter stärken.

Dr. Ekart Pech

Zuletzt war Dr. Pech im Vorstand der Allianz Technology SE verantwortlich für globale IT-Plattformen der Allianz Gruppe. Davor war er Chief Information Officer und Mitglied der Geschäftsführung bei der Telefonica Deutschland AG, President und CEO der Detecon, Inc.; und hat das Beratungsgeschäft der Deutschen Telekom im amerikanischen Markt aufgebaut und geführt. Seinen Berufseinstieg hatte Pech beim zum Daimler-Konzern gehörenden Beratungsunternehmen Diebold und war dort zuletzt als Partner für den Bereich „Mobile & Online“ tätig. Dr. Pech studierte Betriebswirtschaftslehre und Chinesisch an der Universität Bayreuth und der Shanghai International Studies University. Er verfügt über umfassende, globale Erfahrungen im General Management und Technologie-Management.

„Wir freuen uns, einen so erfahrenen Manager für diesen strategisch wichtigen Bereich gewinnen zu können“, betont Frank Gotthardt, Vorstandsvorsitzender und CEO der CompuGroup Medical SE. „Die Vernetzung der Gesundheitsprofis untereinander und insbesondere die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern schreiten voran, und diese Entwicklung wollen wir – gemeinsam mit Herrn Pech – führend mitgestalten.“ (Quelle: CGM Medical SE)

Carmen Zoppke neue Leiterin Vertrieb & Marketing

Carmen Zoppke ist seit 1. Oktober 2019 als Leiterin Vertrieb & Marketing neu im Team der Zantomed GmbH in Duisburg. In dieser neu geschaffenen Position bringt sie ab sofort ihre dentale Expertise für Dentalprodukte mit ein. Sie sammelt seit nunmehr 25 Jahren Erfahrungen im Bereich Vertrieb und Marketing innerhalb der Dentalbranche. Diese beinhalten den Vertrieb zahnärztlicher Medizinprodukte,- und Verbrauchsmaterialien, sowie Produkte aus dem zahntechnischen Bereich. Die Zantomed GmbH vertreibt vorrangig dentale Verbrauchsmaterialien und Spezialitäten für die Prophylaxe und die Oralchirurgie.

Das gesamte Vertriebsteam um Geschäftsführer Benjamin Hatzmann freue sich über den Neuzugang und die damit verbundene, strukturierte Investition in eine Erhöhung der Kundenzufriedenheit der Praxisteams in Deutschland und Österreich, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. (Quelle: Zantomed)

Hauptversammlung des Freien Verband in Radebeul

Vom 10. bis 12. Oktober 2019 tagt die Hauptversammlung des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte in Radebeul bei Dresden. Nach einer Auftaktveranstaltung mit Experten und Politikern zum Thema Digitalisierung und Datensicherheit und einer Podiumsdiskussion zum Thema „Gesundheitsdaten auf der Spur – sammeln, tauschen, auswerten um jeden Preis“ mit Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Julia Hagen, Director Regulatories & Politics Health Innovation Hub (hih) des BMG, Robert-Martin Montag, Generalsekretär der FDP Thüringen, MR DDr. Claudius Ratschew, Präsident Zahnärztlicher Interessenverband Österreichs und ZA Harald Schrader, Bundesvorsitzender des FVDZ.

Danach werden sich die Delegierten mit den Schwerpunktthemen Europa/Berufsausübung in der Zukunft, Digitalisierung/Datenmanagement und Fachpersonal der Praxen auseinandersetzen. Erwartet werden rund 170 Delegierte.

Außerdem stehen die Neuwahlen der Mitglieder des Bundesvorstandes und der Versammlungsleitung für die kommende Arbeitsperiode auf der Agenda der HV. Weiterhin haben die Delegierten über zahlreiche Anträge bzw. Resolutionen sowie über Vorschläge für eine Reihe von Satzungsänderungen zu befinden. (Quelle: FVDZ/ADP-Medien)

Bundeskabinett segnet GKV-FKG ab

Das Bundeskabinett hat am 9. Oktober 2019 den Gesetzentwurf für das Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz in der Gesetzlichen Krankenversicherung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) abgesegnet. Danach sollen die Krankenhäuser einen einmaligen Zuschuss für höhere Aufwendungen für Pflegekräfte erhalten und der Risikostrukturausgleich der Krankenkassen untereinander neu geregelt werden. Vonseiten der Krankenkassen wurde der Gesetzentwurf überwiegend begrüßt. Die von Spahn vorgesehene Öffnung der Allgemeinen Ortskrankenkassen ist nach Kritik aus den Ländern nicht mehr im Gesetz enthalten. „Wir machen den Wettbewerb zwischen den Kassen gerechter“, so Spahn.

Kritik kam vom Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverband, der die aktuellen Änderungen bezüglich des GKV-SV „als reines Lippenbekenntnis zur Selbstverwaltung ohne inhaltliche Überzeugungskraft“ bezeichnete. „Der neue Lenkungs- und Koordinierungsausschuss und die ihm zugewiesenen Aufgaben schränken die Kompetenz der bestehenden Organe, den Verwaltungsrat und den Vorstand, erheblich ein. Dies bedeutet ebenso eine Schwächung der sozialen Selbstverwaltung wie die früheren Pläne des Referentenentwurfs und ist damit inakzeptabel“, so Dr. Volker Hansen, amtierender Verwaltungsratsvorsitzender. „Nach den aktuellen Plänen des Gesetzentwurfes soll der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes auf maximal 40 Mitglieder verkleinert werden. Eine solche Verkleinerung des Verwaltungsrates ist weder notwendig noch sinnvoll“, so Uwe Klemens, alternierender Verwaltungsratsvorsitzender.

Das Gesetz soll voraussichtlich im Frühjahr 2020 in Kraft treten. Es bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates. Eine Übersicht zu den Regelungen im Detail und die aktuelle Fassung des Gesetzentwurfs stehen auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit. (Quelle: BMG/QN)

NWD verlässt den Bundesverband Dentalhandel

Die NWD Gruppe, Münster, wird zum 31. Dezember 2019 ihre Mitgliedschaft im Bundesverband Dentalhandel (BVD) beenden. Das teilten der Verband und das Unternehmen in der folgenden gemeinsamen Pressestatement am 8. Oktober 2019 mit:

„Heute möchten wir Sie gemeinsam mit NWD – Nordwest Dental GmbH & Co. KG darüber informieren, dass NWD zum Jahresende 2019 den BVD Bundesverband Dentalhandel e. V. verlassen wird.

Viele Jahre war NWD Mitglied im BVD und hat sich bei zahlreichen Projekten engagiert und in die Verbandsarbeit eingebracht. Von dieser Zusammenarbeit haben beide Seiten profitiert.

Perspektivisch sieht NWD eine zukünftige Basis für die eigene Mitgliedschaft nicht mehr als gegeben an. Aus diesem Grund hat NWD sich entschlossen, das langjährige Engagement für die Verbandsarbeit zu beenden und aus dem BVD auszutreten.

NWD wünscht dem BVD und seinen Mitgliedern viel Erfolg für die Zukunft. Der BVD wünscht NWD ebenso viel Erfolg.“ (Quelle: BVD)

Eingetrübte Stimmung, aber weitere Investitionen

Die Stimmung in der Medizintechnik-Branche hat sich in Deutschland deutlich eingetrübt. Die erwartete Umsatzsteigerung im Inland ist mit nur noch 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,2 Prozent) stark rückläufig. Besonders besorgniserregend ist die rückläufige Gewinnsituation durch sinkende Preise und höhere Kosten. Das sind Ergebnisse der BVMed-Herbstumfrage 2019, an der sich 102 Mitgliedsunternehmen beteiligt haben.

„Hauptgrund für die eingetrübte Stimmung ist die EU-Medizinprodukte-Verordnung, kurz: MDR, die für Ressourcendefizite bei den Benannten Stellen, längere Bewertungsverfahren und steigende Preise sorgt”, sagte der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin. „Wir benötigen bei der MDR praxisorientierte Lösungen, damit alle Produkte nach der EU-Medizinprodukte-Verordnung zertifiziert werden und den Anwendern und Patienten zur Verfügung stehen können“, forderte BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Ein stabilisierender Faktor bleibt der Export. Mit einem erwarteten Umsatzwachstum von 5,8 Prozent wachsen die Unternehmen der Medizintechnologie weltweit nach wie vor deutlich stärker als im Inland. Auch bei Investitionen und Arbeitsplätzen ist der Trend weiterhin positiv. Die vollständigen Ergebnisse der BVMed-Herbstumfrage können online  abgerufen werden. (Quelle: BVMed)

Virtual Reality-Spiel für Heilberufe-Studenten

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (ApoBank) wirbt jetzt auch mit digitalen Tools bei den Studierenden der Heilbeufe um neue Kunden. Virtual Reality (VR) habe lange Zeitvertreib für Gamer gegolten, heute eröffnet es Heilberuflern viele neue Möglichkeiten – in der Lehre wie auch in der Therapie, so die Bank. Heilberufe-Studenten können beim neuen Angebot der Bank vor Ort auf dem Campus Anwendungsmöglichkeiten der VR-Brille testen und sich an einem eigens programmierten VR-Spiel beteiligen. „Interessenten kommen einfach vorbei und machen mit“, heißt es. Zu gewinnen gibt es Geldpreise, zudem werden über eine Online-Verlosung eine Oculus Go VR-Brille mit installierter Anatomie-App und weitere Preise vergeben. Alle Termine und weiteren Informationen zum VR-Spiel online. (Quelle: ApoBank)

Kinder- und Jugendärzte begrüßen Nutri-Score und fordern Zuckersteuer

Die Kinder- und Jugendärzte begrüßen die Entscheidung, einen NutriScore auf Lebensmitteln einzuführen. Dies reiche aber noch nicht aus, um die Gesundheit von Kindern zu verbessern. Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ): “Als Kinder- und Jugendärzte begrüßen wir die Einführung des Nutri-Scores. Wir haben ihn lange gefordert. Seine Wirksamkeit ist in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen worden. Eltern werden es künftig leichter haben, ihre Kinder gesund zu ernähren. Allerdings reicht der Nutri-Score alleine nicht aus als Präventionsmaßnahme gegen Adipositas. Um Kinder und Jugendliche in Deutschland vor Übergewicht und seinen Folgeerkrankungen zu schützen, brauchen wir weitere Maßnahmen.”

BVKJ-Vizepräsidentin Dr. Sigrid Peter ergänzt: „Wir brauchen so schnell wie möglich ein Werbeverbot für speziell an Kinder gerichtete Lebensmittel, weiterhin darf es den Verkauf von zuckerhaltigen Getränken in Schulen nicht mehr geben, außerdem wünschen wir uns eine Zuckersteuer. Von Adipositas sind hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus armen und bildungsfernen Familien betroffen. Hier müssen wir mit gezielter Prävention ansetzen. Wir brauchen explizite Qualitätsstandards für Kita- und Schulessen und auch eine kostenlose Schulverpflegung.” (Quelle: BVKJ)

Brasilianisches Unternehmen investiert in Spezialdrucker für Knochenimplantate aus Österreich

Plenum, ein brasilianisches Biomedizin-Unternehmen, hat kürzlich zwei Lithoz CeraFab 7500 Maschinen installiert, um die Produktion von Knochenimplantaten weiter voranzutreiben. Mit diesem Kauf baue das österreichische Unternehmen Lithoz seine Führungsposition in der additiven Fertigung in Brasilien aus. Plenum stellt Knochenersatzimplantate für den Kieferbereich her und verwendet für diese Anwendungen ein eigenes resorbierbares Material, das aus Biokeramik entwickelt wurde.

Der Kauf von zwei Maschinen auf einmal unterstreiche, wie schnell der brasilianische Markt für additiv hergestellte biomedizinische Anwendungen wachse, so Lithoz. Der brasilianische Markt sei von großer Bedeutung, denn sein Gesundheitssektor sei weltweit unter den Top Ten. Die Gesundheitsversorgung ist für alle in Brasilien lebenden Menschen kostenlos, daneben gibt es einen wachsenden Markt privater Gesundheitsversorgung. Das mache es zu einem bedeutenden Markt für additive Fertigung und zu einem großen Meilenstein das Unternehmen. Beide Unternehmen loben ihre Zusammenarbeit.

Lithoz ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer in der Entwicklung und Produktion von Materialien und additiven Fertigungssystemen für den 3D-Druck von Hochleistungs- und bioresorbierbaren Keramiken. Seit 2017 expandiert das Unternehmen in die Medizin- und Dentalindustrie und bietet dort innovative 3D-Drucker und hochwertige Materialien für die Herstellung von Implantaten, Gerüsten und zahlreichen anderen Medizinprodukten. Das Unternehmen hat einen Exportanteil von fast 100 Prozent, fast 70 Mitarbeiter und ist seit 2017 mit einer Tochtergesellschaft in den USA vertreten. (Quelle: Lithoz)

Nobelpreis für Medizin geht an Zellforscher

Ihr Forschungsgebiet ist die Sauerstoffversorgung von Zellen und deren Adaptionsfähigkeit, und ihre Erkenntnisse beeinflussen das Verständnis und die Therapieoptionen für eine Fülle von Vorgängen und Erkrankungen im menschlichen Körper. Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die beiden US-Amerikaner William G. Kaelin, Jr. und Gregg L. Semenza und den Briten Sir Peter J. Ratcliffe. (Quelle: Nobelpreiskomitee)

Danaher-Dentalunternehmen jetzt unter dem Dach der Envista

Die Envista Holding Corporation, die neue Gruppe für die Dentalunternehmen von Danaher, ist am 25. September 2019 an die New Yorker Börse gegangen. Amir Aghdaei, Vorstandsvorsitzender und Präsident der Envista (NYSE: NVST), läutete die Eröffnungsglocke. Envista besteht aus drei operativen Unternehmen im Dental-Segment von Danaher: Nobel Biocare Systems, KaVo Kerr und Ormco. Diese Unternehmen decken die Bereiche Zahnimplantate, Kieferorthopädie, Dentalausrüstung und Verbrauchsmaterialien ab und umfassen Marken wie Nobel Biocare, KaVo, Kerr, iCAT, Dexis, Metrex, Pelton & Crane, Ormco, Implant Direct und Orascoptic. Insgesamt werden 28 Unternehmen unter dem neuen Dach zusammengefasst, der Gesamtumsatz liegt derzeit bei 2,8 Milliarden US-Dollar und soll auf drei Milliarden US-Dollar steigen. Das Unternehmen wird weltweit 12.000 Mitarbeiter beschäftigen. (Quelle: Envista/QN)

Hygienesachkosten in Arztpraxen weiterhin auf hohem Niveau

Hygienekosten schlagen in den Vertragsarztpraxen enorm zu Buche. Im vergangenen Jahr mussten die Praxen durchschnittlich 24.287 Euro für Hygienesachkosten aufwenden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Die meisten Kosten verursachten Hygiene- und Verbrauchsmaterialien sowie Einmalprodukte. Diese machten einen durchschnittlichen Anteil von über 30 Prozent von den Gesamtkosten aus, wie die Wissenschaftler des Zi analysierten.

Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi): Hygienekosten 2018 nach Praxistyp im ambulanten Bereich (Quelle: Zi-Umfrage zu Hygienesachkosten in vertragsärztlichen Praxen im Jahr 2018)

Deutliche Unterschiede ergeben sich bei der Kostenhöhe entsprechend des Leistungsspektrums der Praxen. Bei rein konservativ tätigen Praxen betrugen die Hygienekosten 8.140 Euro und bei invasiv tätigen 25.242 Euro. Die höchsten Kosten für Hygieneaufwendungen haben Dialysepraxen mit 116.823 Euro. Praxen, in denen ambulant operiert wird, geben 53.281 Euro in puncto Hygiene aus.

Neben den monetären Aufwendungen wurden auch Informationen zum Zeitaufwand für Hygienetätigkeiten der Mitarbeitenden erhoben. Dabei wurde die Höhe des tatsächlichen Hygieneaufwands sowie die finanzielle und zeitliche Zusatzbelastung deutlich, die mit der Umsetzung der Hygienevorschriften und der Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention verbunden sind.

Da der Einheitliche Bewertungsmaßstab seit 2008 bei den Hygienekosten nicht mehr angepasst wurde, mit neuen Landeshygieneverordnungen seit 2012 aber mehr Kosten und Zeit in den Praxen aufgewendet werden müssten, setze sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung setzt sich dafür ein, dass die Krankenkassen die Mehrkosten erstatten. Eine Erhebung zu den Mehrkosten laufe derzeit. (Quelle: KBV)

Schnelle Umsetzung der Reform des Morbi-RSA

Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer (Foto: Barmer)

Im sogenannten Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz wird es keine Neuordnung der Allgemeinen Ortskrankenkassen geben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beugte sich offensichtlich dem Druck aus den Bundesländern und zog diese Passage des Gesetzentwurfs zurück. Von den anderen Krankenkassen wird weiter eine schnelle Umsetzung des Gesetzes gefordert. So erklärte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Prof. Dr. Christoph Straub, zu dem jetzt vorliegenden Gesetzentwurf: „Eine Reform des Morbi-RSA ist längst überfällig. Daher begrüßen wir sehr, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn diese entschieden vorantreibt. Der jetzt vorliegende Gesetzentwurf ist ein Meilenstein hin zu einem echten solidarischen und fairen Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. Bereits seit Jahren existieren deutliche Verwerfungen im Finanzierungssystem. Hier muss endlich der Schalter umgelegt werden. Deshalb darf der Gesetzentwurf keinesfalls im weiteren parlamentarischen Prozess verwässert werden. Wesentliche Elemente wie eine Regionalkomponente, ein differenziertes Vollmodell, eine Manipulationsbremse und ein Risikopool sind bei dieser Reform alternativlos. Andernfalls verschärft der unfaire Wettbewerb die finanzielle Schieflage der GKV zu Lasten Millionen Versicherten.“ (Quelle: Barmer)

Neue digitale Kommunikation der Leistungserbringer wird 2020 in Nordrhein getestet

Voraussichtlich im ersten Quartal 2020 soll im Bereich Nordrhein die neue Kom-LE getestet werden, die elektronische Kommunikation der Leistungserbringer. Das berichtet die Ärzte Zeitung unter Bezugnahme auf die Aussagen von Gilbert Mohr, Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, auf dem eHealth.NRW-Kongress in Neuss. Jeder an die TI angebundene Leistungserbringer soll diese neue elektronische Kommunikation nutzen können. Den bisherigen Dienst KV Connect nutzen danach etwa 12.000 Anwender. Am Feldtest des neuen Standards beteiligt sind neben den fünf potenziellen Anbietern des Fachdienstes unter anderem auch die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die KV Telematik, das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium, die Praxis-EDV-Genossenschaft duria, der Softwarehersteller gevko und der Zahnarztsoftware-Anbieter Dampsoft. Getestet werden sollen TI-Mail, TI-Arztbrief und optional die KV-Abrechnung und die AU-Bescheinigung, heißt es. Die Kommunikation der Leistungserbringer steht auch beim Bundesgesundheitsministerium ganz oben auf der Liste der TI-Projekte. (Quelle: Ärzte Zeitung)

Brustkrebsmonat Oktober: Früherkennung kann Leben retten

Früherkennung erhöht die Chancen, Brustkrebs zu besiegen. Darauf weist die Barmer mit Blick auf den Brustkrebsmonat Oktober hin. Rund 75.000 Frauen erhalten hierzulande pro Jahr laut Deutscher Krebsgesellschaft die Diagnose Brustkrebs. Etwa 17.000 Patientinnen sterben an den Folgen, auch weil der Krebs manchmal zu spät erkannt wurde. „Anders als andere Krankheiten macht sich Brustkrebs nicht durch Schmerzen bemerkbar. Stattdessen können Veränderungen an Brust und Brustwarze sowie Verhärtungen im Brustgewebe und an den Lymphdrüsen im Achselbereich auf eine Erkrankung hindeuten. Deshalb ist es immens wichtig, dass Frauen einmal im Monat ihre Brust selbst abtasten und regelmäßig zur Früherkennung gehen“, betont Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer.

Das Brustkrebsrisiko steige mit zunehmendem Alter. Neben dem Abtasten der Brüste sei daher auch die jährliche Früherkennungsuntersuchung beim Gynäkologen wichtig, die Frauen ab 30 einmal im Jahr wahrnehmen können. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren hätten die Möglichkeit, alle zwei Jahre eine Mammographie in einem spezialisierten Untersuchungszentrum durchführen zu lassen. (Quelle: Barmer)

Rund vier Fünftel der Praxen haben einen Inhaber

Genau 82,4 Prozent der Zahnarztpraxen in Deutschland werden von einer einzigen Inhaberin oder einem Inhaber geführt (Stand 2017). Das entspricht bei solchen Praxen etwa 34.600 Praxisinhabern, meldet die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV). Insgesamt gibt es in Deutschland Stand 2017 rund 42.000 Zahnarztpraxen mit insgesamt 51.058 Praxisinhabern. Von den 7.392 Berufsausübungsgemeinschaften werden rund 87 Prozent von zwei Inhabern geführt, nur 13 Prozent haben drei oder mehr Inhaber. Insgesamt nahmen Ende 2017 50.634 Zahnärzte an der vertragszahnärztlichen Versorgung teil, zum 1. Halbjahr 2018 sank die Zahl auf 49.984. (Quelle: Jahrbuch 2018 der KZBV).

Neuer „Pflege-TÜV“ startet am 1. Oktober 2019

Zum 1. Oktober 2019 startet ein neues Begutachtungssystem für Pflegeeinrichtungen. Die Ergebnisse sollen ab Frühjahr 2020 im Internet veröffentlicht werden. Das neue System besteht aus einer Kombination aus den internen Qualitätserhebungen der Heime, mit deren Erhebung jetzt in den rund 13.000 Pflegeeinrichtungen begonnen wird, und Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Diese sollen ab November 2019 beginnen. Die bisherigen Pflegenoten waren rasch in die Kritik geraten, da sie Missstände nicht abbildeten, im Schnitt kamen Heime bundesweit auf die Schulnote 1,2. 2015 wurde daher die gesetzliche Grundlage verändert und ein neues Bewertungssystem erarbeitet.

Bis zum 31. Dezember 2020 sollen alle stationären Einrichtungen einmal durch externe Prüfinstitutionen wie die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) und den Prüfdienst der Privaten Krankenversicherung (PKV-Prüfdienst) geprüft worden sein. Die ersten Ergebnisse nach dem neuen Qualitätsbewertungssystem werden ab dem Frühjahr 2020 veröffentlicht. Diese unterstützen die Versicherten dabei, die Qualität einzelner Pflegeeinrichtungen einzuschätzen, um eine Auswahl für eine geeignete Pflegeeinrichtung zu treffen. Die veralteten Bewertungen (Pflegenoten) sind noch solange einzusehen, bis sie durch aktuelle Qualitätsinformationen ersetzt werden.

Die Pflegekassen nutzen zur Veröffentlichung der Qualitätsinformationen bundesweit die Portale der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen. Ebenso müssen die Qualitätsergebnisse in den Pflegeeinrichtungen für jeden gut sichtbar ausgehängt werden. (Quelle: GKV-Spitzenverband/QN)

Kassen warnen vor steigenden Beiträgen

Die Chefs der großen Krankenkassen warnen vor steigenden Beiträgen. Der Vorsitzende der mit rund 10,5 Millionen Versicherten größten Krankenkasse, der Techniker (TK), Dr. Jens Baas, hatte Ende September 2019 in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau angekündigt, dass bei sinkenden Einnahmen durch einen schwächelnde Wirtschaft und gleichzeitig wegen neuer Leistungen steigender Ausgaben die Beiträge nicht stabil bleiben könnten. Man brauche dringende die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn versprochene Finanzreform zur fairen Verteilung der Gelder zwischen den Kassen.

In diese Richtung äußerten sich auch der GKV-Spitzenverband und der Vorsitzende der Barmer, Prof. Christian Straub, gegenüber der Ärzte Zeitung. Die Regierungspolitik werde die Beitragszahler einiges kosten, erklärte der Sprecher des GKV-SV, Florian Lanz. Straub unterstützte dies. Auch der Chef des Dachverbands der Betriebskrankenkassen, Franz Knieps, warnte vor hohen Belastungen aufgrund von Gesetzen aus der letzten und der aktuellen Legislaturperiode. Er kritisierte dabei auch Spahn deutlich: Nahezu jedes Gesetz und jeder Gesetzentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium enthalte Dinge, die die Preise für die GKV nach oben treiben könnten, zitiert die Ärzte Zeitung Knieps. Es gebe Versorgungslücken, die geschlossen werden müssten, aber Spahns Gesetzentwürfe gäben an vielen Stellen „money for nothing.“ Es sei nicht sichergestellt, dass das zusätzliche Geld wirklich über bessere Leistungen den Versicherten zugutekomme. (Quelle. FR, Ärzte Zeitung)

Grippewelle 2017/2018: mehr als 25.000 Menschen gestorben

In der Grippewelle 2017/18 sind geschätzt 25.100 Menschen in Deutschland durch Influenza gestorben. „Das ist die höchste Zahl an Todesfällen in den vergangenen 30 Jahren“, betont Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. So viele Todesfälle bei einer Grippewelle sind sehr selten, es gibt auch Saisons mit wenigen hundert Todesfällen.

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist trotz der von Saison zu Saison unterschiedlichen Wirksamkeit die Impfung. „Es gibt keine andere Impfung in Deutschland, mit der sich mehr Leben retten lässt“, unterstreicht RKI-Präsident Wieler. Neben der Impfung werden gründliches Händewaschen mit Seife und Abstandhalten zu Erkrankten empfohlen.

Die Mortalitätsschätzung ist im neuen Influenza-Saisonbericht enthalten. Der Saisonbericht beleuchtet detailliert den Verlauf der vorangegangenen – moderaten – Grippesaison 2018/19. Die Schätzung der bundesweiten Zahl der Influenza-assoziierten Todesfälle ist generell um ein Jahr verzögert, da die Daten nicht früher zur Verfügung stehen.

Eine zentrale Größe bei der Beurteilung der Krankheitslast ist auch die Zahl der Arztbesuche, die der Influenza zugeschrieben werden. Für die Saison 2018/19 sind das rund 3,8 Millionen Arztbesuche. Die geringste Zahl gab es mit rund 800.000 in der Saison 2013/14, den höchsten Wert in der ungewöhnlich starken Grippewelle 2017/18 mit neun Millionen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippe-Impfung für alle Personen ab 60 Jahren, für chronisch Kranke aller Altersstufen, für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal. Gerade an das medizinische Personal gehe der Appell, sich impfen zu lassen, so das RKI. Weitere Informationen unter www.rki.de/influenza und www.rki.de/influenza-impfung. (Quelle: RKI)

Titelbild: Quintessence News